Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(es) Ein idyllischer Bauernhof auf dem Lande: Dazu gehört auch ein großer Misthaufen, der seinen typischen Geruch von sich gibt... Doch in der Großstadt ist der eigene Kompost zumeist noch ein Fremdwort. Gerademal in den Außenbezirken finden wir ihn des öfteren in den Gärten. Wie man eine Kompostkiste für den Balkon bauen kann, beschreiben wir in der Berliner Ausgabe. Das hier vorgestellte KIS-Projekt Kompost-Informations- und Service-Stationen wurde 1994 zur Förderung der Eigenkompostierung in gartenreichen Außenbezirken Berlins vom Senat in Auftrag gegeben. Von der Arbeit in diesen KIS-Stationen berichten im Folgenden mehrere Kinder, die dort zum Teil ihre Freizeit verbringen.
Vor ungefähr einem Jahr wurde hier in Tempelhof (Lichtenrade) die Kompost-Beratung, auch KIS-Station genannt, eröffnet. Sie ist in einem selbstgebauten Holzhaus untergebracht. In dem Holzhaus kann man sich viele nützliche Informationen für den Garten holen. Und draußen kann man das Hügelbeet besichtigen oder in die vielen Komposter hineingucken. Dann gibt es hier auch noch die Würmerkiste. In dieser Würmerkiste verwandeln Kompostwürmer (Regenwürmer) Küchenabfälle, wie zum Beispiel Kartofffelschalen, Kaffeesatz und Apfelschalen in wertvollen Wurmhumus. Der Wurmhumus ist nährstoffreicher, als aller anderer Humus. Man kann sich aber auch verschiedene Hechsler ausleihen. Doch die Attraktion für die Kinder sind die Frettchen. Mit ihnen kann man auf dem Gelände der KIS-Station spazieren gehen. Wenn die Frettchen sich müde gelaufen haben, kriechen sie sich manchmal in irgendeine Jacke und schlafen ein. Und wenn Sie davon etwas interessiert, schauen Sie mal vorbei!
Antje Wegener, 11 Jahre (Lichtenrade)
Auf der Kompost-KIS-Station sind mindestens acht Komposter, zwei Teiche, ein Gemüsebeet und ein Schuppen, wo man Gartengeräte ordentlich sortiert findet. Inge Hartung arbeitet auch auf der Kompost-KIS-Station. Sie hält mit ihren Kolleginnen die beiden Teiche in Ordnung. Aber leider gibt es immer wieder ein paar Jugendliche, die es nicht kapieren, daß man die Blumen nicht abreißen und sie in den großen Teich werfen soll. Leider.
Bianca Pergande, 11 Jahre (Lichtenrade)
Bei der Kompostberatung wird einem gezeigt, wie ein Komposter aufgebaut und gefüllt wird. Inge erklärt, welche Tiere im Komposter sind und welche im Komposter leben. Man erfährt auch, was nicht in den Komposter gehört: Alufolie, Plastiktüten, Dosen aus Blech und Plastik, Glas, gebleichte Kaffeefilter, Trinkpäckchen, bunte Papiertüten, Batterien. Es macht Spaß, zuzuhören. Es kommen: Kindergärten, Schulkinder und Erwachsene. Man kann viel erfahren bei der Kompostberatung.
PS: Kommt doch auch mal zu KIS!
Lissy Hartung, 9 Jahre (Zehlendorf)
Manche Leute wissen nicht, was eine KIS-Station ist. Eine KIS-Station ist eine Kompostberatung. Unsere Kompostberatung wird von einer Frau namens Inge betreut. In der Kompoststation haben wir 1994 eine Wurmkiste angelegt, 1995 war dann der Nachwuchs da.
Einen Teich gibt es auch bei der KIS-Station. Da sind Frösche und andere kleine Wassertiere drin. Inge pflanzt auch Blumen, die leider oft gestohlen werden. Ich bitte Euch, das nicht zu tun. Kauft Eure Blumen im Blumenladen. Am besten finde ich die Frettchen Barni und Seigon. Wer öfter bei der KIS-Station ist, kann mit den Frettchen gassigehen. Ich gehe dann mit den Frettchen auf den Schulhof, wo sie ungestört und ohne Gefahren buddeln können. Es gibt so viel zu lernen in der KIS-Station. Kommt doch mal vorbei. Da stehen auch viele Komposte, wo man Küchenabfälle kompostiert. Eine Kompostbank haben sie neuerdings auch.
Genevieve B., 11 Jahre (Lichtenrade)
Einiges konnte man ja schon aus den Berichten der Kinder erfahren. Das Angebot der KIS-Stationen ist wirklich breit gefächert. Es geht von einfacher Beratung bis hin zu hochinteressanten Führungen. Auf dem Gelände der KIS-Stationen stehen immer mehrere Komposttypen zur Ansicht zur Verfügung, die durch die nahen Gebäude, wie zum Beispiel eine Schule, benutzt werden. So wird anhand von lebendem Anschauungsmaterila (die Stationen sind mit Lupen, Mikroskopen etc. ausgerüstet) und von Schautafeln eine Einführung in die Kompostiererei gegeben. Wenn etwas mit dem eigenen Kompost nicht funktioniert, geben die freundlichen KIS-Betreuer gerne Hilfestellung.
Projektträger: Clearingstelle e.V., Büro für Umweltbildung, Gottschedstr. 4, 13357 Berlin.
KIS-Station Lichterfelde, c/o Verein Die Naturfreunde, Potsdamer Str./Ecke Ringstr., 12205 Berlin, Tel. 833 07 84; Öffnungszeiten Di 9-15 h, Do 9-18 h, Sa 9-13 h.
KIS-Station Lichtenrade, c/o Theodor Haubach-Oberschule, Lutherstr., 12305 Berlin, Tel. 745 78 66; Öffnungszeiten Di 9-15 h, Do 9-18 h, Sa 9-13 h.
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