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Fifty/Fifty in Berlin

SchülerInnen sparen Strom in der Schule

(tb) Ein bundesweites Modellprojekt zum Einsparen von Energie- und Wasserkosten macht Schule. In Zeiten knapper Kassen wird Umweltschutz in der Regel noch mehr zurückgefahren. Mit „fifty/fifty in Berlin“ werden Geld, CO2 sowie der Wasserverbrauch gemindert und das Umweltbewußtsein gestärkt. Großer Vorteil ist, daß im Unterricht nunmehr nicht nur über Konsumverhalten und Umweltbelastungen durch die Industrie auf abstrakter Ebene informiert wird, sondern jede Schülerin und jeder Schüler selbst ganz konkret mitverantwortlich ist. Daß Einsparungen von Energie- und Wasserkosten in Schulen möglich sind, ist kaum verwunderlich. Sicher kennt jeder ständig tropfende Wasserhähne auf Schultoiletten, eine achtstündige „Neon-Laborbeleuchtung“ und überhitzte Klassenräume.

In Zusammenarbeit mit Bezirksämtern und dem Landesschulamt kann eine Vereinbarung zu Einsparungen bei Strom- und Wasserkosten unterzeichnet werden. In Hamburg kommt die Kostensenkung zu jeweils 30 Prozent der Stadt und der jeweiligen Schule zugute, die übrigen 40 Prozent werden für innovative Energiesparmaßnahmen genutzt. Auch in Berlin beginnt das Projekt nun Fuß zu fassen. Trotz vieler Anlaufprobleme in allen erdenklichen Bereichen gibt es nun einige Berliner Schulen, vor allem in Köpenick, die seit knapp einem Jahr aktiv mitmachen und nun bereits mit erfreulichen Einsparergebnissen rechnen dürfen. Nach Spandau und Charlottenburg scheint „Fifty/Fifty“ leider noch nicht stark genug durchgedrungen zu sein. Was nicht ist, sollte jedoch noch folgen!

Nicht nur um Kosteneinsparungen geht es, sondern auch um ganz praktische Umwelterziehung. Denn jede teilnehmende Schule muß eine Arbeitsgruppe aus Lehrern und Schülern bilden, die das Projekt gemeinsam mit dem „Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V.“ betreut.

Bis zur tatsächlichen Teilnahme einer Schule an „Fifty/Fifty“ sind einige Schritte zu erfüllen: Rechnungen über den Energieverbrauch bei Strom, Heizung und Warmwasser sind einzuholen. Projektwochen müssen stattfinden, um Informationen über den eigentlichen „Sinn und Zweck“ von Energieeinsparungen möglichst verständlich zu geben. Die Schülerinnen und Schüler sind dabei im besonderen Maße einzubinden, denn von ihrer Motivation hängt der Erfolg entscheidend ab. Sie sind es, die auch gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern nahezu sämtliche Arbeiten erledigen müssen. Dabei geht es dann mit dem Rundgang durch das Schulgebäude und ersten Messungen so richtig los. Es muß erforscht werden, welche Räume überhitzt sind, wo unnötig Strom verbraucht wird und ob die Beleuchtung angemessen ist. Diese ersten Messungen werden dann gemeinsam ausgewertet, und mit gegebenenfalls fachkundiger Unterstützung kann in kleinen Schritten begonnen werden, Verbesserungen herbeizuführen. So steht beispielsweise ein abgebrochenes Thermostatventil automatisch auf der höchsten Heizstufe. Einsparungen um zehn Prozent sind je nach Schulgebäude und verwendeter Heizanlage möglich.

Dabei erhalten alle Beteiligten, vor allem auch die Schülerinnen und Schüler, die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen. Manch einer merkt dabei vielleicht, daß sich doch so manches im unmittelbaren Schulumfeld verändern läßt. Sparen, Lernen und Umweltschutz bilden bei dem Projekt „Fifty/Fifty in Berlin“ eine erfolgversprechende Einheit.


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