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Großstadt Berlin

Lebensraum – Lebensfeind

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(la) Die große graue Stadt – angefüllt mit Lärm und Gestank, kein Grün und die alles vereinzelnde Anonymität schwebt drohend über dem Smog. Sie ist unersättlich, verschlingt Unmengen an Lebensmitteln, Raum, Grün und sozialen Kontakten. Und sie produziert: Müll, Abgase, Abwasser, Straßen. Und doch kann mensch sich ihrem Bann nicht entziehen.

Viele Menschen verlassen Haus und Hof, nur um aus dem Kleinstadtmilieu zu entkommen. In der Stadt treffen Kulturen zusammen und in einer solchen großen Stadt wie Berlin erst recht.

Städte waren schon immer Treffpunkte, Orte des Handels und der Repräsentation. Die Stadt wächst, verändert sich und ihre Grenzen, und auch die Menschen in ihr machen einen Wandel durch, sind sie doch auf Gedeih und Verderb an den Riesen gebunden.

In unserem „Bauzeitalter“ tut sich besonders in Berlin etwas. Allein die Veränderungen nach der Wende brachten genug Unruhe in die Stadt. Seit dem Beschluß, Hauptstadt zu werden, scheint Berlin einen kleinen Kollaps erlitten zu haben... Grund genug für uns, mal zu schauen, was den Lebensraum Stadt so ausmacht – oder ob die Stadt immer lebensfeindlicher wird oder gar schon ist.

Dabei sind wir auf Großbaustellen gestoßen, die mit Festen „ausgeschmückt“ werden, aber auch auf Kieze, in denen mensch noch mal mit Nachbars Kaffee trinkt. Wir haben uns mit Stadtbrachen und dem öffentlichen Personennahverkehr auseinandergesetzt und sind auf interessante Entwicklungen gestoßen.

Berlin – unsere Stadt (oder bald nicht mehr unsere?) hat so viele Seiten, von denen mensch einmal schauen müßte, um all ihre Facetten wahrzunehmen. Ein paar beleuchten wir, in der Hoffnung, auf weitere neugierig zu machen.

Die Artikel:

Juckreiz „Produzent“ Stadt: ...was vom Tage übrigbleibt
Nicht erst mit dem Mauerbau wurde Berlin zur Insel, allein durch das immer stärkere Anwachsen zur Großstadt und der relativ konstanten Besiedlungsdichte des brandenburgischen Umlandes entwickelte sich ein Gefälle. Von den Lieferbedingungen stand Berlin ganz gut da, das Grundwasser fließt ständig nach, die Lebensmittel werden geliefert, Grün hat mensch auch auf der Großstadtinsel. Doch wohin mit dem Rest? Müll, Abwasser, Abluft, Verkehrsströme. Entsorgungsprobleme gibt es in allen Bereichen. Von den Kosten einmal abgesehen, leidet darunter vor allem das Umland und die, die den Müll „in die Hand gedrückt“ kriegen.

Juckreiz Die Stadt expandiert: Der Bau auf der grünen Wiese
Seit dem sich Berlin zur Großstadt entwickelt und die Randdörfer eingemeindet wurden, gibt es die Bestrebungen, in die grünen, ruhigen Außenbezirke. Wer es sich leisten kann, zieht raus aus dem lauten Großstadtmief, weg von den lauten Straßen. Auch in Berlin sind ganz starke Unterschiede zwischen den Stadtbezirken festzustellen – der Preis der Wohnlage richtet sich sehr stark auch nach dem Grünanteil in der Umgebung.

Juckreiz Lebensraum PotsdamerPlatz?: Häschen in der Grube
Die größte innerstädtische Baustelle Europas, der Bereich rund um den Potsdamer Platz, war in diesem Sommer Mittelpunkt des Interesses: Im Rahmen der „Schaustelle“ konnte man alles nun einmal von nahem betrachten. Zusätzlich zu den Besichtigungsrundgängen, Busrundfahrten und Führungen wurden 800 Stunden Showprogramm geboten. Ziel dieser kostspieligen acht Wochen war es, das Verständnis für die Unannehmlichkeiten zu wecken. Wie auch in den Ausstellungsräumen der Info-Box kamen kritische Stimmen dabei nicht zu Wort.

