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Die grüne Öko-Oase in Berlins Süden

Willkommen in der ufa-Fabrik Berlin

(ap/be) Vor fast 18 Jahren wurde das verlassene Ufa-Filmgelände in Tempelhof „friedlich in Betrieb genommen“. Rund 100 Menschen zogen mit Kind und Kegel auf das 18.000 m² große Gelände, um hier eine alternative Lebensgemeinschaft aufzubauen. Die neue „Fabrik für Freizeit und Kultur“ war am Entstehen. Für die bürgerlichen Tempelhofer war das anfangs sicherlich etwas ungewohnt. Aber wie sieht das heute aus?

Geht man heute über das Gelände, so erinnert nicht mehr allzuviel an das Chaos, das damals geherrscht haben muß, kurz nach der Besetzung der alten Fabrikgebäude.

Vieles hat sich verändert, wurde erneuert und umgebaut, natürlich auf ökologischem Wege und mit Baumaterialien, die umweltverträglich sind. Die ufa-Fabrik hat sich inzwischen vor allem als internationales Kulturzentrum einen Namen gemacht und ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und zieht viele BesucherInnen an.

Dafür hat wohl auch die hauseigene Sambaband „Terra Brasiles“ gesorgt, bei deren mitreißenden Trommelrhythmen die Meisten kaum still stehen können, sicher aber auch die anderen Künstlerinnen und Künstler: Auf dem Gelände selber treten fast das ganze Jahr über nationale und internationale Künstler auf; auch solche, die es noch werden wollen, haben hier die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen – und vielleicht hier den Anfang ihrer Karriere zu setzen.

Egal ob Solo oder Varieté-Vorstellungen, es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Das vielfältige Programm bietet ägyptischen Bauchtanz, chinesisches Schattenspiel und natürlich jede Menge Zirkus und Komödianten, um nur einiges zu nennen. Weil das Programm so vielfältig ist, sind es auch die BesucherInnen, die sich in der ufa die Klinke in die Hand geben.

Herausragend war im vergangenen Jahr jedoch die erste Hanf-Messe, auf der sich auch der Normalverbraucher genau über die Vorteile dieses altbekannten und doch zur Zeit seltenen Naturproduktes informieren konnte.

Ein Treffpunkt auf dem Gelände der ufa ist neben dem Café Olé mit seinem Super-Kakao auch das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum (NUSZ).

Das Angebot reicht dort von Meditationskursen über Karate bis hin zu Trommelkursen und Kinderbetreuung. Seit kurzem gibt es den ersten Tempelhofer Tauschring, die Treffen vom BUND und, und, und ... Es kann von allen TempelhoferInnen genutzt werden und wird gemeinsam in Schuß gehalten.

Ein Höhepunkt für die Stadtkinder, die um die ufa herum wohnen, ist wohl der Kinderbauernhof, dessen Existenz aber durch die Berliner Sparpolitik besonders bedroht wird.

Natürlich hat die ufa auch auf ökologischem Gebiet eine Vorzeigefunktion. Gefördert durch das Land Berlin und durch verschiedene EU-Finanzquellen konnten viele Ökoprojekte auf dem Gelände verwirklicht werden.

Durch Fassadenbegrünung und 4.000 m² Dachbegrünung wird das Mikroklima in den Gebäuden und auch auf dem Gelände entscheidend verbessert. Die Pflanzen sorgen für einen hervorragenden Lärm- und Wärmeschutz für die Häuser. Zusätzlich wird Sauerstoff produziert und Kohlenstoff gebunden. Dadurch entsteht außerdem eine Staubfilterwirkung, ähnlich wie bei einem Staubsaugerbeutel.

Allein durch die Dächer der ufa-Fabrik können jährlich ca. 1.500 kg Staub aus der berühmten „Berliner Luft“ gefiltert werden.

Für eine Großstadt wie Berlin ist solch eine Entsiegelung und Begrünung von bebauter Fläche natürlich besonders wichtig. Viele Pflanzen und Kleinstlebewesen finden zudem hier einen ungestörten Zufluchtsort.

Zur Bewässerung wird das Regenwasser von Straßen und Regenrinnen gesammelt und durch ein Sumpfklärbeet zu Grauwasser aufbereitet, das auch für die Toilettenspülung verwendet wird. Auch für die eigene Stromversorgung ist durch ein Windrad, Solarzellen und ein Blockheizkraftwerk gesorgt.

Ein Beispiel, daß sich auch zu Hause relativ problemlos durchführen läßt, ist die differenzierte Mülltrennung, die alle Bestandteile des Mülls gründlich sortiert. Wichtig ist hierbei die grüne Tonne für organische Abfälle, denn die machen einen Großteil des Hausmülls aus..

Mit dem organischen Müll werden in der ufa entweder die Wurmkisten versorgt oder aber eine der Rottetrommeln. So wird der Kompost schneller in nährstoffreichen Humus umgewandelt. Durch ein Erddampfgerät , daß alle Keime und Schädlinge in der Komposterde vernichtet, kann diese nun auch als Blumentopferde für die Wohnung verwendet werden. Auch dies ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, denn normale Blumenerde enthält Torf, zu dessen Gewinnung noch erhaltene Moore trockengelegt werden müssen.

Ganz klar, daß alle Umbauten nach ökologischen Gesichtspunkten durchgeführt werden. Ein Beispiel dafür ist die Quarkfarbe an den Wänden. Auch beim Umbau des Café Olé im letzten Jahr wurden generell nur biologisch vertretbare Baustoffe verwendet. Unter anderem wurde für die Wärmedämmuung Schafwolle oder am Boden recycletes Glas verwendet. Sehr fortschrittlich ist auch die FCKW-freie Kühlanlage, die sich hoffentlich viele andere Gaststätten als Vorbild nehmen.

Vergessen darf man auch die Vollkornbäckerei nicht, die sowohl den ufa-Naturkostladen und das Café als auch diverse Öko-Märkte und Food-Coops versorgt. Natürlich werden nur Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau benutzt und – entsprechend der Vollwertküche – alle Kuchen nur mit Honig gesüßt.

Der Naturkostladen bietet einen weiteren Außenkontakt der ufa, der auch gern genutzt wird, ist es doch einer der wenigen auf weiter Flur in Tempelhof..

Aber das war noch lange nicht alles. Die ufa-Fabrik ist weltweit einmalig. Den besonderen Flair müßt Ihr aber selbst erleben... Ihr könnt sie aber gar nicht verfehlen, denn schon von weitem ist der Eingang der ufa-Fabrik durch eine alles überragende weiße Stoffkuppel zu erkennen.

ufa-Fabrik, Viktoriastraße 13-15, 12105 Berlin, U-Bahnhof Ullsteinstraße (U6)


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