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S.C.H.N.Ü.S.S.

Norden und Süden gemeinsam entwickeln

(kl) Da ist es wieder passiert. Der nunmehr dritte entwicklungspolitische Jugendkongreß mit dem eigenartigen Namen "Schnüss" hat über Ostern diesen Jahres wieder ein mal eine Reihe von Jugendlichen - dieses Mal im Bielefelder Oberstufenkolleg - gefesselt. Neu war bei diesem Schnüss, daß internationale TeilnehmerInnen dabei waren. Sie konnten mit ihren Ansichten und Erfahrungen einem "Eine Welt"-Kongreß für Jugendliche die richtigen Voraussetzungen für den diesjährigen Schwerpunkt "Norden und Süden gemeinsam entwickeln" zu ermöglichen.

Veranstaltet wird der Schnüss von dem Eine-Welt-Jugendnetzwerk (EWJN), dem Internationalen Christlichen Jugendaustausch (ICJA) und der Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt Läden (AG3WL). Dieser Kongreß sieht sich als Austauschforum über internationale und entwicklungspolitische Arbeit und erweitert damit dessen Spektrum über die reine Jugendumweltarbeit hinaus. Bereits Aktive können sich dort mit anderen vernetzen, Neu-EinsteigerInnen das ABC der EineWelt-Problematik erfahren. Da dieses Thema jedoch so unwahrscheinlich umfassend ist, lernen selbst "Alte Hasen" Neues hinzu. "Ach, ja, das hab ich auf dem Schnüss gelernt." Ein Satz, der des öfteren von den TeilnehmerInnen im nachhinein zu hören ist. So ist das nämlich mit diesen Kongressen, irgendwie prägen sie ihre "Teilis" (Richtig, auch für TeilnehmerInnen gibt es wieder eine Abkürzung.).

Neben einem inhaltlichen Programm bot der Schnüss Abwechslung durch diverse Bands und genügend Freizeit, um sich mit den Kongreßteilis auszutauschen. Auch gab es wie bei manch anderen Kongressen ökologisch-vollwertig-vegetarisches Essen zubereitet von der niederländischen Kochgruppe "Mampfmobil". Bei diesem waren die Mahlzeiten jedoch exotisch-international und daher für manch eineN ungewöhnlich und schwer verdaulich.

Inhaltlich wurde das diesjährige Thema (leichter verdaulich strukturiert) in vier verschiedene Themensträngen aufbereitet: Rassismus, Nachhaltigkeit, Frauen in der Dritten Welt und Norden und Süden gemeinsam entwickeln/Fairer Handel. Die ersten paar Tage wurde für die Themenstränge vorbehalten, die darauffolgenden für Ländertreffen, freie bzw. Praxis-Arbeitskreise und Grundlagen-Arbeitskreise wie Finanzen und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Auch ein "Ratschlag" mit allen Anwesenden über die zukünftigen Projekte und Arbeit des Eine Welt- Jugendnetzwerkes fand statt.

Für die OrganisatorInnen des Kongresses war es wichtig, daß die TeilnehmerInnen nicht nur dank der Arbeitskreise über die Hintergründe und existierenden Projekte informiert, sondern auch für zukünftige Eine-Welt-Arbeit durch zum Beispiel die Grundlagen-Ak´s gewappnet wurden. Solch ein Kongreß soll also nicht nur weiterbilden. In dessen Fähigkeit zu Motivieren, zu Neuem Anzuregen, Menschen und Wissen zu Vernetzen liegt seine eigentliche Stärke. Ein Aspekt, dessen Umsetzung sicherlich stetiger Verbesserungen bedarf.

In Berlin haben jedenfalls die Bemühungen der OrganisatorInnen gefruchtet. Auf dem Ländertreffen der BerlinerInnen hat sich eine Gruppe gefunden, die von einem Vortrag über "Behinderung und Dritte Welt" so beeindruckt waren, daß sie beschlossen sich zu Hause weiterhin zu treffen. Als nächstes haben sie eine Referentin eingeladen, die ihnen ein Projekt in Ecuador vorstellen wird. Bei diesem Projekt geht es hauptsächlich um Prävention, also Vorbeugung, um Behinderungen und Krankheiten zu verhindern. Schon Kleinigkeiten können hierbei helfen, Hygieneartikel und Schutzimpfungen sind bereits eine große Hilfe.

Auch nächstes Jahr soll wieder ein Schnüss stattfinden. Das Thema ist allerdings noch unbekannt! Auf dem letzten Kongreß wurden aber bereits ganz spannende Themen gesammelt, die dann von der Vorbereitungsgruppe besprochen und ausgewählt werden. Und vielleicht werden dann auf dem nächsten S.C.H.N.Ü.S.S. die BerlinerInnen über ihr Projekt referieren können.

Wer bei der Berliner Gruppe mitmachen möchte, der/die melde sich doch mal bei: Heide Schinowsky, 030/392 82 80 im Jugendumweltladen der BUNDjugend, Jagowstraße 12, 10555 Berlin, BUNDjugend.Berlin@BUND.net. Auch gibt es bei der BUNDjugend bald einen neuen Arbeitskreis Eine Welt, für Interessierte ist Katharina Rohn die Kontaktperson, Tel.: 030 /442 21 23. Wer sich bei dem nächsten Schnüss organisatorisch einbringen möchte, kann sich genauer unter: JANUN e.V., Goebenstraße 3a, 30161 Hannover, Tel.: 0511/394 04 15, JANUN.Nds@oln.comlink.apc.org informieren.


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