Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(la) Nichts gegen Spontaneität, nichts gegen einen kurzen Trip zum Ausspannen am Wochenende, aber für die Planung des Urlaubes sollte mensch sich doch etwas Zeit nehmen, herausfinden, was mensch genau will, Angebote überprüfen und sich vorher über das Reiseziel kundig machen. So lassen sich Enttäuschungen vermeiden, so erspart mensch sich lange Such-Zeiten vor Ort. Und umwelt- und sozialverträgliches Reisen ist besser möglich, wenn mensch sich über alle Varianten kundig gemacht hat und die beste auswählen konnte. Gute Planung ist ein wichtiger Teil von sanftem Tourismus.
Für sanften Tourismus wurden Kriterien aufgestellt: ökologisch und sozial verträglich soll der Urlaub sein. Diese Kriterien allerdings sind nicht verbindlich für die AnbieterInnen von Ökoferien. Ein Ökolabel frei nach dem Motto Der grüne Koffer ist zwar seit längerem im Gespräch, Standards haben sich allerdings noch nicht durchgesetzt. So bleiben die Kriterien nur als Handreichung für alle die sich vor ihrem Urlaub erkundigen: Als Kunde hat mensch die Entscheidung. Anhand der Kriterien kann mensch sowohl seinen eigenen Urlaub bzw. die -planung kritisch unter die Lupe nehmen als auch die Angebote von ReiseveranstalterInnen. Insbesondere dann, wenn sie mit Öko werben.
Grundsätzlich gilt der Öko-Anspruch auf allen Ebenen so auch für die Anreise, die mit der Bahn, anderen öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad erfolgen sollte. Flug- und Autoreisen sind zu vermeiden. Wenn mensch lange wegfährt so daß es sich auch ökologisch lohnt , macht es auch nicht so viel, wenn mensch einen Tag auf der Bahn sitzt.
Davon abgesehen, kann die Anfahrt schon ein Erlebnis für sich sein. Wann sonst kommt mensch durch viele verschiedene Landschaften?
Zum sanften Reisen gehört auch, sich den lokalen Gegebenheiten anzupassen. Mit der Einquartierung in Jugendherbergen, Pensionen und kleine Hotels oder der Übernachtung auf dem Zeltplatz verhindert mensch Betonburgen und unterstützt gleichzeitig die heimische Wirtschaft. Davon ganz abgesehen kommt mensch in Kontakt mit Einheimischen und kriegt häufig so manchen Geheimtip.
Es versteht sich von selbst, daß alle Vorhaben mit der Natur im Einklang stehen sollten.
Häufig wird von den AnbieterInnen Sanfter Reisen auch angestrebt, sich im Urlaub intensiv mit der Natur zu beschäftigen. Sensible Bereiche, wie zum Beispiel Moore und Dünen, werden mit Sorgfalt bedacht. Abfälle werden vermieden und ansonsten gerecht entsorgt. Der Umgang mit Feuer sollte sich auf ein Minimum beschränken. Vor Antritt der Reise sollte mensch sich über die regionalen Gegebenheiten schlau machen, vor Auslandaufenthalten auch ein paar Worte der fremden Sprache lernen. Mensch muß ja nicht perfekt die jeweilige Sprache beherrschen, aber es ist einfach höflich, Bitte und Danke zu sagen...
Sanfter Tourismus ist also eher langsam, muß aber noch lange nicht langweilig sein, wenn mensch sich Aktivitäten wie Sport, Arbeit auf dem Bauernhof oder anderes heraussucht. Gerade Wanderferien eignen sich hervorragend dazu, sanften Tourismus zu lernen.
Und wer einfach nur Lust auf Strand und Ruhe hat, kann ebenfalls gut bedient werden den was ist schonender, als nichts zu tun?
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