Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(te) In einem Supermarkt liegt ein leicht unförmiger, etwas matt schimmernder Apfel zwischen all den anderen, runden, schön glänzenden Äpfeln. Viele Menschen denken noch immer, daß sich da wohl ein Öko-Apfel zu den Normalen verirrt hat. Doch weit gefehlt! Nicht jeder schrumpelige Apfel ist ein Öko-Apfel, und nicht jeder runde, hochglänzende Apfel ist keiner. Was entscheidet also dann, ob ein Apfel öko ist oder nicht?
Es gibt Landwirte, die ökologisch wirtschaften. Viele Biobauern betreiben nicht nur Viehhaltung oder Ackerbau, sondern beides nebeneinander. Sie haben also gegenüber herkömmlichen Landwirten den Vorteil, daß sie nicht auf die Erzeugung eines einzelnen Produktes spezialisiert sind. Damit sich nun aber nicht einfach jeder, der neben seinem Schweinemaststall einen Apfelbaum zu stehen hat, Ökobauer nennen kann, gibt es Verbände, die die Bauern streng überwachen. In Deutschland gibt es neun Verbände der ökologischen Landwirtschaft: Demeter, Bioland, Biokreis, Naturland, ANOG, ECO VIN, Gäa, Okosiegel und Biopark. Für die Überwachung gibt es genau festgelegte Richtlinien, nach denen produziert werden muß. Synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger sind beispielsweise verboten. Außerdem bestimmt die Qualität des Bodens, welches Produkt angebaut werden darf, und die Tierhaltung muß selbstverständlich artgerecht sein. Aber über diese Regeln hinaus gibt es noch viele weitere, die dafür sorgen, daß die Produkte wirklich ökologisch produziert werden und somit mit einem der Logos der einzelnen Verbände für die Kunden gekennzeichnet werden dürfen.
So unterliegen z.B. alle pflanzlichen Produkte, die mit einem solchen Hinweis versehen werden, der EG-Ökoverordung. Diese legt fest, wie ein Lebensmittel produziert und natürlich kontrolliert werden muß, damit es als Öko oder Bio angeboten werden darf. Die Vorschriften der Verbände, denen die deutschen Landwirte angehören, sind jedoch nochmals strenger als die EG-Verordnung.
Es ist also davon auszugehen, daß, wo Öko draufsteht, auch Öko drin ist. Mit Aussehen oder Form hat das allerdings wenig zu tun. Dann schon eher mit Geschmack. Da das Gesundheitsbewußtsein vieler Verbraucher gestiegen ist und sie vom faden Geschmack vieler Obst- und Gemüsesorten genug haben, steigen immer mehr auf die zugegeben meist ein wenig teureren Ökoprodukte um. In Bioläden, Reformhäusern, auf Wochenmärkten oder auch direkt ab Hof kann man Ökowaren kaufen.
Nun kann also ein Bioapfel genauso aussehen wie ein herkömmlicher und trotzdem mehr kosten. Das liegt daran, daß eben nicht das Äußere, sondern das Innere zählt. Biobauern haben einen viel größeren Kosten- und Arbeitsaufwand als ihre herkömmlich produzierenden Kollegen. Wichtig für den Preis ist außerdem die Jahreszeit: In der Saisonzeit sind die Produkte preiswerter. Besonders teuer sind importierte Ökoprodukte.
Es empfiehlt sich also, einheimische Saisonprodukte zu kaufen. Man kann auch Geld sparen, indem weniger Fleisch und mehr Gemüse und Getreide gegessen wird oder man zusammen mit Freunden eine Gemeinschaftsbestellung z.B. für Gemüse aufgibt.
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