Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(lp) Die Nachfrage nach Naturprodukten steigt. Immer mehr Menschen wollen lieber Produkte, deren Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind, und keine chemisch hergestellten Imitationen. In der Kosmetik verzichten die Hersteller dieser natürlichen Produkte meist auch auf Tierversuche, was mit Sicherheit ein weiterer Pluspunkt ist. Aber nicht nur dort, auch in der Medizin sind Pflanzenpräparate interessant.
Schon in der Urzeit dienten Kräuter, Früchte und Wurzeln den Menschen nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel und Arznei. Die Heilpflanzen gehörten praktisch die gesamte Geschichte hindurch zu den wichtigsten vom Menschen verwendeten Naturprodukten. Oft wurde ihre Wirkung mystiziert und im Mittelalter sogar als Hexenwerk verdammt. Trotzdem griffen die Menschen immer wieder mit Erfolg auf die aus ihrer Umgebung stammenden Produkte zurück.
Das änderte sich mit dem Wandel zur industriellen Gesellschaft. Medikamente wurden chemisch hergestellt, und mit dem technischen Fortschritt und der Verstädterung geriet die Pflanzenheilkunde in der breiten Bevölkerung zunehmend in Vergessenheit. Sie verlor an Bedeutung und Wertschätzung.
Die Wissenschaft hat sich jetzt jedoch mit der Pflanzenheilkunde beschäftigt und sie in vielem bestätigt. Die Chemie identifizierte viele der in den Pflanzen enthaltenen Substanzen und begann sie künstlich herzustellen. Die natürlichen Pflanzen liefern so ein Konzept zur Entwicklung immer wirksamerer Therapeutika. Dabei entstanden teilweise Produkte, deren Wirkung stärker ausfiel als die der natürlichen. Zwischen tierischen und pflanzlichen Arten entstand nämlich im Laufe der Entwicklung eine Abhängigkeit und Selektion. Der menschliche Organismus ist die Pflanzen gewöhnt, während synthetische Substanzen ihm fremd sind. Deshalb wirken letztere trotz ihrer offenkundigen Nützlichkeit zu intensiv und sind mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Zum Teil wirken Substanzen chemisch hergestellt völlig anders als die natürlich in Pflanzen vorkommenden.
Die Pflanzen liefern noch zahlreiche weitere und zum großen Teil auch noch nicht entdeckte Heilmittel. Das liegt daran, daß in den Pflanzen nicht nur ein einziger Wirkstoff enthalten ist, sondern ein wahrer Cocktail von heilkräftigen Substanzen. Dieser bleibt größtenteils erhalten, wenn die Pflanzen in Form von z.B. Aufgüssen und Abkochungen verwendet werden. In der Kosmetik kann die Anwendung auf der Haut auch in Form von Säften erfolgen. Kräutertees sind eine Ergänzung zur täglichen Ernährung und können auch als Medikament angewandt werden.
Grundsätzlich sollte vor einer Behandlung auf Pflanzenbasis ein Arzt konsultiert werden. Für den Hausgebrauch dürfen Kräuter nur bei leichten Störungen verwendet werden. Es gibt jede Menge Bücher, die die Kräuter-Behandlung genau erklären. Vor allem wenn mensch in der Stadt lebt, ist es allerdings ziemlich aufwendig, Kräuter zu sammeln. In Apotheken und Kräuterhäusern sind aber ziemlich alle Arzneipflanzen zu bekommen. In vielen Drogerien gibt es auch schon Kosmetika, die auf Pflanzenbasis hergestellt werden. In Öko-Läden und auf Märkten sind weitere Präparate erhältlich.
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