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Wird Berlin sonnenfreundlich?

Schwieriger Weg zur „Solar City“

(es) Seit Peter Strieder im Amt des Senators für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie ist, propagiert er Berlin als „Solarhauptstadt“. Doch zwischen sagen und tun ist bekanntlich ein kleiner Unterschied. So gab es in diesem Jahr zwar einiges an Neuerungen, die die Installation einer Solaranlage attraktiver machen, eine bedingungslose Förderung des alternativen Energieträgers ist aber noch lange nicht in Sicht.

Mit dem Programm „Energie 2000“ zur Förderung von Photovoltaikanlagen geht die Bewag wohl den größten Schritt Richtung Solarhauptstadt. Sie will bis zum Jahr 2000 rund 40 Millionen DM zum Bau regenerativer Energien bereitstellen. Dabei können Bürger, die sich eine Solaranlage auf ihr Dach montieren wollen, einen bis zu fünfzigprozentigen Investitionszuschuß bekommen.

Die Vergütung von überschüssigen Strom, der ins Netz eingespeist werden kann, wird zusätzlich mit bis zu 81 Pfennig pro Kilowattstunde honoriert und ist auf 15 Jahre festgeschrieben. Der genaue Preis des eingespeisten Stroms wird dann auf einer viermal im Jahr stattfindenden „Solarstrombörse“ ermittelt. Dabei können alle Anbieter solaren Stroms ihr eigenes Angebot machen. Die Anbieter mit den billigsten Strompreisen kommen dann in die Förderung.

Somit gibt es hierbei keine „kostendeckende“ Vergütung, das heißt der produzierte Strom kann nicht zu seinem Entstehungspreis von ungefähr 2 DM ins Netz eingespeist werden. Vielmehr soll hier die „kostenorientierte“ Vergütung greifen, durch die neue Innovationen angeregt würden, sind die Initiatoren der Meinung.

Allerdings ist fraglich, ob nicht kleinere Solarfirmen unter dieser Regelung zu leiden haben. Diese arbeiten nämlich schon jetzt hart an der Gewinnschwelle und die bei der Solarstrombörse erzielten Preise liegen oft unter Marktwert, weil die Unternehmen ins Förderprogramm überhaupt hineinkommen wollen.

Ein anderer Ansatz von Strieder ist die schon seit langem geforderte Solaranlagenverordnung, bei der es um Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung geht. Ursprünglich sollten die Wohnungsbauunternehmen dazu verpflichtet werden, ihre Neubauten mit Warmwasser aus Solaranlagen zu versorgen.

Nach fast zweijähriger Blockade durch Senat und Wirtschaft soll nun eine Selbstverpflichtung der Bauindustrie an Stelle der Solaranlagenverordnung helfen, bei der sich die unterzeichnenden Bauherren verpflichten, 75 % ihrer Neubauten mit Sonnenkollektoren auszustatten.

Die Sache hat nur den Haken, daß niemand zu dieser Verpflichtung gezwungen wird. Auch seien die angepeilten Kollektorflächen laut dem bündnisgrünen Politiker Hartwig Berger so gering, daß sie nur 329 Tonnen CO2 und damit 0,001 Prozent der Gesamtemission Berlins verhinderten.

Berlin steht also noch eine lange Reise zur Solarhauptstadt bevor. Solaranlagen gehören hier eher noch zum guten Willen. Wer sich aber schon jetzt über Förderungsmöglichkeiten informieren will, sollte dies z.B. bei MK Solar (Tel 695 93 521) oder „Solar-Infopunkt“ (Tel 265 21 40) tun.


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