Juckreiz-Logo Juckreiz – Die Jugendumweltzeitung aus Berlin

Ökos

Frauen – die besseren Umweltschützerinnen?

(la) Eine kürzlich veröffentlichte Studie über den Anteil von Frauen in Umweltverbänden ließ doch staunen. Zwar beträgt der Anteil von Mitgliedern in den „großen“ Umweltverbänden wie BUND und NABU fast fünfzig Prozent, in den Vorstandsebenen wird es aber auch hier dünner, es gibt nur wenige Geschäftsführerinnen. Sind Frauen nicht aktiv, engagieren sie sich nicht oder wie ist dieses Ergebnis zu erklären?

Frauen mögen zwar in den Vorständen weniger vertreten sein, auf Orts- und Kreisgruppenebene zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Viele Gruppen sind von Frauen gegründet worden, häufig bestehen Gruppen auch überwiegend aus Frauen. Lokales Engagement scheint deutlich attraktiver für Frauen zu sein. Oder sie gehen gleich in Frauenorganisationen, wie zum Beispiel Terre des femmes. Denn gerade solchen Organisationen ist es zu verdanken, daß in den Papieren zur Lokalen Agenda 21 die Rolle der Frauen im Umweltschutz gewürdigt wird. In der Lokalen Agenda, die nach dem Weltklimagipfel in Rio entstand, geht es darum, Städte und Gemeinden so zu gestalten, daß Natur und Ressourcen geschont werden.

In Deutschland ist es für viele Frauen wichtig, einen konkreten Anlaß für ihr Engagement zu haben. Das Beispiel „Mütter gegen Atomkraft“ zeigt dies deutlich. Gegründet nach der Tschernobyl-Katastrophe haben sich viele Frauen zusammengefunden, aus deren persönlicher Sorge um das Wohlergehen ihrer Kinder politisches Engagement in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung geworden ist. Und wenn Frauen ersteinmal aktiv geworden sind, dann sind sie es mit aller Vehemenz und Kraft.

Laut Umfragen wird Frauen mehr Umweltbewußtsein bescheinigt, Frauen scheinen eher „nachhaltig“ zu denken und zu handeln: Die Zukunft miteinbeziehen ist für sie genauso wichtig wie selbst gut und gesund zu leben. Das hat sicher auch damit zu tun, daß auch heute noch Frauen hauptsächlich mit der Erziehung der Kinder betraut sind. Das wird auch deutlich in den Bereichen, in denen Frauen aktiv werden. Weibliches Engagement geht drauf für „Kleines“. Sie sind es, die für gesundes Essen sorgen, die für die Gesundheit und ein giftfreies Zuhause zuständig sind. Über den Einkauf steuern sie den Müllhaushalt der Familie, sie bestimmen, welches Waschmittel genommen wird, kaufen die Lebensmittel bzw. stellen sie her.

Häufig ist Umweltschutz nicht teurer, bedeutet aber mehr Arbeit und Zeit. Und genau dies investieren die Frauen. Das mag wenig scheinen, in der Summe sind es aber genau die Dinge, die für eine nachhaltige Entwicklung nötig sind: kleine Schritte, die jeder und jede vollziehen, Veränderungen im persönlichen Bereich. Und es wird auch vom weiteren Engagement der Männer abhängen, in wieweit diese Bereiche ausgebaut werden können.


Juckreiz Zurück zum Inhalt von Juckreiz 16

Juckreiz Zurück zum Schwerpunkt Frauen


Juckreiz Inhalte Juckreiz Service Juckreiz Wir Juckreiz Abo

Impressum