Juckreiz-Logo Juckreiz – Die Jugendumweltzeitung aus Berlin

Das Immunsystem – Unser Lebensretter

Fleißige Nachtarbeiter im Dunkeln

(dr) Zusammengefaßt ist es nicht größer als eine Apfelsine, und obwohl man es weder riechen, noch schmecken oder fühlen kann, ist es im Körper allgegenwärtig. Es beschäftigt Milliarden von Mitarbeitern, die ihre aktivsten Momente in der Zeit haben, wenn wir schlafen. Sie sorgen dann mit viel Fleiß für die Reinigung unseres Körpers. Besonders gern befassen sie sich mit der Bekämpfung unserer Feinde, wie zum Beispiel Viren und Bakterien, die es auf unsere Gesundheit abgesehen haben. Einen Generalstreik würden wir keine 48 Stunden überleben. Nach einer Runde Joggen hat es richtig Power, Streicheln mag es gern, und wenn man gute Laune hat oder sogar schallend lacht, geht es ihm prima.

Es ist momentan ein aktuelles Gesprächsthema. Der eine möchte mal wieder etwas dafür tun, der andere hat Angst, er könnte unter dem Streß des Alltags und den Angriffen der allgegenwärtigen Krankheitserreger zusammenbrechen. Wie es sich auch selbst beeinflussen kann und wieviel es verträgt, das will ich euch in diesem Artikel nahebringen.

Der Normalzustand

In der Regel brauchen wir uns nicht so viele Gedanken zu machen, ob die Abwehrzellen richtig funktionieren. Denn im „Normalzustand“, also wenn wir gesund sind, haben sie genug Kraft, um uns optimal zu schützen. Doch mit einer gesunden Ernährung können wir viel dazu beitragen, auf Problemmomente besser vorbereitet zu sein. Stoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in Obst und Gemüse sind lebenswichtig für unsere Abwehr. Dann kann sie am besten ihre Arbeit verrichten. Auch spezielle Eiweißbausteine und sportliche Betätigung tragen viel zur optimalen Aktivität bei.

Die Kommunikation

Mit der Produktion einer Vielzahl von Botenstoffen im Gehirn, die sich über Blutbahnen mit dem Immunsystem verständigen, ist es möglich, direkt auf unsere psychischen und physischen Zustände zu reagieren. Ist man zum Beispiel sehr aufgeregt, wird vom Körper mit Hilfe von T-Zellen aus dem Immunsystem das Hormon Noradrenalin freigesetzt. Damit beruhigt sich unser Körper. Bei großen Belastungszuständen gibt uns das Immunsystem mit dem Hormon ACTH der Hirnanhangsdrüse und der anschließenden Bildung von Streßhormonen die Voraussetzung, unsere Leistungsfähigkeit für kurze Zeit zu erhöhen. Sind wir allerdings einer höheren „Dosis“ Streß ausgesetzt, wird Cortisol, ein „Bremser“, produziert, damit sich die anhaltende Leistungsfähigkeitsherstellung nicht negativ auswirkt und zu einer Überreaktion führt. Das Immunsystem beweist auf diese Art seine Fähigkeit zur Selbstregulation. Zuviel davon schwächt allerdings die Immunfunktionen: Streß macht krank.

Die notwendige Zärtlichkeit

Lachen, lachen und nochmals lachen, das ist etwas, womit wir unser Immunsystem total glücklich machen. So wird es auch von uns als sehr positiv empfunden. Indem sich unsere Gesichtsmuskeln entspannen und wir einfach tiefer durchatmen können, geht es mit uns und unseren Immunzellen unmerklich bergauf. Noch viel lieber erledigt es nun seine Aufgabe, und wir fühlen uns einfach gut, mit einem Lächeln im Gesicht. Auch Streicheleinheiten sind für unseren gesundheitlichen Zustand von großer Bedeutung. Denn die Haut stellt eines unserer wichtigsten Sinnesorgane dar. Reize werden über die Langerhanszellen, die direkt unter Haut liegen, an das Gehirn weitergeleitet. Von dort aus gelangt die Information zum Immunsystem. Nach der Berührung eines lieben Menschen fühlen wir uns glücklich, körperlich und psychisch, völlig unabhängig davon, wie alt man ist.

