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Neues aus der Jugendumweltbewegung: Kurz notiert

Die Sinnflut-Kurzmeldungen berichten von positiven Projekten und Ereignissen. Gute Ideen sind immer eine Sinnflut wert!

Sinnflut – Jugendnachrichtenagentur für ökologische und soziale Kreativität, Grenzallee 5, 12057 Berlin, Fon/Fax 683 59 92, e-Mail: JZ_GRENZE@LINK-B36.berlinet.de

Öko-Deppen

Wir befinden uns im Jahre 1997 n. Chr. Der ganze Osten ist von skrupellosen, geldgeilen Geschäftsleuten besetzt   Der ganze Osten? Nein! Ein von unbeugsamen Ökobauern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. In Terrorgruppen wie dem Verein Öko-Dorf Brodowin e.V. sammeln sie sich und formieren den erbitterten Widerstand gegen Massentourismus und Gen-Tomaten. Nach außen hin bauen sie das Bild von den harmlosen, Kühe melkenden Provinzdeppen auf. Doch der Schein trügt: mittels geschickter Propaganda locken sie ahnungslose, harmoniebedürftige Touris nach Brodowin, um ihnen dort für Ökoferien richtig viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Und dafür bieten sie nicht einmal einen Swimmingpool.

Mit dieser Masche verdienen sie sich dumm und dämlich, und so kann man die westlichen Geschäftsleute nur bedauern, denn wie es scheint, haben sie ihren Meister gefunden.

Schicksal von vielen Drahteseln gerettet

Lange wurde in unseren Breitengraden das schlimme Schicksal vieler Drahtesel ohne Protest hingenommen. Das traurige Verrotten und Verrosten in Kellern oder auf Höfen. Das lieblose Ersetzen der alten Weggefährten durch neue, mehrgängige Modelle – die einsame Fahrt zum Schrott.

Doch jetzt stellt sich ein Verein der Verantwortung: „Bikecity“. Schon an mehreren S-Bahnhöfen Berlins existieren Bikecity-Läden, die alte Fahrräder in ihre Obhut nehmen, sie reparieren und warten, mit grünem Anstrich kennzeichnen und bei denen man sich für drei Mark am Tag ein Fahrrad ausleihen kann, um die manchmal mühsamen Wege, die einen vom S-Bahnhof zum eigentlichen Zielpunkt trennen, zu verkürzen. Doch nicht nur die Drahtesel, die durch Bikecity noch öfter den Wind durch ihre Speichen rauschen lassen können und noch einmal in den Genuß kommen, das lustige Ineinandergreifen der Zahnräder in ihren Ketten zu fühlen, profitieren von dieser Erweiterung des öffentlichen Verkehrsnetzes. Da bei den Bikecity-Läden nur ABM-Stellen existieren, haben auch Langzeitarbeitslose sowie jugendliche Arbeitslose etwas davon – die sich andernfalls wohl ähnlich fühlen würden wie die alten, vergessenen Drahtesel.

Verharren Sie kurz. Gehen Sie in sich. Und wenn auch Sie noch einen alten arbeitslosen Freund irgendwo auf dem Hof oder im Keller zu stehen haben, so geben Sie ihn in die Obhut der barmherzigen Bikecity-Läden.


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