Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(gr/be) Was kann der Einzelne tun, mal ganz auf den Städter bezogen? Am besten wäre natürlich, freiwillig aufs Skifahren zu verzichten, so oft wie möglich, am besten ganz. Andere umweltschonendere Sportarten halten den Körper ganz genauso fit und machen bestimmt auch Spaß. Es ist allerdings schwierig, alle Leute davon zu überzeugen, vom Skifahren zu lassen, insbesondere, weil Skifahren ist ein beliebter Sport ist.
Es gibt jedoch Regeln, an die sich jeder beim Skifahren halten sollte, um weniger Schaden anzurichten. Nicht bloß der Natur zuliebe. Wir selber und die einheimische Bevölkerung hätten Nutzen von gesunden Bergen. Vielleicht können diese Regeln ja als Anfang zum Ausstieg helfen und zumindest das Gröbste rette, denn hielte sich jeder daran, ginge es den Bergen schon um ein vieles besser. Das Wichtigste: nur dann Skifahren, wenn die Schneedecke mindestens 30cm dick ist. Eine dünnere Decke schützt die darunterliegenden Pflanzen und den Boden vor Abtragung nicht.
Regel Nummer zwei: Immer auf den ausgewiesenen Pisten bleiben. Tiefschneefahrer und Snow-Boarder halten sich oft für besonders naturverbunden, da sie sich abseits der planierten Pisten bewegen. Jedoch gerade sie richten großen Schaden an, da sie mit ihren Stahlkanten unterm Schnee verborgene junge Bäume köpfen und Wild aufscheuchen. Die Tiere verlieren bei der Flucht lebensnotwendige Energiereserven. Außerdem schädigt häufiger Streß ganz besonders. Im Winter können sie die Energiereserven mangels Ersatz nur durch Fraß an Bäumen wieder ausgleichen. Das schwächt wiederum den ohnehin kranken Bergwald. Deshalb ist auch der Skilanglauf auch nicht immer eine umweltfreundliche Alternative zum Abfahrtslauf, denn auch Langläufer stören auf ihren Wanderungen häufig solche zurückgezogenen Tiere.
Im Sommer sollte man auf Skisport ganz verzichten und nicht extra in Gletschergebiete fahren. Gletscher sind eine wichtige Trinkwasserreserve. Skiwachs, Abfälle und Treibstoffe der Planierraupen verseuchen sie.
Die Anreise sollte möglichst mit der Bahn statt mit dem Auto erfolgen. Denn Autoabgase zerstören den Bergwald, belasten die Anwohner, und Parkplätze verschandeln die Landschaft, an der wir uns eigentlich erfreuen wollen. Außerdem sind mehrtägige Reisen besser als kurze Ausflüge. Der Aufwand für die Anfahrt lohnt sich erst dann. Auch der einheimischen Bevölkerung nützt ein Tourist nur, wenn er mehrere Tage bleibt und nicht seinen gesamten Proviant in der Kühltasche von zu Hause mitbringt.
Ebenso ist die Auswahl des Skiortes wichtig. Möglichst den Ort wählen, der am nächsten liegt und wo die Pisten landschaftsgerecht gestaltet sind. Dagegen sollte man Orte boykottieren, die die Landschaft den Pisten unterworfen haben oder gar Kunstschnee einsetzen. In Naturschutzgebieten sollte man grundsätzlich nicht Skifahren.
Das wären also die wichtigsten Regeln für diejenigen, die auf Skisport trotz allem nicht verzichten möchten. Jedoch sollte man sich lieber fragen: Gibt es für mich keine Alternative zum Skifahren? Vor allem die an Schulen etablierten Skikurse wären zu hinterfragen. Es sollte nicht gerade die Schule sein, die uns zur Umweltzerstörung anstiftet. Statt Skilaufen könnte man auf solchen Schulfahrten Eishockey spielen, Schlittschuhlaufen, Schneeballschlachten veranstalten, wandern oder ein Iglu-Dorf bauen. Zusammen mit Freunden, Lehrern und Eltern solche Ideen zu sammeln und eine Alternative zu den Skikursen zu organisieren, wäre schon mal ein guter Anfang und macht sicher auch viel Spaß.
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