Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(vw) Eine weltweite Arbeitsteilung schreitet voran: Umweltbelastende Produktionsabläufe finden zunehmend in Ländern des Südens statt billig, und meist ohne aufwendige Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen. Die Industrieländer können billig importieren und wertsteigernde Arbeitsschritte im eigenen Land anschließen; die Umwelt- und Gesundheitsprobleme haben die Menschen im Herstellungsland.
Ein Beispiel ist die Produktion von Leder. Leder ist ein langlebiger und beliebter Stoff, der aus unserem Alltag nicht wegzudenken ist. Was wenige wissen: Die moderne Lederherstellung belastet Menschen und Umwelt und findet zunehmend in Ländern der Dritten Welt statt. Über 80 Prozent der Weltimporte von Leder gehen in die Industrieländer, die Hälfte davon kommt aus Entwicklungsländern.
Verseuchte Kokosnüsse: Die Landwirtschaft in den Ruin getrieben
In den 70er Jahren erklärte die indische Regierung Leder zum wichtigen Exportprodukt. Eine entwicklungspolitisch sinnvolle Strategie: Der Rohstoff Haut Indien hat den größten Viehbestand der Welt sollte im eigenen Land verarbeitet werden, um die Wertschöpfung aus dem Export zu erhöhen. Der Export von Häuten und Fellen wurde also verboten und die Entstehung von Gerbereien gefördert.
Von der Haut zum Leder
Die Schritte der Lederproduktion.
Gesundheitsschäden durch Gifte: Gerbereien machen krank
Die Kosten der Massenproduktion von Leder auf Chrombasis, meist ohne Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen, trägt die einfache Bevölkerung. Neben den besonders gefährdeten ArbeiterInnen in den Gerbereien ist auch die Bevölkerung im Umkreis einer Gerberei betroffen.
Weg von der Massenproduktion: Mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt
In ganz Indien sind die Auswirkungen der Gerbereien auf Menschen und Umwelt bekannt. Aber um Regierung und Industrie, die teilweise eng verflochten sind und oft von Korruption geprägt werden, zu wirklichen Reaktionen zu bringen, wird es noch viel mehr politischen Druckes bedürfen.
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