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Das Wendland in Aufruhr

Der Castor kommt – Wir kommen auch!

(tp) Jetzt ist es raus: In der Woche vom 3. bis zum 7. März dieses Jahres rollt der nächste Castor-Transport ins Zwischenlager nach Gorleben. Wieder wird sehr gefährlicher Atommüll durch ganz Deutschland transportiert, den ein gigantisches Polizeiaufgebot begleitet. Die Vorbereitungen der Polizei, des Bundesgrenzschutzes (BGS) und der Anti-Atom-Bewegung laufen bereits auf Hochtouren...

Nach offiziellen Angaben wird dieser Transport der vorerst letzte bis zu den nächsten Landtagswahlen in Niedersachsen im Frühjahr 1998 sein, um die teuren Proteste der nächsten Landesregierung zu überlassen und das politisch heiße Eisen nicht länger anfassen zu müssen. Dafür wird der aber noch mal richtig gewaltig, denn insgesamt sechs (!) der Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus Neckarwestheim, Gundremmingen und aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague sollen im Wendland zwischengelagert werden.

Die Behälter und jeweiligen Begleitzüge des Bundesgrenzschutzes kommen aus drei verschiedenen Richtungen per Bahn. Sie treffen ypsilonförmig noch vor der Landesgrenze Niedersachsens zusammen und fahren in einem geschlossenen großen Konvoi gemeinsam nach Gorleben. Das letzte Stück (20 km) muß der Konvoi auf der Straße fahren. Die bisherige Einsatzplanung der Polizei sieht nur einen Tag für diese Strecke vom Verladekran in Dannenberg bis zum Zwischenlager in Gorleben vor. Allerdings rechnet sie gleichzeitig auch damit, daß mit steigender Behälterzahl auch der Widerstand in der Bevölkerung wächst. Deshalb werden auch bei diesem Transport (wie im letzten Jahr) wieder ungefähr 19.000 PolizistInnen und BundesgrenzschützerInnen zum Schutz der Atomkraft im Einsatz sein und gleichzeitig ihre Gesundheit aufs Spiel setzen: Ein nur kurzer Aufenthalt neben den trotz relativ guter Abschirmung enorm strahlenden Behältern sorgt für die Jahresmaximumdosis an zulässiger Strahlenbelastung..

Was bei einem eventuellen Unfall passiert, daran wagt niemand zu denken. Um die gefährlichen Transporte zu verhindern und zu signalisieren, daß die Atomkraft kein Weg für die Zukunft ist, formiert sich breiter Widerstand.

Beim ersten Castor-Transport waren schon 6.000 Menschen auf den Straßen. Vom Bauer bis zum Bürgermeister, unterstützt von Leuten aus dem ganzen Bundesgebiet.

Als im Mai 1996 der zweite Castor nach Gorleben kam, protestierten schon 10.000 AtomkraftgegnerInnen, Jetzt müssen noch mehr Leute auf die Straße!

Dazu gibt es die Kampagne „X-Tausendmal Quer“. Sie will möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich auf die Proteste gegen den Transport vorzubereiten. Im einzelnen heißt das, Ängste vor der Konfrontation mit der Polizei abzubauen, das Verhalten in einer Bezugsgruppe zu erproben und Varianten des gewaltfreien Widerstandes kennenzulernen. Wichtig ist für Interessierte, daß sie das Prinzip der Gewaltfreiheit achten (auch gegenüber der Polizei!), ihre persönlichen Grenzen kennen und Ansprechpartner für weitere Informationen haben. Deshalb kommen jetzt zum Schluß die wichtigsten Adressen, wo es noch mehr Informationen gibt:

Kampagne „X-Tausendmal Quer“, Dorfstraße 30, 29462 Blütlingen, Tel.: 05843/7527

Verdener Umweltwerkstatt, Herrlichkeit 1, 27283 Verden, Tel.: 04231/81046, Fax: 81048

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V., Drawehner Straße 3, 29439 Lüchow, Tel.: 05841/4684

Castor-Nix da-Kampagne


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