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Gifte im Trinkwasser

Berliner Wasser – Alles klar?

(sp) Die Stiftung Warentest hat Alarm geschlagen: In vielen der von „Test“-LeserInnen eingeschickten Trinkwasserproben wurden Bleibelastungen gefunden, die zum Teil sehr deutlich über den zulässigen Grenzwerten lagen. 10 Prozent der Proben wiesen einen erhöhten Bleigehalt auf, weitere 5% überschritten sogar den (viel zu hohen) Grenzwert von 40 Mikrogramm Blei pro Liter. Berlin liegt dabei mit knapp 10 Prozent der Proben mit unzulässiger Bleibelastung im unangenehmeren Bereich, Potsdam ist mit 20 bis 30 Prozent sogar noch schlimmer dran. Hauptgrund für die Belastung sind Bleirohre, die in vielen älteren Hausinstallationen verwendet wurden und oft auch von den Wasserwerken als Anschlußleitungen verwendet wurden.

Das Ergebnis ist läßt zwar nicht verallgemeinern (die Proben wurden nicht systematisch ausgewählt), zeigt aber, daß Bleirohre schnell zu Grenzwertüberschreitungen führen und unbedingt etwas getan werden muß. Denn Blei ist besonders für Kinder gefährlich: Bereits geringe Mengen können zu Konzentrationsstörungen führen und die Denkfähigkeit mindern. Deshalb sieht der Entwurf für die neue EU-Trinkwasserrichtlinie eine Senkung des Grenzwertes auf zehn Mikrogramm pro Liter vor – mit einer Übergangszeit von 15 Jahren. Vorerst hilft also nur, gegen den Vermieter zu klagen und bis zum Austausch der Bleirohre viel Wasser durchlaufen zu lassen: Das Blei löst sich vor allem, wenn das Wasser in den Rohren steht. Leckerer Frühstückskaffee.

Auch andere unerwünschte Stoffe finden sich im Trinkwasser – für sie gelten allerdings keine Grenzwerte: Medikamente und deren Abbaustoffe. Der erste Fund in Deutschland stammt übrigens aus Berlin.

Mehr im Artikel Arzneimittel im Trinkwasser: Konzentrationen unterhalb aller Wirkschwelle.


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