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Transrapid-Planung

Ein Fehler nach dem anderen...

(tg) ... bei der Magnetschnellbahn Transrapid: Neben den gerade erst bekanntgewordenen Rechenfehlern der Betreibergesellschaft gab es auch noch andere, nämlich bei der Durchführung des Raumordnungsverfahrens. Die Planungsunterlagen müssen daher nochmals, diesmal in allen Berliner Bezirken ausgelegt und öffentlich gemacht werden. Beim ersten Mal war dies nur in den Bezirken geschehen, die von der Planung – sprich Trassenführung – direkt betroffen sind. Der Rest der Stadt durfte bei der Verkehrsplanung nicht mitreden, obwohl es sich beim Transrapid eigentlich um ein Projekt handelt, das für alle Berliner von Bedeutung ist.

Dies war aber keineswegs der Grund für die neuerliche Auslegung der Unterlagen in den Bezirken. Nein, vielmehr hatte Peter Strieder (SPD), Senator für Stadtentwicklung, die Ausführungsvorschriften für Raumordnungsverfahren noch einmal gelesen und war dabei auf einen kleinen aber möglicherweise wichtigen Fehler gestoßen: Da heißt es nämlich, die Unterlagen sollten „in den Bezirken“, nicht „in den betroffenen Bezirken“ einsehbar gemacht werden. Da man nun eine juristische Anfechtung ausschließen will, wird das Verfahren jetzt erst Ende Februar abgeschlossen sein. Auf den Starttermin für den Transrapid im Jahre 2005 soll das keinen Einfluß haben.

Handelt es sich bei der Auslegung eher um eine Kleinigkeit, sind die Rechenfehler schon etwas gravierender. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie, deren Ergebnisse bisher noch nicht offiziell sind, korrigiert nämlich die zu erwartenden Passagierzahlen deutlich nach unten. Was der verkehrstechnische Laie schon lange für unrealistisch hielt, wird nun offiziell korrigiert. Nein, es werden also doch nicht doppelt so viele Menschen jährlich mit dem Transrapid nach Hamburg fahren wie derzeit mit Bahn, Flugzeug und Auto zusammen, sondern nur die Hälfte wird angenommen (2,8 Milliarden Personenkilometer), immer noch ein recht hoher Wert. Sinken die Passagierzahlen, so sinken natürlich auch die Einnahmen. Und zwar um 454 Millionen Mark pro Jahr, das ist ungefähr ein Drittel.

Fast zeitgleich trat auch noch ein weiteres Finanzproblem auf: Laut Spiegel wurden beim jüngsten Treffen der Transrapid-Betreiber die Investitionskosten deutlich nach oben korrigiert. Vertreter von Thyssen, Siemens und Hochtief schätzen die Mehrkosten auf bis zu vierzig Prozent. Anstatt der veranschlagten 8,9 Milliarden Mark könnten es so 12,5 Milliarden werden, die der Bau der Magnetschwebebahn verschlingen würde. Um die Kosten etwas zu senken, erwägt man nun, zunächst weniger Waggons als ursprünglich vorgesehen zu bauen oder aus dem eigentlich vorgesehenen 10-Minuten-Takt vielleicht einen 20-Minuten-Takt werden zu lassen. Angesichts der geringeren Fahrgastzahlen wäre das ja sicher auch kein Problem.

Anstatt sich angesichts der enormen Mehrkosten und Mindereinnahmen nun ernsthafte Gedanken über die Fortführung dieses Milliardenprojekts zu machen, wiegelt man im Verkehrsministerium und bei der Transrapid-Planungsgesellschaft erstmal ab. Die Presseberichte seien unseriös, das Wirtschaftlichkeitsgutachten noch gar nicht fertig. Erst im Frühjahr 1997 könnten präzise Angaben über Kosten und Einnahmen gemacht werden.

Die SPD nahm die Zahlen jedoch ernster. Die Verkehrsexperten der Partei halten die vierzigprozentigen Mehrkosten für realistisch und fordern eine Sperrung der Ausgaben für das Projekt bis zur endgültigen Klärung der Kosten.

Angesichts der enormen Mehrkosten besteht also wieder ein kleines bißchen Hoffnung, daß das unsinnige Großprojekt doch noch beendet wird, bevor es allzuviel Geld verschlungen hat. Davon ist bisher aber nach wie vor keine Rede.


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