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Wir leben, was wir bauen

(wp) Alles ist irgendwie gebaut in der Stadt. Den Großteil unseres Lebens verbringen wir in Gebäuden und einen kleineren auf gebauten Straßen. Wir nehmen das hin, wie die Luft, die wir atmen. Dabei könnte alles auch genausogut ganz anders sein. Ganz andere Gebäudeformen. Oder alles nur Wald um uns herum, eine Waldstadt. Vielleicht ähnlich den antiken Städten alter südamerikanischer Kulturen.

Wie beeinflußt das gebaute uns und unsere Gesellschaft und umgekehrt? Beispiel Schule: Das Lernklima in einem grauen, dunklen Betonklotz ist vielleicht ein anderes, als das in einem hellen, farbenfrohen, von den SchülerInnen mitgestalteten Gebäude mit viel Grünzeug innen und draußen.

Wir sehen diesen Zusammenhang in Berlin sicher auch ganz gut, wenn wir uns die unterschiedlichen Bezirke, die Gebäude und die Menschen anschauen. Bunte, graue, grüne und schillernde Viertel, reiche und ärmere, kinderfreundlichere und kinderfeindliche, Verkehrsknotenpunkte und verkehrsberuhigte Zonen... Je nachdem, was wie gebaut wird, kann es auch vorkommen, daß Menschen wegziehen müssen, weil die Mieten zu hoch werden, oder sich neue Geschäfte ansiedeln. Oder andersherum: In einer kinderreichen Gegend wird ein Spielplatz gebaut.

Der Komposthaufen auf dem Hof, der Bioladen oder die FoodCoop um die Ecke oder ein Park in der Nähe geben mir auch Möglichkeiten, mein Leben auf bestimmte Weise zu gestalten. Meine Gesundheit kann in entscheidendem Maße von den in meiner Wohnung verwendeten Baustoffen abhängen.

In Sachen Zukunft werden Städte langsam zum Problem, was Ökologie und Soziales angeht. Dabei spielt das Bauen eine große Rolle und beeinflußt letztendlich die ganze Gesellschaft. Wir müssen aber nicht alles so hinnehmen, wie es ist. Alles könnte schließlich auch ganz anders sein. Die Aktionsmöglichkeiten gesund zu wohnen und ökologisches Bauen zu fördern reichen von Umziehen oder Renovieren über Anti-Tropenholzaktionen in Baugeschäften und Wärmedämmaktionen an der Schule bis hin zu der Beteiligung an Planfeststellungsverfahren und Haus- und Platzbesetzungen. Wichtig ist, ein Gewissen zu haben, sich zu informieren, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich nicht alles gefallen zu lassen. Es ist unsere Zukunft, nehmen wir sie uns.


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