Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Das Volksbegehren gegen den Ausbau der Havel ist gescheitert, 80.000 gültige Stimmen hätten gegen das Projekt abgegeben werden müssen, zusammengekommen sind nur 58.306. Gegner des 4,7 Milliarden teuren Projektes, das den Havelausbau für die Verbindung von Hannover und Berlin für größere Schiffe vorsieht, befürchten Umweltschäden. Wenn das Begehren erfolgreich gewesen wäre, hätte sich der Landtag erneut mit dem Thema befassen müssen. Nun wollen die Verbände und Bündnis 90/Die Grünen wenigstens die Planung des Projekts beeinflussen.
Nachdem die Einwendungsfrist zum Transrapid-Raumordnungsverfahren in Mecklenburg-Vorpommern abgelaufen ist, sieht es aufgrund der Vielzahl der Einwendungen recht gut für eine öffentliche Anhörung aus. Bei dieser werden es die Planer der Magnetschwebebahn voraussichtlich schwer haben, da der Bau des Transrapides im Gegensatz zur bereits begonnenen Küstenautobahn A 20 von der Bevölkerung äußerst wenig akzeptiert wird. Viele Naturschutzgebiete sind betroffen, mal von den Kosten des Baus ganz abgesehen. Unser Umweltsenator, Peter Strieder, hat sich allerdings für den Bau ausgesprochen.
Umwelt- und Verbraucherschützer starten Kampagnen gegen genmanipulierte Sojabohnen aus den USA. Während der Chemiekonzern Monsanto vor hat, diese Bohnen ungekennzeichnet auf den Markt zu bringen, versuchen Gegner der Gentechnik Industrien zu überzeugen, die Lieferungen mit gentechnisch verändertem Soja zu verschmähen.
Auch mit genmanipuliertem Raps hatte Monsanto wenig Erfolg, denn ein Freilandversuch der amerikanischen Firma, bei dem die norddeutschen Bodenverhältnisse für Genraps getestet werden sollten, im niedersächsischen Oberborgen wurde von Gentechnik-Gegnern, darunter viele AnwohnerInnen, verhindert.
Sie befürchteten Langzeitschäden für die Umwelt und besetzten den Acker zeitweise. Nach einer Woche gab Monsanto auf, jedoch werde die Firma im nächsten Jahr einen neuen Anlauf starten.
Ab dem Frühjahr 1997 soll es in der S-Bahn erstmals wieder Abteile der ersten Klasse geben. Die Teststrecke soll die Wannsee-Linie S1 werden. Sollte sich das Vorhaben als unnütz erweisen und sich nicht rechnen, so könnte die S-Bahn Berlin GmbH die Abteile ohne Probleme wieder umbauen. Ferner müssen die Berliner beim Verkehrsverbund mit Brandenburg mit ein paar Überraschungen beim Tarifsystem rechnen, so der Chef der S-Bahn Berlin GmbH, Axel Nawrocki.
Ab April 1997 wird es in Berlin ein Fahrrad-Taxi geben. Moderne Räder die mit einem Anhänger für zwei Personen ausgestattet sind, werden vor allem Touristengebiete, aber möglichst auch alle anderen Bereiche Berlins bedienen. Eine Fahrt von der Siegessäule zum Alexanderplatz soll ca. 3,50 DM kosten und ist damit eine akzeptable Alternative..
Die erste öffentliche Erdgastankstelle ist eröffnet. Wenn es nach dem Umweltsenator und den Gaswerken geht, sollten bald recht viele Fahrzeuge mit Erdgas betrieben werden, denn sie blasen erheblich weniger Abgase in die Luft als Benzin- und Dieselfahrzeuge. Bis 1998 sollen zehn Gastankstellen eröffnet werden. Einer der Nachteile von Erdgasfahrzeugen neben dem höheren Anschaffungspreis sei der hohe Verbrauch. Eine Füllung reiche nur für 130 bis maximal 200 Kilometer, die Gasag spricht dagegen von 250 Kilometern Reichweite. Insgesamt sind aber bislang nur wenige Fahrzeuge mit Erdgas im Einsatz.
Die erste legale Ernte von Cannabis sativa in Brandenburg hat begonnen. 1982 verbot das Bundesgesundheitsamt den Anbau, doch seit einem Jahr ist zumindest für rauschmittelarme Sorten, deren Gehalt an Tetrahydrocannabiol (THC) unter 0,3% liegt, wieder erlaubt. Inzwischen bauen 568 Bauern Cannabis auf ihren Äckern an. Doch neben der Ernte und Konservierung des Hanfes ist auch die Verarbeitung relativ schwierig. Frühestens in zehn Jahren sei die Verarbeitungstechnologie so weit, daß qualitativ hochwertige Produkte aus Hanf hergestellt werden können. In Brandenburg wurde daher ein Naturfaserbund gegründet, um die Verarbeitungsmethoden voranzubringen.
Der diesjährige Jugendumweltkongreß (JUKß), der von den Jugendumweltverbänden und den freien Projektwerkstätten organisiert wird, wird sich mit den Thema Energie auseinandersetzen. Es geht dabei vor allem um Dezentralisierung und Wege zur Energiewende. Der JUKß findet vom 27.12.1996 bis zum 2.1.1997 in Potsdam statt. Er ist nicht nur inhaltliches Forum der Jugendumweltbewegung, sondern bietet auch die Möglichkeit, einmal hineinzuschnuppern und Leute und Projekte kennenzulernen. Auch eine große Silvesterfete, eine Aktion und Arbeitskreise sind in Planung.
Baldige Anmeldung ist anzuraten, weil es in diesem Jahr eine Teilnahmebeschränkung geben wird. Gesucht werden auch noch MitstreiterInnen für die Vorbereitungsgruppe vor Ort.
JUKß Büro, (nicht mehr aktuell), WWW: http://www.jugendumweltkongress.de
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