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Kein Müll mehr da:

Zehlendorfer schrumpfen Abfallberg

(jk) Vor zwei Jahren hatte das Umweltamt des Bezirk Zehlendorf eine Studie erstellt, in der das Abfallaufkommen im Zehlendorfer Bezirksamt untersucht worden ist. Das Augenmerk lag dabei auf der Menge des ungetrennten Restmülls. Dabei stellte sich heraus, daß fast 40% dieses Restmülls durch die Zehlendorfer Schulen verursacht wurde.

Im September 1996 beschloß das Bezirksamt dafür Sorge zu tragen, daß das Volumen an Restmüll an den Zehlendorfer Schulen bis zum 1.1.1999 auf ein Drittel gegenüber dem Aufkommen 1994 gesenkt werden soll.

Daraufhin nahm das Umweltamt Zehlendorf Kontakt zu den Schulen auf. Es fanden Gespräche mit Schulleitungen, Elternversammlungen und nicht zuletzt den SchülerInnenvertretungen und dem BezirksschülerInnenausschuß statt. Durch die gemeinsamen Anstrengungen des Zehlendorfer Umweltamtes und der SchülerInnen konnten 1996 bereits 20 Prozent des Restmüllvolumens im Vergleich zum Jahr 1994 eingespart werden.

Die Einsparungen haben neben dem umweltpolitischen Aspekt auch einen klar finanziellen Nutzen: So entlastete die Abfallreduzierung 1996 den Bezirksetat um 40.000 DM. Da in Zehlendorf noch keine Regelungen für die finanzielle Ausschüttung der gesparten Gelder an die Schulen – wie es zum Beispiel bei dem Energieprojekt fifty-fifty der Fall ist – existieren, profitiert von dem Geld nur die Bezirkskasse, die Schulen erhalten nichts von dem eingesparten Geld. In diesem Jahr sind die Gebühren für die Entsorgung von Restmüll erheblich gestiegen. „Trotzdem“, so Bezirksbürgermeister Klaus Eichstätt, „hoffen wir, in diesem Jahr weitere BSR-Gebühren einsparen zu können.“

Am aktivsten an dem Einsparprogramm beteiligen sich die Grundschulen. Allen voran steht die Mühlenau-Grundschule. Durch Schulmilchverkauf in Mehrwegflaschen, die Propagierung von Brotdosen für das Schulbrot und Emilflaschen für mitgebrachte Getränke, schuleigenes Mehrweggeschirr für abfallarme Klassen- und Schulfeste, regelmäßige schulinterne Öffentlichkeitsarbeit und die konsequente Getrenntsammlung von Papier und Verpackungen in den Räumen und auf dem Schulhof benötigt sie inzwischen pro Schüler weniger Restmüllvolumen als jede andere Zehlendorfer Schule. Der Restmüll konnte im Verlauf der letzten drei Jahre um zwei Drittel reduziert werden. Das ergibt eine jährliche Einsparung von 5000 DM. Plansoll bereits erfüllt.

An der Dreilinden-Grundschule konnte das Restmüllaufkommen halbiert werden. Neben dem Schulmilchverkauf organisieren die Eltern das Ausschenken von Mineralwasser aus Mehrwegflaschen an die SchülerInnen mit eigenem Getränkebecher. Auch hier wird der Müll getrennt gesammelt.

An der Alfred-Wegener-Realschule hat man schlicht und ergreifend den Gebrauch von Getränkedosen verboten. Durch eine konsequente Mülltrennung konnte an dieser Schule das Abfallaufkommen ebenfalls halbiert werden.

Als Pilotprojekt der Oberschulen wurde 1994 die Beucke-Realschule modellhaft vom Umweltamt betreut. Ein Getrenntsammelsystem für Papier, Verpackungen und Restmüll in allen Klassenräumen und ein getrennt sammelnder Pausenhofdienst führte sehr schnell dazu, daß sich der Restmüll auf ein Drittel verringerte. Ebenfalls: Plansoll erfüllt.

Die SchülerInnen der Leistikow-Hauptschule sammeln seit geraumer Zeit ebenfalls getrennt. Die Dokumentation dieses Projekts brachte den SchülerInnen sogar den ersten Platz des Zehlendorfer Umweltwettbewerbes ein. Das Restmüllaufkommen wurde halbiert.

In Zehlendorfs größter Schule, der John-F.-Kennedy-Schule, wurde im Verlauf der letzten zwei Jahre ebenfalls die Getrenntsammlung von Papier in allen Klassenräumen etabliert. Die Schulmensa gibt ihre organischen Abfälle an einen Schweinemastbetrieb ab und sammelt alle Verpackungen separat. Der Getränkeautomat hat ausschließlich Pfandflaschen im Angebot. Das Restmüllaufkommen konnte hier immerhin mehr als halbiert werden. Durch die Größe werden allein an dieser Schule 10.000 DM pro Jahr gespart.

Weitere Infos: Zehlendorfer Umweltamt, Frau Dr. Claudia Schulze, Telefon 807 25 71.


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