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Hintergrund: Lärm

Lärm als Umweltbelastung: Hörst Du noch was? Eigentlich ist es nur Schall: energiereiche Wellen, die unser Trommelfell zum Schwingen bringen. Und - einer unserer wichtigsten Sinne ist darauf abgestimmt: Töne. Wird dieser Schall nun aber unerwünscht, störend oder gar gesundheitsschädlich, so nennt mensch ihn Lärm und empfindet ihn als ziemlich unangenehm. Obwohl das Lärmempfinden ja bekanntlich sehr verschieden ausgeprägt ist - die einen gehen in die Disko und finden Geräusche im Lautstärkebereich von Preßlufthämmern zu leise. Die anderen stört der kleinste Fussel, der zu Boden schwebt.
Krank vor Lärm: Wer nicht hören will, muß fühlen! Geräusche können psychische Störungen hervorrufen, an den Nerven Zerren und die Widerstandsfähigkeit des Organismus schwächen, schwerwiegende Folgen sind möglich. Und nicht jedeR kann sich so erfolgreich gegen die störenden Einflüsse wehren, wie der Philosoph Immanuel Kant. Er kaufte seinem Nachbarn die Lärmquelle ab und verspeiste sie zum Mittag: es war der - natürlich morgens krähende - Hahn.
Alle machen ihn - jedeN stört er: Wie mißt mensch Störung? Der berühmte Arzt Robert Koch soll vor knapp einhundert Jahren gesagt haben: ,Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Cholera und die Pest." Mensch weiß, daß Lärm krank macht, aber mensch weiß auch, daß die Belästigung nicht objektiv gemessen werden kann, weil sie von den individuellen Toleranzen der einzelnen Menschen abhängt. Meßverfahren berücksichtigen zwar die subjektiven Höreigenschaften, aber die weiteren Berechnungen und Angaben sind nicht immer zum Besten der HörerInnen.
Ruhe!: Und wann dürfen Frösche quaken? Das Lärmproblem ist erkannt: Zum "Schutze der Bevölkerung" gibt es auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene zahlreiche Rechtsvorschriften, festgelegt ist - oft nach langen Gerichtsstreiten -, wann Hähne krähen dürfen, wo "Lärmschutzmaßnahmen" nötig sind und wann mensch auf Ruhe zu achten hat. Nur leider greifen viele dieser Vorschriften nur auf Ebenen, die nicht die Hauptbelastung darstellen. Gehen wirtschaftliche Interessen vor, wie zum Beispiel auf stark befahrenen Innenstadtstraßen, können Lärm- und Schadstoffwerte schon mal wegfallen.


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