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15 Jahre „Mobil ohne Auto“

Nicht nur „...auf meinem Fahrrad“

(tg) Auch dieses Jahr gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen und Projekte im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms „Mobil ohne Auto“ (MoA). Schon im letzten Jahr haben insgesamt fast eine Million Menschen an den verschiedenen Aktionen teilgenommen, dieses Jahr sollen es noch mehr werden. „Mobil ohne Auto“ gab es übrigens das erste Mal 1981, damals allerdings nur in der DDR.

1990 war das erste Jahr, wo die Aktion im gesamten Bundesgebiet stattfand. Das Ziel von MoA ist es, ein grundlegendes Umdenken in der Verkehrspolitik hin zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs zu erreichen. Außerdem soll jedem einzelnen klarwerden, wie gut es auch mit Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß vorwärtsgeht und wie man Autos z.B. durch Car-Sharing verantwortlich nutzen kann.

Die Gründe für eine solche Idee sind eigentlich klar: Der Autoverkehr schadet nicht nur der Natur, sondern auch uns selbst. Und das schon jetzt und unmittelbar. Für 70% des bundesweiten Ausstoßes von Kohlenmonoxid zum Beispiel, einem Gift, das unsere Leistungsfähigkeit senkt und Kopfschmerzen und Unwohlsein hervorruft, ist der Straßenverkehr verantwortlich. Ähnlich sieht es mit dem Ozon aus. Schon bei 70-100 mg Ozon pro Kubikmeter Luft treten oft Augenreizungen oder Kopfschmerzen auf. In Deutschland müssen Menschen vielerorts mit 180 mg oder mehr leben.

Wenn Kopfschmerzen vielleicht gerade noch zu ertragen wären, Tote sind es nicht. Bei Kindern und Jugendlichen jedoch ist die häufigste Todesursache der Straßenverkehr. Wenn man an die Zukunft denkt, wird es noch unangenehmer: 31% des Treibhausgases CO2 kommen von der Autoproduktion und dem weltweiten Straßenverkehr.

Es gibt jedoch auch noch eine soziale Seite: MoA soll Spaß machen und den Lebensraum Straße wiederbeleben, den das Auto mehr und mehr zerstört und schon zerstört hat. Die Straße soll von ihrer Funktion als bloße Verkehrsfläche wieder zu einem Erlebnisraum werden, wo man Leute trifft, einkaufen und sich erholen kann. So soll jeder wieder mehr Lebensqualität haben.

Dieses Jahr findet die bundesweite Aktionswoche vom 10. bis zum 16. Juni statt. In diesen Tagen sollen möglichst viele Menschen für den Autofreien Tag am 16. mobilisiert werden. Letztes Jahr gab es dafür zum Beispiel Baumpflanzungen, Infostände oder Diskussionen zu Verkehrspolitik. Außerdem schilderten mehrere Familien, die zuvor an einem Experiment „vier Wochen ohne Auto“ teilgenommen hatten, ihre Erlebnisse. Die waren übrigens meistens positiver als zuvor erwartet. Bei Preisausschreiben wurden umweltfreundliche Preise wie Bahnfahrkarten oder Fahrräder verlost. In den Städten gab es vielerorts Fahrraddemonstrationen. Dies und noch viel mehr soll auch in diesem Jahr stattfinden. Der Kern der Berliner Aktionen ist dieses Jahr eine Fahrradsternfahrt zum anschließenden Senatsumweltfest im Treptower Park. Die Sternfahrt beginnt am 9. Juni an acht Treffpunkten in den Außenbezirken. Start ist dort je nach Lage zwischen 10 und 12 Uhr. Dann soll es durch alle 23 Bezirke zum großen Stern gehen, wo sich alle Gruppen zur Weiterfahrt nach Treptow zum Umweltmarkt. Die Veranstalter hoffen im Falle guten Wetters auf bis zu 50 000 Teilnehmer. Sollte die Polizei die Genehmigungen nicht erteilen, erwägt der ADFC den Gang zum Verwaltungsgericht.

Aber die Fahrradsternfahrt ist nicht alles: Am 15. Juni findet das große Scotland-Yard-Spiel statt. Mehrere Teilnehmer sollen dabei testen, wie gut es mit dem ÖPNV in Berlin bestellt ist. Sowohl „Verbrecher“ als auch „Jäger“ dürfen sich nämlich nur mit Bussen und Bahnen bewegen. Am selben Tag von 11-16 Uhr wird es auf der Radrennbahn Weißensee ein Solarbike- und Liegeradrennen geben, einen Tag später findet dann das große Straßenfest „Mobil ohne Auto“ am Brandenburger Tor statt. Beginn ist hier um elf Uhr; den Besucher erwarten unter anderem ein Rennen von Solarrädern und Velomobilen sowie natürlich viele Informationsstände der Umweltorganisationen und eine Menge Unterhaltung.

Infos bei der BUNDjugend – auch nach MOA geht es weiter! Tel. 392 82 80


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