Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(dr) Ich habe mich mit Antje über ihre Erfahrungen mit der alternativen Medizin unterhalten. Sie studiert Biologie und hat sich bereits mit Inhaltsstoffen von medizinischen Produkten auseinandergesetzt.
Juckreiz: Wie bist Du zur alternativen Medizin gekommen?
Antje: Ich habe einfach viel ausprobiert, zum Beispiel verschiedene Tips von Freunden. Außerdem hatte ich auch eine gewisse Neugier, etwas anderes als die Schulmedizin anzuwenden und auszuprobieren. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch, daß ich wußte, was ich von normalen Medikamenten zu erwarten hatte. Ich wollte die damit verbundenen Nebenwirkungen nicht hinnehmen und etwas besseres, verträglicheres finden.
Juckreiz: Was hast Du persönlich gegen welche Probleme unternommen?
Antje: Die herkömmlichen Therapien haben zum Teil keine Wirkung gezeigt. Da ich aber Hautprobleme hatte und etwas dagegen erreichen wollte, habe ich Sachen ausprobiert, von denen ich gehört hatte. Es ist so, als ob man ein neues Rezept ausprobiert und dies schmeckt dann. Da eine Krankheit immer mit einem gewissen Leidensdruck verbunden ist, hat man auch die Motivation, etwas zu tun. Außerdem wollte ich meinem Körper keine Chemie mehr antun, mit dem Wissen, daß damit lebenswichtige Organe nachteilig beeinflussen werden könnten. Ich habe sehr auf meine Ernährung geachtet, außerdem viele Heilkräuter ausprobiert. Damit kann man viel erreichen, wenn man sich damit intensiver beschäftigt, man kann und sollte viel zum Beispiel durch Bücher usw. rauskriegen. Die Beschäftigung mit Gesundheit und Therapie halte ich für sehr wichtig, es ist sogar der zentrale Punkt bei der Anwendung von Alternativen.
Juckreiz: Was gefällt Dir besonders?
Antje: Mir gefällt das Wissen um die leichte Handhabung. Ganz besonders viel Spaß macht es mir allerdings, daß ich mir meine Kräuter selbst sammeln gehen kann.
Juckreiz: Inwiefern unterscheidet sich die alternative Medizin von der Schulmedizin?
Antje: Schulmedizin verbinde ich vor allem mit einem nicht unbedeutenden Einsatz von Pharmazeutika, die nur selten direkt aus der Natur kommen. Im Gegensatz dazu beschreitet die alternative Medizin häufig sehr unkonventionelle Wege. Sie beschäftigt sich oft mit alten und auch geschichtlich überlieferten Heilverfahren und manchmal auch mit dem für die Schulmedizin Unerklärbaren. Außerdem bedeutet alternativ für mich, daß so wenig wie möglich Eingriff in den Körper stattfindet. Alternative Medizin ist häufig sehr individuell, es gibt nur selten Standardrezepte. Generell muß es das Ziel sein, die Ursache zu suchen und diese zu bekämpfen.
Juckreiz: Was würdest Du von einem Schulmediziner erwarten?
Antje: Er sollte neben seiner Fachkenntnis möglichst auch von natürlichen Heilverfahren Kenntnis haben. Das heißt, eine gute Beratung zu geben, die auch auf Risiken und Nebenwirkungen eingeht und nach Alternativen sucht und natürlich auf meine Bedenken eingeht und sie wichtig nimmt.
Juckreiz: Was würdest Du anderen raten oder mit auf den Weg geben, worauf sie achten sollten?
Antje: Man muß dringend zwischen Quacksalberei und sinnvollen Anwendungen unterscheiden. Ich halte es zum Beispiel nicht für realistisch, wenn gewisse Mittel Heilung in zwei Tagen versprechen. Der Heilungsprozeß dauert mit alternativen Therapien eher länger als gewöhnlich beim Schlucken von harten Mitteln. Man sollte sich außerdem vor Augen führen, daß es nicht das Universalmittel zur Heilung gibt, was man aber gerne glauben möchte. Das ist auch der Grund dafür, daß ich keine Beispiele aufzählen kann, die mir sehr zugesagt oder geholfen haben. Für jeden gibt es eine individuelle Lösung. Trotzdem gilt immer noch: Probieren geht über studieren, aber man sollte das Studieren nicht vergessen, um zu erfahren, wie Therapien funktionieren.
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