Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(kl) Berlin, eine Weltstadt mit Ambitionen? In ökologische-energiesparender Hinsicht eher nicht, denn Versuche einer Energiewende oder zumindest einer verstärkten Förderung von Solarenergie sind abwechselnd mal am Geld, mal am Parlament, mal an der BEWAG gescheitert. Und das mit der Braunkohleproblematik in Brandenburg im Rücken. In dieser Stadt hat das ökologische Energiezeitalter noch längst nicht begonnen.
Noch nicht, aber hoffentlich bald, denn der Ruf der Kampagne Sonnige Zeiten Gemeinsam zur ökologischen Energiewende wurde in Berlin vernommen, und es hat sich daraufhin eine freie Projektgruppe gebildet, die nun ganz im Sinne der Kampagne den Anfang für das kommende Solarzeitalter machen will.
Eine Demo und ein Solarwalk werden die Auftaktveranstaltung von Sonnige Zeiten bilden. Um 15 Uhr 30 soll es am 26. April, dem zehnten Jahrestag von Tschernobyl, am Kottbusser Tor losgehen, ab 18 Uhr wurde auf dem Pariser Platz die Abschlußkundgebung mit Rednern und ähnlichem angesetzt.
Der Solarwalk ist für das ganze Gelingen von besonderer Bedeutung, weil durch ihn ein ausgewähltes Solarprojekt realisiert werden soll stellvertretend für die Verwirklichung der Energiewende. Das Prinzip ist ganz einfach: im Vorfeld der Demo sammeln die SolarwalkerInnen Geld, gespendet von z.B. Freunden, Familien oder Firmen, und als Gegenleistung erlaufen sie dafür die Strecke zwischen dem Kottbusser Tor und dem Pariser Platz. Die SolarwalkerInnen werden mit allen anderen DemonstrantInnen mitlaufen, aber für ihre Leistungen entsprechend gekennzeichnet. Um das Sammeln zu erleichtern, erhalten sie genaue Instruktionen, SammlerInnen-Bögen, Faltblätter etc. Im Falle dieses Solarwalks werden die Spenden an das Projekt Zukunftshäuschen gehen, eine angehende Projektwerkstatt in Zehlendorf, die sich eine Solaranlage kaufen will.
Daß die Energiewende mit noch viel mehr Kraftanstrengungen als ein wenig Laufen verbunden sein wird, haben sich wohl die RadlerInnen der zwei Sonnige Zeiten-Radtouren gesagt. Eine wird von Tschernobyl über Stettin nach Berlin, die andere in einem Gewaltakt mit bis zu 180 km am Tag von München nach Berlin führen. Am Ende münden beide rechtzeitig in die Berliner Auftaktveranstaltung und werden dann hoffentlich von einer riesigen Menschenmenge mit Sonnigen Grüßen in Empfang genommen.
Um diese Sachen realisieren zu können, werden noch jede Menge Leute gesucht, die Lust auf Spaß, Orga-Kram und viel Machen haben. Auch SolarwalkerInnen werden noch gesucht.
Zum Mitmachen und für Infos melden: Sonnige Zeiten c/o Jugendumweltladen der BUNDjugend, Jagowstr. 12, 10555 Berlin, Tel.: 392 82 80, Fax: 392 79 97, BUNDjugend.Berlin@BUND.net.
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