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Kurz notiert

Endlager abgelehnt

Noch unter den Konservativen hat das britische Umweltministerium endgültig den Antrag abgelehnt, nahe der WAA Sellafield (ehemals Windscale) ein Endlager für Atommüll zu errichten. Britische Umweltgruppen wiesen darauf hin, daß es damit das erste Mal in Großbritannien gewesen sei, daß die Atomindustrie ein Verfahren aufgrund öffentlicher Anhörungen verloren habe. „Die Umweltbewegung hat der Atomindustrie eine blutige Nase verpaßt, von der sie sich nicht mehr erholen wird“, meinte etwa ein Sprecher von Friends of the Earth, die seit 25 Jahren gegen die Atomindustrie arbeiten. Entscheidend war vermutlich auch, daß die Republik Irland offiziell bei der britischen Regierung gegen das Projekt protestierte und eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission in Brüssel einreichte.

Londonder Trinkwasser radioaktiv

Die britische Atomenergiebehörde hat amtlichen Angaben zufolge seit fast 50 Jahren aus drei ihrer Anlagen radioaktive Abwässer in die Themse und ihre Zuflüsse geleitet. Das Umweltministerium in London bestätigte einen Bericht der Zeitung „Sunday Telegraph“, wonach radioaktive Stoffe ins Londoner Trinkwasser gelangen. Die Verschmutzung liege jedoch unterhalb der empfohlenen Grenzwerte. Die Zeitung hatte gemeldet, das Trinkwasser sei mit Tritium und anderen Stoffen belastet.

Sommeruniversität im Wendland

Bei der zweiten Sommeruniversität im Wendland geht es diesmal um die Perspektiven nationaler Energiepolitik, um die Chancen regenerativer Energien und um die Risiken der Atommeiler. Hierzu laden in der Zeit vom 20. bis 30. August 1997 der Fachbereich Umweltwissenschaften der Uni Lüneburg und die niedersächsische Energieagentur ein. Nähere Infos gibt es beim:

Bildungszentrum Jagdschloß Göhrde e. V., 29473 Göhrde, Tel.: 05855/413, Fax: 05855/533

Autounfälle auf Straßen der EU

1996 starben auf den Straßen der Europäischen Union (EU) insgesamt 45.000 Menschen, 1,6 Millionen wurden verletzt. Häufigste Unfallursache waren überhöhte Geschwindigkeit und Trunkenheit am Steuer.

Daher fordert die Europäische Kommission ein Tempolimit von 120 km/h und die 0,5 Promille-Grenze. Die Absenkung der Durchschnittsgeschwindigkeit um nur 5 km/h würde die Zahl der Verkehrstoten um 25 % senken.

„Informationen für junge Leute“

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) hat in einer kleinen, 200seitigen Broschüre „Informationen für junge Leute“ zusammengestellt. Das Büchlein enthält wesentliche Infos für den Weg in die Selbständigkeit – von Führerschein über Naturschutz bis zum Zivildienst.

Kostenlose Bestellung beim: Bundespresseamt, Postfach, 53105 Bonn

UN-Kinderrecht

„Pro Asyl“ wirft der Bundesregierung Mißachtung der UN-Kinderrechtskonvention vor. Anstatt allen Jugendlichen aus Bürgerkriegs- und „Verfolgerländern“ unter 18 Jahren im Sinne der Konvention Schutz zu gewähren, würden sie in aussichtslose Asylverfahren gesteckt.

Eine andere Republik

Eine „andere Republik“, die anzustreben in der Regel Linken vorgeworfen wird, will der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel. Er fordert eine grundlegende Änderung des politischen Systems der Bundesrepublik. In einem Zeitungsartikel stellte er die bundesdeutschen Verfassungsprinzipien Verhältniswahlrecht und Unterteilung in Bundesländer in Frage. Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) wies die Kritik zurück: „In einer Demokratie brauchen Entscheidungen Zeit. Nur die Diktatur ist schnell.“ Die gegenwärtigen Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft sollten nicht dem System angelastet werden.

Schleswig-Holstein: Fahrverbote

Schleswig-Holstein will über den Bundesrat das Sommersmog-Gesetz verschärfen. Danach sollen Fahrverbote und Tempolimits bei deutlich niedrigeren Ozonbelastungen als bisher verfügt werden. Umweltminister Rainer Steinblock (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte an, er wolle die Initiative in die Länderkammer einbringen. Sie sei mit seinen Amtskollegen der von SPD und Grünen regierten Länder abgestimmt, Nordrhein-Westfalen wolle ebenfalls als Antragsteller auftreten.

Fahrradstraßen

Das Bundesverkehrsministerium stellt sich den Realitäten: Ab 1. September gibt es das in einigen Städten schon verbreitete Schild „Fahrradstraße“ nun auch offiziell. Gleiches gilt für die Möglichkeit, Busspuren oder Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung für RadlerInnen zu öffnen.

Öko-Test Sonnenöle

Sommer, Sonne, Strand und Meer ziehen oft unangenehme Sonnenbrände oder Sonnenallergien nach sich. Sich schützen und eincremen ist also angesagt. Dennoch enthalten laut dem Verbrauchermagazin „Öko-Test“ viele Sonnenschutzmittel für Kinder und Schutzgele für Erwachsene gesundheitlich bedenkliche Stoffe. Als „empfehlenswert“ sind laut der Juni-Ausgabe von „Öko-Test“ unter anderem Bübchen Sonnen-Milk oder Nivea Sun Black-Creme für Kinder sowie Dado Sens Sun Hydro-Gel (Reformhaus) oder PH5 Eucerin Schutz-Gel (Beiersdorf) für Erwachsene anzusehen.

„Alarmierende Werte“

Das Abwasser aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague, von dem Greenpeace Proben entnehmen konnte, weist alarmierend hohe Radioaktivitätswerte auf. Strahlenexperten der Universität Bremen haben eine Tritium-Radioaktivität von 175 Millionen Bequerel pro Liter gemessen. In den vom Meeresgrund nahe der Abwasserpipeline entnommenen Sedimentproben sind erhöhte Werte des extrem giftigen Plutoniums festgestellt worden.

Rätselraten im AKW Tschernobyl

Nach technischen Problemen sind zwei Atomreaktoren in der Ukraine abgeschaltet worden. Ohne jede Vorwarnung hatte sich ein Transformator in Tschernobyl abgeschaltet. „Manchmal wissen wir nicht, warum das eine oder andere Gerät einfach von alleine abschaltet“, sagte Kraftwerkssprecher Waleri Idelson. Block drei ist jetzt der einzige noch funktionierende Atommeiler nach der Katastrophe 1986.


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