Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Claire Marienfeld (CDU), bekannt durch die Beschimpfung von Zivildienstleistenden als Drückeberger, beschwerte sich darüber, daß die Bundeswehr überhaupt nicht in Schulbüchern vorkomme. Sie forderte die Kultusminister der Länder auf, dafür zu sorgen, daß die Wehrpflicht im Unterricht behandelt wird. Wir freuen uns schon aufs Rechnen mit Panzern und Gewehrkugeln sowie über die Aufsatzthemen Mein Freund der Soldat.
Wie eine Umfrage der Washington Post unter 400 amerikanischen Stromversorgern ergab, hat die Atomkraft in Amerika keine Zukunft mehr. Nur 2% der Befragten gaben an, über den Neubau eines AKWs nachzudenken. 89% der Befragten schlossen dies aus, der Rest war sich nicht sicher. 80% überzeugt, daß die Atomkraft endgültig ausgespielt hat. 1995 waren bei dieser Umfrage nur 46% dieser Ansicht.
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat einen Energiesteuersimulator für Windows-PCs herausgegeben. Als LeiterIn des Energieministeriums steht mensch zwischen allen Interessen und darf mit verschiedenen Energiesteuermodellen und den Ergebnissen herumexperimentieren. Dem Programm liegen viele verschiedene komplexe Modelle zugrunde, die dazu dienen sollen, sich einer komplexen Thematik wie der Energiefrage zu nähern.
Bestellt werden kann das Programm telefonisch unter 0228/168 16 66.
1995 wurde die Deutsche Bank 125 Jahre alt und feierte sich selbst. Daß dieses Jubiläum alles andere war als ein Grund zum Feiern, wollen die Kritischen Aktionäre mit ihrer Bilanz zum Jubiläum vermitteln. Die Verwicklungen im Zweiten Weltkrieg, die jahrelange Unterstützung des Apartheidregimes in Südafrika, Waffengeschäfte und die Mitverantwortung für die Schuldenkrise sind nur einige der dunklen Flecken, die die Kritischen Aktionäre in ihrer Bilanz haben. Die Broschüre Machtzentrum Deutsche Bank ist für 5 DM plus Versandkosten erhältlich beim:
Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Schlackstraße 16, 50737 Köln.
Der Verein Umweltberatung Nordost führt jetzt die bundesweite Aktion Nachhaltige Ideen im Wettbewerb durch. Innerhalb dessen geht es darum, neue Formen des Gebrauchens statt des Verbrauchens aufzuzeigen. Beispielsweise können sich Car-Sharing-Vereine, Spieleverleihe, Garten- und Haushaltsgeräteinitiativen oder Kleidertauschaktionen mit ihren jeweiligen Aktivitäten beteiligen. Aber nicht nur diese sondern alle möglichen Ideen sind gefragt, um das Leben so zu gestalten, daß mensch auch morgen noch so leben kann. Beteiligen können sich also alle von der Einzelperson bis hin zur Firma. Die vorgestellten Initiativen müssen allerdings real sein, daß heißt noch 1996 durchgeführt werden. Mehr Infos und die Adresse für die Projektbewerbungen:
Umweltberatung Nordost, Friedrichstraße 165, 10117 Berlin
Entgegen der 1994 gemachten Zusage, die zwischen Friedrichshain und Kreuzberg geplante Straßenbahn über Warschauer- und Oberbaumbrücke zu leiten, will jetzt der Senat eine Umgehung mit neuer Brücke daneben wohlwollend prüfen. Damit werden die geplanten Bauarbeiten auf unbestimmte Zeit verschoben. Argument: eine Leitung der Straßenbahn über die bestehenden Brücken würde dem Autoverkehr zu viel Platz nehmen. Es drängt sich allerdings angesichts der bestehenden Finanzlücken der Verdacht auf, daß damit die Straßenbahn dort ganz sterben soll. Die geplanten Kosten von 30 Millionen Mark werden sich auf 69 Millionen Mark erhöhen. Für so ein Projekt wird angesichts Tunnelplänen und des Geldloches nichts übrig sein.
Die Straßenbahn gehört, obwohl sie zum Teil vom Autoverkehr hart bedrängt wird, zu den sichersten Verkehrsmitteln. Über hundert Mal so viele Autounfälle wie Straßenbahnunfälle gab es, zudem wurden die meisten dieser Unfälle nicht von der Straßenbahn selbst verursacht sind.
Die flächendeckende Einführung der Biotonne in Berlin scheint doch in greifbare Nähe zu rücken. Bis zum Sommer sollen 90.000 Haushalte in vier Ostbezirken von der BSR an das neue Sammelsystem angeschlossen werden. Die anderen Bezirke sollen in den nächsten Jahren folgen. Spätestens 1999 soll der Idealzustand erreicht sein und alle ihren Biomüll getrennt sammeln können. Ob realistisch oder nicht, wird die Zukunft zeigen.
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