Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(es) Schon immer war Zehlendorf ein beliebtes Ausflugsziel für die erholungsbedürftigen Berliner. Besonders in Zeiten der Teilung der Stadt erfuhr der wald- und seenreichste Bezirk West-Berlins an den Sommer-Wochenenden eine kleine Invasion. Wannsee, Havel, Schlachtensee laden zum Baden ein, Grunewald und der Düppler Forst dagegen zu einem ausgedehnten Waldspaziergang. Attraktionen, die sonst in kaum einer anderen Stadt anzutreffen sind. Nach der Wende hat sich das Erholungsangebot im Südwesten Berlins noch um ein vielfaches erweitert. Der Pharus-Verlag hat nun zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Stadtplan von Zehlendorf, Stahndorf, Kleinmachnow und Teltow herausgegeben, der im Folgenden vorgestellt wird.
Der Plan geht im Westen von der Glieniker Brücke bis zum Botanischen Garten im Osten und von Ruhlsdorf im Süden, wo auch der BUND seine Streuobstwiese in der Nähe hat, bis zum Grunewaldsee im Norden. Neben extra ausgewiesenen Wanderwegen enthält er viele interessante Informationen zu Sehenswürdigkeiten und kulturellen Einrichtungen. Auch Schulen, Postamt und gastronomische Einrichtungen wurden nicht vergessen, so daß dem Benutzer hier ein umfassendes Werk geboten wird.
Interessant ist auch die Rückseite des Planes: Dort findet sich zum einen ein Straßenregister aller in der Karte befindlichen Straßen, zum anderen wird Zehlendorf, Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf in einem Text vorgestellt. Hier erfährt man etwas über die Geschichte der Orte und erhält viele Tips für eigene Streifzüge durch diese Region. Auch auf nicht so bekannte aber durchaus sehenswerte Orte, wie das Bäketal und den Stahnsdorfer Waldfriedhof, wird dort verwiesen.
Eine Sache die sehr schade ist, aber wohl an fehlender Zuarbeit gelegen hat, ist die fehlende Auszeichnung von guten Fahrradrouten, von denen es eine ganze Menge im Bezirk gibt. Somit ist der Plan für einen Fahrradfahrer nicht ganz so maßgeschneidert, wie man es sich von einem Umweltschutzverband als Herausgeber wünschen könnte. Vielleicht wird dieses Manko aber in der nächsten Auflage behoben. Auch die Nichtauszeichnung von Badestellen an Schlachtensee, Krumme Lanke und Sacrower See ist unverständlich. Die vollständige Auszeichnung aller Nahverkehrsverbindungen mit Bussen, Tram, Schiff, S- und U-Bahn dagegen ist sehr vorbildlich.
Somit ist der Pharus-Plan auf alle Fälle eine gute Karte für Freizeit- und Kulturbedürftige für den Südwesten Berlins. Die kleinen Fehler, die auch nur dem Ortkundigen auffallen, verschwinden hinter der Masse von guten Infos, die man aus dem Plan lesen kann.
Zu erhalten ist der Pharus-Plan Zehlendorf-Stahnsdorf-Kleinmachnow-Teltow am besten direkt beim Pharus-Verlag: Schwedter Straße 263, 10119 Berlin, Telefon 449 27 10.
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