Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Die Konjunktur tritt laut neuesten Hochrechnungen auf der Stelle, im letzten Quartal gab es praktischen keinen Zuwachs. Positiv: der Anstieg der Verbraucherpreise ging langsamer vonstatten, als erwartet und auch die Infaltion liegt nur bei 1,9 Prozent. Merkwürdige Zahlen, insbesondere für das bisher doch immer noch Wirtschaftswunder-Deutschland. Ein veränderung in der Wirtschaft werden aber auch die Diskussionen über Stellenabbau nicht bringen. Dazu müßten sich die ArbeiterInnen schon selbst aufraffen natürlich am besten mit Unterstützung des Staates.
Lange hat es gedauert, bis Berlin nach den Wahlen am 22. Oktober 1995 eine neue Regierung hatte. In Bezug auf Finanzen muß sich diese aber nun stark umschauen: ein riesiges Loch klafft im Doppelhaushalt 1995/96 und auch die Planungen für 1997 sehen nicht gerade rosig aus. Neben zahlreichen Kürzungen von öffentlichen Ausgaben sollen mehrere Einnahmen (zum Beispiel die Hundesteuer), erhöht werden. Aber auch mit Schieben und Zerren wird es dann noch nichts. Neue Ideen oder ein Banküberfall sind also fällig.
Im Osten Deutschlands ist die Fleischproduktion so stark gesunken, daß der Agrarverband nun fordert, mit Personalabbau zu einen, die Viehbetriebe auszubauen zum andern. Andere Wege sollten nicht beschritten werden, schließlich gelte es Kapazitäten abzudecken. Daß die bestehenden Groß-Schlachterein längst Überkapazitäten haben, wird dabei gerne vergessen.
Nach Gerüchten über ein bevorstehendes Bakrott hat die Betreiberfirma des Ärmelkanaltunnels nun öffentlich diese widerrufen. 1995 habe man einen Rekord an Tunneldurchquerungen gehabt und es ginge eher aufwärts... Das tunnelprojekt ist und bleibt aber weiterhin umstritten und die wesentlich teurere Alternative der Kanalüberquerung.
Zimmerpflanzen sind nicht nur ganz nett anzuschauen, sie filtern auch jede Menge Schadstoffe aus der Luft. Wie in einer neuen Studie ermittelt wurde, nämen Pflanzen Formaldehyd, Insektizide und Holzschutzmittel auf und wandeln diese in pflnazliche Stoffe um. Das wirkt sich nicht nur positiv auf das Wohnklima, sondern auch die Gesundheit der Menschen aus. Die Pflanzen sind jedoch dann als Sondermüll zu entsorgen?
Die Gefahr einer Umweltkatastrophe vor den Galapagosinsels scheint gerade noch abgewendet. Aus einem Leck geschlagenen Tanker wurden gerade noch rechzeitig circa 60.000 Liter Dieselöl ausgepumt. Galapagos ist für seine zu großen Teilen weltweit einmalige Tier- und Pflanzenwelt bekannt.Eine Ölkatastrophe hätte riesige Ausmaße gehabt und zahlreiche Arten unwiederbringlich vernichtet.
Der Brandenburger Nachwuchs macht sich noch immer rar, obwohl eine Geburtenprämie von tausend Mark ausgelobt ist. Nur in einigen Teilen des Landes ist die Bilanz wenigstens ausgeglichen.
Weil am Kreuzberger Gleisdreieck nun das Logistikzentrum für den Potsdamer Platz steht, bekommen die AnwohnerInnen kaum noch ein Auge zu. Man denkt, daß Bett steht auf der Baustelle. Milderung ist nicht abzusehen, denn keiner fühlt sich zuständig weder die Behörde noch die Betreiber. Also wird wohl weiterhin viel Ohropax verwendet werden.
Der Vogel, de noch vor nicht allzu langer Zeit auf vielen Wiesen auch um Berlin anzutreffen war, wurde vom Naturschutzbund zum Vogel des Jahres 1996 gewählt. In Deutschland geht sein Vorkommen immer mehr zurück. Grund ist vor allem die intensive Landwirtschaft, die brachliegende Wiesen und eine artenreiche Insektenfauna nicht zuläßt. Mit der Benennung des Vogel des Jahres will der NABU in diesem Jahr einen Wandel in der Agrarpolitik anmahnen.
Nach den Diskussionen um eine Studiengebühr von circa. 1000 DM pro Semester und der fast schon beschlossenen Verzinsung des Bafögs ist es jetzt etwas ruhiger geworden. Im Februar geht es aber wieder los. Die Hochschulrektorenkonferenz wird erneut sich mit dem Thema Studiengebühr beschäftigen. Konsequenzen: Studium nur noch für Eliten oder riesige Schuldenberge.
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