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Schulische Umweltbildung

Gestern in - heute geht's dahin

(es) Wer im Moment an Schulpolitik denkt, dem kann eigentlich nur eine Sache in den Sinn kommen: der große Rotstift. Das sah vor knapp drei Jahren noch etwas anders aus, da hatte man noch Pläne. Damals wurden von dem Berliner Senat zwei Dinge ins Leben gerufen, von denen man sich in bezug auf eine verstärkte Umweltbildung an den Berliner Schulen einiges erwarten konnte. Zum einen war dies ein Modellversuch, an dem 20 Berliner Schulen teilnahmen und zum anderen eine Kommission, bestehend aus Vertretern des Senates, verschiedener Verbände und anderer Institutionen. Beide sollten neue Möglichkeiten in unserem etwas Schulsystem entwickeln.

Bei so manch einem werden nun wohl schon Träume von einem freien Unterricht ohne Klausuren und einengenden Noten wach. Doch die Realität sieht etwas anders aus, da hier ja auch etwas griffiges, zu realisierendes herauskommen sollte. Viel zusätzliche Arbeit – das sei vorweg gesagt – verursachte jedenfalls beides für die teilnehmenden Personen. Und so dürfte man sich auch einiges erwarten.

Der Modellversuch „Schulische Umweltbildung im Ballungsraum des wiedervereinigten Berlins“ (SchUB) ist ein Schulversuch, bei dem insgesamt 20 Schulen verteilt über das gesamte Stadtgebiet teilgenommen haben. Dabei waren die einzelnen Schulen ganz unterschiedlich beteiligt. Bei einer war die ganze Schule eingebunden, bei einer anderen wiederum war es nur ein Lehrer und eine Klasse, die direkt mit dem Schulversuch zu tun hatten. Dabei waren alle Schultypen beteiligt.

Die Frage dabei war: Welche Bedingungen müssen Organisationsmodelle erfüllen, damit sie Umweltbildung fächerübergreifend als Unterrichtsprinzip nach den je schuleigenen Voraussetzungen realisieren können? Die Fragestellung klingt kompliziert und eröffnet verschiedene Vorgehensweisen. So können „Leitfächer“, die Themen bestimmen und die Koordination übernehmen oder aber auch die Einrichtung eines Schulfaches „Ökologie“ die Lösung sein. Denkbar ist auch, in den verschiedenen Fächern an einem „Leitthema“ parallel zu arbeiten.

Die „Ressortübergreifende Kommission zur Förderung der Umwelterziehung in Berlin“ dagegen sollte zunächst inhaltliche und organisatorischen Anforderungen an eine Umwelterziehung formulieren. Hierbei war das Interessante die Zusammensetzung der Kommission: Die Herkunft der Mitglieder reichte von der Schulbank bis hin zum Sessel in der Senatsverwaltung. Um die Forderungen griffig zu machen, entschied man sich sehr bald für die Erstellung eines Berichtes, der beispielsweise auf den Inhalt der Rahmenpläne oder die Ausbildung der Lehrer eingeht. Auch sagt man etwas über das Umfeld der Schüler, die „Umweltfreundliche Schule“ etwas aus.

In der dreijährigen Arbeit wurden somit viele Erfahrungen in beiden Projekten zusammengetragen. Sehr viel praktische Erfahrung in der Anwendung von fächerübergreifenden Unterrichtsprojekten wird sicher der Modellversuch „SchUB“ mit sich gebracht haben. Auch sind die vielen Broschüren, die hierbei erarbeitet wurden, eine gute Arbeitsgrundlage für spätere Versuche einer umfassenden Umweltbildung. In diesen sogenannten „AnSchUB“-Zeitschriften sind zum Beispiel die Ergebnisse von einer durchgeführten „Zukunftswerkstatt“ oder einem Verkehrsprojekt dargestellt.

Leider ist eine entsprechende politische Reaktion bei der derzeitigen Haushaltssituation des Senates nicht zu erwarten. Somit ist ersteinmal nur eine direkte Perspektive für die Zukunft bei den beteiligten Personen abzusehen: Die Vernetzung zwischen den Schulen kann auch über den Modellversuch hinaus eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit sich bringen und die gesammelten Erfahrungen können hierbei weitervermittelt werden. In jedem Fall sollte man nun politisch agieren, wobei der Kommissionsbericht eine gute Grundlage bietet. Das Thema Umweltbildung darf nicht unter den Tisch fallen. Sei es vom Senat beispielsweise in Form einer Weiterarbeit der Kommission oder eines neuen Schulversuches gewünscht oder nicht.


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