Juckreiz-Logo Juckreiz – Die Jugendumweltzeitung aus Berlin

Jubiläum der BUNDjugend

Vorwärts immer, rückwärts nimmer?

(je/be) Alle Menschen, die sich im Umweltschutz engagieren, haben irgendwann einmal damit angefangen. Das verhält sich nicht nur mit Einzelpersonen so, sondern auch Verbände, Initiativen und Gruppierungen wurden einmal gegründet. Diese Ereignisse an sich rücken dann im täglichen Leben stark in den Hintergrund: immer neue Anforderungen und regelmäßige Aktivitäten der täglichen Arbeit lassen uns unsere Ursprünge nahezu vergessen. Aber eben nur nahezu. Die alte Tradition, bestimmte Etappen seines Lebens zu feiern, läßt in diesem Jahr die Jugend des BUND auf ihre Anfänge zurückblicken.

Jene Anfänge liegen nunmehr zehn Jahre zurück und auch wenn das nicht viel zu sein scheint, so sind doch zehn Jahre für die meisten von uns mehr als ein halbes Leben! Die Zeit kann viele Spuren verwischen, aber zehn Jahre haben zum Glück nicht ausgereicht, um den Kontakt zu den einstigen Gründern zu verlieren.

Einige von ihnen sollen hier Erwähnung finden: Carsten Sperling, vielen, auch jungen, MitstreiterInnen noch bekannt als Umweltliedtexter, Aktivist des legendären AUFTAKT-Festivals und bis vor kurzem unermüdlicher Redakteur des Berlinjournals in der „Natur und Umwelt“, der Mitgliederzeitschrift des BUND, Jens Rolff ist als ewiger Berliner und bundesweiter BUNDjugend-Funktionär (ohne jegliche negative Auslegung!) in die Annalen eingegangen, Hanno Pichl, dessen größter Verdienst (nach der Gründung der BUNDjugend Berlin) es war, Brücken über die Landesgrenzen hinaus zu anderen Jugendumweltorganisationen zu schlagen, Wolfgang Winkler, der in seiner aktiven Zeit immer der Berliner BUNDjugend mit Rat und Tat zur Seite stand und weiterhin ist als Gründungsmitglied ein Herr Stefan Bundscherer überliefert, kein geringerer als der amtierende Geschäftsführer des Berliner Landesverbandes.

Also diesen erwähnten Leuten und weiteren haben wir die formelle Gründung der BUNDjugend Berlin am ersten September 1986 zu verdanken und was noch viel wichtiger, viel grundlegender ist, den Aufbau eines unabhängigen, umweltpolitisch engagierten und lebendigen Jugendumweltverbandes.

Zwei Jahre dauerte der Aufbau, in dem sich die Berliner hauptsächlich durch die Beteiligung an bundesweiten Aktionen, wie DEA- und TEXACO-Boykott sowie MoA, profilierten.

Der erste große lokale Erfolg fällt in das Jahr 1988. Unter der damaligen rot-grünen Regierung wurde unter Mitwirkung der BUNDjugend der Bau eines Autobahnzubringers Marienfelde und eines neuen Grenzüberganges Schichauweg verhindert. Wolfgang erinnert sich:“ Da habe ich mein erstes Flugblatt geschrieben.“

Ein weiteres bewegendes Moment dieses Jahres war eine Ko-Aktion mit Robin Wood in der Tegeler Fußgängerzone. Hier wurden tote Weihnachtsbäume ausgestellt. In diesem Jahr ist der Würfel wohl sozusagen gefallen und die BUNDjugend Berlin entwickelte sich prächtig.

Die Befreiung aus der Isolation durch die osteuropäischen Umschwünge ermöglichte erstmals eine EYFA- (European Youth Forest Action) Bike-Tour über Berlin mit Hanno Pichl im Orga-Team. Aber nicht nur die neue Freiheit Westberlins prägten die folgenden Jahre sondern auch der Zuwachs von urst schauen Leuten. Heute sitzt die BUNDjugend zwar im Westteil der Stadt, ist aber sehr gut von „Ostberlinern“ frequentiert. Und zwar nicht nur solchen, die mal vorbeischauen, sondern vor allem solchen, die sich hier engagieren.

Ein großer Meilenstein der Berliner BUNDjugend-Geschichte ist ohne Frage die Total Tote Dose 1992, welche von der Tote Dose 1992, welche von der S.A.U. initiiert und von der BUNDjugend unterstützt monatelang unsere Arbeit, unsere Finanzlage, unsere Geschäftsstelle und den Dachboden der Greifswalder Str. 190 sowie einen Tag lang das Berliner Stadtbild prägte – das Brandenburger Tor wurde mit 50.000 Getränkedosen verhängt, um zu demonstrieren, welche Unmengen an Einwegmüll unnötig entstehen.

Bei der BUNDjugend finden sich vor allem Arbeitskreise zu den verschiedensten umweltpolitischen Themen, auch eine Kindergruppe und praktische Arbeitskreise sind vertreten.

Außerdem haben bei der BUNDjugend zahlreiche Projekte ein Dach gefunden – so auch die Redaktion des Juckreizes, die Kochgruppe Kürschkern und andere. So ist immer etwas los und für (fast) jeden etwas dabei.

Wer mehr über die BUNDjugend wissen möchte, einfach einen schönen und informativen Nachmittag haben will oder abends Lust auf eine Party hat, der ist herzlich eingeladen zum zehnjährigen Jubiläum der BUNDjugend Berlin zu kommen. Ohne Frage stehen Euch auch sonst alle Türen bei uns offen.

Auf unserem Jubiläum kann man die Aktiven und den Laden kennenlernen. Zeit für einen kleinen Schwatz wird neben den vielen Angeboten allemal sein.

Am Samstag, dem 12. Oktober 1996 ist es dann soweit. Dann wird es das kleine Fest geben, auf dem noch mehr aus der Geschichte des Verbandes zu erfahren ist, sich die Projekte vorstellen, es Angebote für Kinder geben wird und als Abschluß man natürlich fleißig feiern wird.

Gefeiert wird im Jugendumweltladen der BUNDjugend, Jagowstraße 12, 10555 Berlin, Telefon 392 82 80, Fax 392 79 97, BUNDjugend.Berlin@BUND.net


Juckreiz Zurück zum Inhalt von Juckreiz #15
Juckreiz Inhalte Juckreiz Service Juckreiz Wir Juckreiz Abo

Impressum