Der Alarmzustand

Wie reagiert unser Körper nun auf Krankheitserreger? Durch chemische Reize können sogenannte Freßzellen die Eindringlinge „erkennen“, töten sie ab und „fressen“ sie auf. Außerdem geben sie den Typ des Erregers an das Immunsystem weiter. So können auch die anderen Abwehrzellen bei der vollständigen „Reinigung“ des Körpers von Erregern mithelfen. Wenn die Erreger nicht vollständig bekämpft werden konnten, erhöht sich die Körpertemperatur, oder die betroffene Stelle entzündet sich.

Die Abwehr

Die Erhöhung der Körpertemperatur hat zwei Vorteile: Die Erreger werden geschwächt und wir müde. In diesem Zustand arbeiten die Abwehrzellen dann effektiv und optimal. Tritt der Fall einer Infektion ein und das Fieber steigt nicht über 40 Grad, gibt es die Möglichkeit, in den ersten zwei bis drei Tagen mit Hausmitteln gegen den Temperaturanstieg vorzugehen. Man muß das Fieber nicht gleich mit Medikamenten unterdrücken – denn es ist für unseren Körper ein wichtiges Hilfsmittel im Kampf gegen die Eindringlinge. Erst nach dieser Spanne sollte man den Arzt aufsuchen, da uns die hohe Temperatur dann schadet.

Es gibt Erreger, gegen die unser Immunsystem machtlos ist, wie zum Beispiel das AIDS-Virus. Dieses Virus zerstört unsere eigenen Abwehrzellen, und die Betroffenen sterben meist an „harmlosen“ Infektionskrankheiten. Das Immunsystem kann sich gegen viele Krankheitserreger nicht mehr wehren und wird im Krankheitsverlauf völlig unfähig gemacht.

Die Immunität

Jeder von uns hatte bestimmt schon mal eine Grippe. Auch mit Impfung ist man nicht sicher davor geschützt, von einer weiteren verschont zu bleiben. Es gibt eine Vielzahl von Grippeviren, die sich ständig verändern können. Deshalb müssen immer wieder neue Antikörper gebildet werden, wenn Fremdlinge in uns eindringen. Doch es gibt auch Krankheiten, wie zum Beispiel Mumps, Masern und Kinderlähmung, deren Erreger sich nicht verändern können. Bei einem ersten Kontakt mit dem Immunsystem werden Antikörper gebildet und nach einer nochmaligen Infektion „erkannt“ und sofort bekämpft. Man erkrankt nur einmal und ist aufgrund des „Gedächtnisses“ der Immunzellen sein Leben lang geschützt ist.

Die natürliche Stärkung

Das Immunsystem fit und im Gleichgewicht zu halten, ist das Anliegen vieler Naturheilverfahren. Mit kalten Güssen, Wechselbädern und der Sauna trainiert man die Abwehrzellen und stärkt sie für die Auseinandersetzung mit „Eindringlingen“. Eine weitere Alternative zu etlichen schulmedizinischen Medikamenten ist die Anwendung von pflanzlichen Präparaten (z.B. Mistel oder Kamille). Durch sie können die Immunzellen effektiver arbeiten. Bei Allergien sind Behandlungen mit Akupunktur und homöopathische Medikamente sehr hilfreich. Haben Menschen eine Veranlagung zu Autoimmunstörungen, also zum Beispiel Neurodermitis, sollten sie sehr vorsichtig mit zusätzlichen Stärkungen umgehen, da sie ohnehin zu Überreaktionen neigen und diese noch zusätzlich herausfordern würden.


Juckreiz Zurück zum Schwerpunkt Medizin und Gesundheit

Juckreiz Zurück zum Inhalt von Juckreiz 19


Juckreiz Inhalte Juckreiz Service Juckreiz Wir Juckreiz Abo

Impressum