Juckreiz Gleisdreieck und Schöneberger Südgelände: Oasen zwischen Baukränen
Der Fortbestand von Freiflächen und Grünflächen im speziellen ist zur Zeit in Berlin durch das Baugeschäft mehr gefährdet als je zuvor. Vor allem die Brachflächen, die nicht ausdrücklich im Flächennutzungsplan als Grünflächen ausgewiesen sind, sind von der Bebauung und der daraus folgenden Zerstörung bedroht. Stadtbrachen haben im Gegensatz zu gepflegten Parkanlagen eine spezielle und oft ungewöhnliche Flora und Fauna, die sich nur entwickeln konnte, weil die Natur sich selbst überlassen wurde. In Berlin gibt es eine Menge solcher Stadtbiotope. Die größten und sicher bekanntesten sind das Gleisdreieck und das Südgelände.

Juckreiz Zukunftsfähige Entwicklung Wege in die Stadt von morgen
Immer mehr Menschen leben in Städten und ihre Probleme werden immer gravierender. Die Verdichtungsräume nutzen die Ressourcen des Umlandes einseitig aus, sie verbrauchen saubere Luft, sauberes Wasser und Nahrungsmittel und geben dafür Müll zurück. Auch in den Ballungsräumen selbst werden die Schwierigkeiten immer größer: Lärm und Luftverschmutzung; Anonymität und steigende Kriminalität; Armut und Obdachlosigkeit sowie die immer weiter ausartende Zersiedelung in der Peripherie.

Juckreiz Berlin teilt sich auf: ... und wird die Stadt der vielen Zentren
Bei der Betrachtung der Struktur einer Stadt gibt es verschiedene Dinge, die fast überall anzutreffen sind. So ist es auch ein Merkmal, daß eine Stadt ein fest definiertes Zentrum hat, welches den Mittelpunkt des gesellschaftlichen und kommerziellen Lebens darstellt. Drum herum gibt es dann große Flächen, die zum Wohnen dienen oder für industrielle Zwecke genutzt werden. In Berlin finden wir dieses Bild einer normalen deutschen Stadt allerdings nicht an. Aufgrund historischer Gegebenheiten, aber auch alleine wegen seiner Größe gibt es in fast jedem Stadtteil zusätzliche Zentren, die das besondere Bild dieser Weltstadt prägen.

Juckreiz Mitten in der Stadt: Kieze – hier spielt nämlich die Musike!
Prenzlauer Berg, Kollwitzplatz. Es ist Abend, die Sonne lugt noch über die Kastanienbäume, ein lauer Wind fährt Dir durchs Haar. Kinder spielen Hopse und malen mit Kreide auf die Straße. Im Tante-Emma-Laden wird die Auslage umgeräumt, Menschen sitzen im Cafè und genießen die Abendstimmung. An der Ecke steht ein Punkt und unterhält sich mit einer netten alten Dame, im zweiten Stock werden Fenster geputzt. Hier ist der Kiez, die Stadt in der Stadt. Alles ist nett. Verklärte Romantik von Großstadtneurotikern oder Hoffnung für eine Dezentralisierung der Großstadt?

Juckreiz Städtische Mobilität: Auch ohne Auto mobil von Tür zu Tür
In einer Großstadt wie Berlin ist ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz als Alternative zum Individualverkehr ein wichtiger Faktor. Allein aufgrund der engen Straßenschluchten würden wir es uns vom Platz her nicht leisten können, daß jeder ein Auto besitzt. Die autogerechte Stadt dagegen, in der nur das Auto zählt, ist nur noch ein Traum von wenigen. Ökologische Probleme haben uns in die Grenzen gewiesen. Was aber macht nun ein gutes Nahverkehrsnetz aus? Und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, daß es auch für möglichst viele Bevölkerungsgruppen attraktiv wird?

Juckreiz Weitergehen! Lesestoff und Adressen
Für alle, die noch mehr wissen wollen.


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