Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(hu) 50 Kilometer nordöstlich von Berlin geht eine Umweltgruppe ihren eigenen Weg. In und um Eberswalde, welches gleich am Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt, gibt es viele Möglichkeiten und Aufgaben in Bezug auf den Umwelt- und Naturschutz. Auch der Nachholebedarf ist nicht gering, so daß die Gegend eigentlich ideal ist, aktive Umweltarbeit zu betreiben. Das sagten sich auch vier Jugendliche im April 1995 und gründeten sodann die Aktionsgruppe Jugend und Natur Eberswalde, kurz AJNE.
Konkrete Vorstellungen, wie und welche Umweltarbeit geleistet werden soll, existieren schon von Anfang an. Man begann also mit dem Aufbau einer Kindergruppe (Arbeitsgemeinschaft Natur) und traf sich jeden Freitag, um mit rund 20 Kindern aktive Umweltbildung zu betreiben. Ab September veröffentlichen die ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeiter (nunmehr acht Leute) das Freizeitangebot, ein Nachmittagsangebot für Kinder, die sich für Natur interessieren.
Ein anderes Ziel war die Betreuung einer Waldfläche. Auch dort war man erfolgreich und der Nordener Stadtwald (nordöstlich von Eberswalde), rund 200 Hektar Wald, Wiesen und Seen, befinden sich seit Ende April 1995 in einer Art Patenschaft bei der AJNE. Man organisierte Müllsammlungen, Nachtbeobachtungen, führte Gewässeruntersuchungen, Arterfassungen und vieles mehr durch. Ebenso wurde ein umfangreiches Nistkastenprogramm gestartet. Ein anderer Punkt ist der Aufbau eines Naturlehrpfades auf der Projektfläche Nordener Stadtwald. Er soll die Sensibilisierung der Besucher im Umgang mit der Natur erreichen und die Bedeutung des Schutzes stadtnaher Wälder als Rückzugsgebiet für Tiere und als Naherholungsgebiet für Anwohner verdeutlichen. Es werden naturschützerische, historische, geologische sowie forstwirtschaftliche Aspekte in den Lehrpfad integriert.
Jeden Sommer organisieren die acht Umweltschützer ein Naturerlebnislager für rund zwanzig Kinder. Es werden Arbeitseinsätze, Ökoralleys, Schlauchbootfahrten mit eingeschlossener Gewässergüteuntersuchung durchgeführt. Aber der Spaß kommt mit Nachtwanderungen, Neptunfest etc. sicherlich nicht zu kurz. 1997 ist die Errichtung eines Naturerlebnis-Spielplatzes im Stadtteil Nord geplant. Man hofft, daß die ansässigen Behörden sich nicht querstellen.
Dies sollen nur die wichtigsten Punkte ihrer Arbeit sein. Die AJNE ist kein eingetragener Verein, ist an keine Umweltorganisation gebunden. Man vertraut auf sich selbst und informiert sich selber. Anja Edelberg, Gründungsmitglied der Gruppe sagt: Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es auch. Wollen ihr Ihnen die Daumen drücken, daß sie auch weiterhin nicht die Kraft und den Mut verlieren, ihre Arbeit fortzusetzen..
Die Aktionsgruppe freut sich über jeden Kontakt mit anderen Initiativen im Umweltbereich. Ein Gedankenaustausch ist also immer willkommen. Wer näheres erfahren will, kann sich unter folgender Adresse melden:
Aktionsgruppe Jugend und Natur Eberswalde (AJNE), Eisenbahnstraße 20, 16225 Eberswalde, Tel. 03334/22398
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