Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Das geklonte Schaf Dolly beweist nach Angaben ihrer Erschaffer, daß auch eingefrorene Tote geklont werden könnten. Die schottischen Wissenschaftler des Roslin Instituts, die Dolly erschufen, berichteten erstmals, daß die entnommenen Zellen in einem bestimmten Stadium eingefroren waren. Technisch sei es möglich, auch menschliche Zellen zu reproduzieren, die auf eine spezielle Art eingefroren wurden. Damit könne der gleiche Mensch theoretisch wieder auferstehen, möglicherweise mit anderer Persönlichkeit, aber demselben Aussehen, sagte Gentechniker Patrick Dixon. Jedoch soll das Klonen von Menschen in der EU verboten werden.
Die EU-Umweltminister haben strengere Bestimmungen für den Artenschutz beschlossen und den Handel mit 27.000 Tieren und Pflanzen sowie daraus gewonnenen Produkten verboten. Eine Sondereinheit des Zolls soll künftig die Kontrollen verbessern. Das Schwarzmarktvolumen wildlebender Tiere und Pflanzen liegt bei etwa 20 Milliarden jährlich weltweit.
Sanfter Tourismus ist das Thema eines internationalen Kongresses, der zwei Tage vor der Internationalen Tourismusbörse (ITB) begann. Umweltminister aus der ganzen Welt wollten unter der Leitung von Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) eine Berliner Erklärung für ökologisch und sozial verträglichen Tourismus verabschieden. Eingeladen waren 25 Länder, die für den internationalen Tourismus von Bedeutung sind, sowie regierungsunabhängige Organisationen.
Solarstromerzeugung nach dem Muster der pflanzlichen Photosynthese haben Schweizer Wissenschaftler in Lausanne entwickelt. Die nanokristallinen Injektions-Solarzellen können auf dem Dach montiert oder sogar im Glasfenster integriert werden. Die Kosten sind vergleichsweise gering etwa 3000 Mark je Kilowatt Spitzenleistung.
Die Zahl der Pkw-Zulassungen steigt in Deutschland überdurchschnittlich. Für das Jahr 2005 prognostiziert das Münchner ifo-Institut auf je 1000 Einwohner 512 Autos im Osten wie im Westen. 1994 betrug die Pkw-Dichte in den alten Bundesländern 451, in den neuen 383 je 1000 Einwohner, insgesamt 35,7 Millionen. Damit liege Deutschland in Europa in Sachen Autodichte an vierter Stelle, hinter Luxemburg (562), Italien (486) und der Schweiz (442). 1994 wurden von deutschen Pkw insgesamt 506 Milliarden Kilometer zurückgelegt im Jahr 2005 sollen es 613 Milliarden sein.
Tierschutzverbände haben zum Boykott von Rindfleisch aufgerufen. Sie wollen damit gegen die Herodes-Prämie protestieren, mit der die Tötung und Vernichtung von bis zu 20 Tage alten männlichen Kälbern vom EU-Agrarministerrat finanziert wird, um die Überproduktion zu drosseln. In Deutschland wird das Kälber-Gemetzel nicht finanziert doch Frankreich z.B. duldet die Kälber-Vernichtung.
Bei der Sortierung des Grünen Punkt-Mülls werden extrem große Mengen giftiger Schimmelpilze und Bakterien aufgewirbelt. Die Berliner Anstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin will nun durch Blutproben bei den Müllwerkern die Gesundheitsgefährdung untersuchen.
Im Landkreis Ebersberg soll es spätestens ab dem Jahr 2000 nur noch Backwaren und möglichst auch andere Lebensmittel aus eigenem Anbau geben. Damit will die Aktion TU WAS ihren Umwelt-Beitrag leisten.
Gegen Fernweh von SchülerInnen und StudentInnen kennt die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) ein gutes Rezept und informiert in einer relativ neuen Broschüre über Jobs und Praktika im Ausland, von der Arbeit im Kibbuz über die Reiseleitung bei Trekking-Touren bis zur Erdbeerernte in Finnland. Das kostenlose Heft liegt in allen Jobvermittlungen und Berufsinformationszentren (BIZ) der Arbeitsämter aus.
Die SchülerInnen Aktion Umwelt (S.A.U.), das Netzwerk der Schul-Umwelt-AGs, startet jetzt ein Projekt zum Aufbau eines Umweltschutzpapierverkaufs an möglichst vielen Schulen. Das umweltfreundliche Papier ist durch Großeinkauf besonders preiswert.
S.A.U., Jugendumweltladen der BUNDjugend, Jagowstr. 12, 10555 Berlin, Telefon 030/392 82 80, uws-papier@jugendumwelt.de
Seit einiger Zeit liegt ein Gesetzentwurf des Wirtschaftsministeriums vor, der die Liberalisierung der Strommärkte vorsieht.
Bislang teilen neun Stromriesen fast den gesamten Strommarkt untereinander auf, was zur Folge hat, daß die Monopolisten Milliardengewinne machen und in Europa mit die höchsten Strompreise zu verbuchen sind.
Der Rexrodt-Entwurf sieht vor, daß künftig jeder als Anbieter von Strom und Gas auftreten kann, wobei das Problem auftritt, daß das Stromnetz im Besitz der großen Stromerzeuger verbleibt. Die Gegner des Entwurfs befürchten, daß die Stromkonzerne den neuen Konkurrenten den Netzzugang verwehren oder sie mit Dumpingpreisen in die Knie zwingen. Der Bundesrat hat diesen Entwurf bereits als wettbewerbspolitisch und umweltpolitisch unzulänglich abgewiesen.
Die Kritik wird durch eine Studie über die skandinavischen Verhältnisse noch gestützt. Denn in Schweden, Norwegen und Dänemark sei die Trennung der Stromnetze von den Funktionen Stromerzeugung und Verteilung an die Endkunden erfolgreich durchgesetzt worden. Eine staatliche Preisaufsicht habe die Aufgabe, den diskriminierungsfreien Zugang des Netzes zu gewährleisten. Sie stelle sicher, daß der Netzbesitzer seine eigenen Kraftwerke nicht gegenüber anderen bevorzugen könne.
Alle drei Länder haben wesentlich niedrigere Stromkosten für alle Verbraucher. Zudem werden die Belange des Klimaschutzes stärker berücksichtigt. Und das Beispiel Schweden zeigt: Atomenergie ist für einen liberalen Markt zu teuer.
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