Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(la) Ökologisch bauen und wirtschaften, um lauter Frauen in einem Gründerinnenzentrum zu vereinen? Soziale und ökologische Ansprüche weiterführen? Genossenschaftlich arbeiten und innovative Projekte machen? Seit 1989 haben sich wirtschaftlich ambitionierte Frauen in Berlins Mitte zusammengetan, haben den Traum verwirklicht und sind gemeinsam in die Wirtschaft gegangen. Jetzt sind sie nicht mehr aufzuhalten.
Mit mehr als 1.000 Genossenschaftlerinnen ist die WeiberWirtschaft zur größten Frauengenossenschaft der Bundesrepublik geworden.
Was sich in der Wendezeit in kleinem Rahmen entwickelte, wird groß, nach dem die richtigen Räumlichkeiten gefunden waren. In ihrem Gründerinnenzentrum in der Nähe der Bernauer Straße einem komplett ökologisch modernisierten Gewerbekomplex von 5.500 qm gibt es von Arbeitsvermittlung über Café und Heilkunde bis hin zur Werbeagentur zahlreiche Branchen in 30 Unternehmen.
Sozusagen eine Chefinnenetage neben der anderen, mit mehr als 200 Arbeitsplätzen, die möglichst in sozialen und kulturellen Hintergrund eingebettet werden.
Existenzförderung für Frauen ist eine der Initiativen der WeiberWirtschaft. Das hieß und heißt vor allem Räume für qualifiziertes, eigenständiges und eigenverantwortliches Arbeiten zu schaffen und neue Arbeits- und Kommunikationsstrukturen auszuprobieren. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Ökologie. Die Frauen aus der WeiberWirtschaft machen vor, wie ökonomische Ökologie oder ökologische Ökonomie aussehen kann: Ökologischer Bau, Umweltberatung und ökologische Betriebswirtschaft sind nur einige Stichpunkte, die mensch im Gründerinnenzentrum findet. Ökologische Betriebsführung wird als Selbstverständlichkeit angesehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mischung aus Wohnen und Arbeiten. Denn: wenn die sozialen Strukturen stimmen, kann nicht nur frau besser arbeiten. So werden Wohnungen gebaut und vornehmlich an die MitarbeiterInnen der WeiberWirtschaft vergeben, sind Kita und das Café mit seinen zahlreichen Kommunikationsmöglichkeiten integrale Bestandteile des Gründerinnenzentrums.
Mitbestimmung wird auf allen Ebenen genauso groß geschrieben wie die Solidarität untereinander. Die Mieten für Wohnen und Gewerbe sind in einer Selbstverpflichtung auf einem niedrigen Niveau und sollen es auch für lange Zeit bleiben.
Wie überall nicht einfach sind die Finanzen. Aber die WeiberWirtschaft ist gut im Wirtschaften, auch wenn die noch dünne Eigenkapitaldecke wohl noch lange einen Balanceakt erfordert. Den Anschub geben verschieden Förderungen, unter anderem auch vom Senat.
Nun ist wichtig, das Geschaffte zu erhalten und auszubauen. Die Strukturen und Voraussetzungen sind jedenfalls da. Aber nur, wenn genügend neue Genossenschaftlerinnen oder Privatdarlehen hinzukommen, wird es zu einem sicheren WeiberWirtschaftsWunder kommen...
WeiberWirtschaft eG, Anklamer Straße 38, 10115 Berlin, U-Bahnhof Bernauer Straße
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