Juckreiz-Logo Juckreiz – Die Jugendumweltzeitung aus Berlin

Klimagipfel ohne Erfolgsaussichten:

Keine Chance für neues Klima aus Kyoto

(es) Vom 1. bis 10. Dezember dieses Jahres treffen sich die Unterzeichnerstaaten der Klimakonvention von Rio im japanischen Kyoto. Dort wollen sie das 1995 auf der ersten Folgekonferenz in Berlin gegebene Versprechen, endlich konkrete Reduktionsziele für den Ausstoß von Treibhausgasen festzulegen, einlösen. Oder besser gesagt: Allem Anschein nach wollen sie dies gerade nicht tun. Japan und die USA blockieren die Verhandlungen, der Wille der anderen Länder erlahmt. So laufen die Vorverhandlungen zäh ab, und die Erfolgsaussichten gehen gegen Null.

Wie auch von den Teilnehmerstaaten 1992 auf dem Erdgipfel von Rio erkannt, werden durch das menschliche Handeln beträchtliche Mengen von Kohlendioxid und anderen Gasen freigesetzt, die die Treibhauswirkung in der Erdatmosphäre verstärken können. Diese Anreicherung der Gase läßt befürchten, daß die Erde sich unnatürlich stark erwärmt und dies so zu einer direkten Bedrohung für Mensch und Umwelt wird. In der Klimakonvention erklärten die Unterzeichnerstaaten als ihr Ziel, die Treibhausgase in der Luft auf ein Niveau zu stabilisieren, das keine große Gefahr mehr für das Klimasystem der Erde darstellt.

Was in Rio als revolutionäre Erklärung herauskam, wurde in den Folgejahren immer mehr abgeschwächt. Diese Entwicklung gipfelte im Sommer dieses Jahres auf der UN-Konferenz „5 Jahre nach Rio“ in New York. Dort freute sich US-Präsident Bill Clinton über die florierende Wirtschaft Amerikas und sah darin einen weiteren Grund, sich nicht auf konkrete Reduktionsziele bei Treibhausgasen einzulassen. So etwas könne sich ja negativ auf den derzeitigen Wirtschaftsboom auswirken.

So gestalten sich auch die derzeitigen Vorverhandlungen zur Erarbeitung einer verhandelbaren Vorlage für Kyoto sehr schwierig: Die Vereinigten Staaten wollen ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2010 lediglich auf das Niveau von 1990 bringen und ihn erst danach weiter vermindern. Damit bleiben die Amerikaner sogar hinter dem Vorschlag Japans zurück, das im selben Zeitraum immerhin eine Reduzierung von drei bis fünf Prozent vorsieht.

Die Europäische Union hätte das Ganze gerne etwas schärfer formuliert: Danach sollen bis 2005 mindestens 7,5 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 produziert werden und bis 2010 sogar 15 % weniger. Die Allianz der kleinen Inselstaaten fordert sogar eine Verminderung von 20 Prozent bis zum Jahr 2005. Sie fürchten, daß auf Grund der Klimaerwärmung die Inseln im Ozean verschwinden könnten.

Für die Umweltorganisationen ist es gleich den Inselstaaten hierbei schwierig, ihre Forderungen nach einer möglichst weitgehenden Regelung durchzusetzen. Ursprünglich hoffte man, daß Japan als Gastgeberland eine Vorreiterposition einnehmen könnte. Dies zerschlug sich aber wegen eines zu großen Einflusses der Wirtschaftsverbände auf die Regierung.

Wer seinem Protest gegen den Leichtsinn, der mit unserem Klima getrieben wird, Ausdruck verleihen möchte, kann vom 5. bis 7.12. nach Köln – der Partnerstadt von Kyoto – fahren. Dort findet der „K5“, der Jugendkongreß zum Klimagipfel, statt, auf dem viel zum Thema Klima diskutiert werden wird.

Weitere Infos zum „K5“-Kongreß bei: VAUST (Verein für alternative Umwelt- und SozialThemen), c/o Trainspotting, Bahnhof Rösrath, 51503 Rösrath, Telefon 02205/910 818.


Juckreiz Zurück zum Inhalt von Juckreiz 19


Juckreiz Inhalte Juckreiz Service Juckreiz Wir Juckreiz Abo

Impressum