Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(lp) Die Homöopathie fällt den meisten Menschen zuerst ein, wenn die Rede von alternativer oder auch sanfter Medizin ist. In der Tat hat sich dieses ganzheitliche Heilverfahren wegen seiner guten Verträglichkeit und der geringen Rate an Nebenwirkungen als sanfte Alternative zur Schulmedizin bewährt. In Deutschland lassen sich rund 1,5 Millionen Menschen mit homöopathischen Arzneien behandeln.
Die klassische Homöopathie wurde vom Mediziner und Pharmakologen Christian Friedrich Samuel Hahnemann (gest. 1843) begründet. Wichtig sind die drei von ihm formulierten Grundprinzipien der Homöopathie.
Die Ähnlichkeits-Regel ist das maßgebende Prinzip der Homöopathie, das ihr ihren Namen gab (griechisch homöo... = ähnlich). Vielleicht habt ihr schon mal gehört, daß in der Homöopathie Gleiches mit Gleichem geheilt wird. Das bedeutet, daß ein Arzneimittel, das bei einem Gesunden Krankheitssymptome auslöst, in einem echten Krankheitsfall mit ähnlichen Symptomen heilend wirkt. Es unterstützt dann nämlich die Regulations- und Selbstheilungskräfte des Körpers. Ein Beispiel für die Ähnlichkeits-Regel: Schneidet mensch Zwiebeln, so bekommt mensch von den Ausdünstungen tränende Augen und verstärktes Nasensekret. Dieses Wissen nutzt mensch bei Schnupfenerkrankungen: Die Einnahme homöopathisch aufbereiteter Zwiebel kann dann helfen, gesund zu werden.
Die homöopathischen Medikamente können so in ungefährlichen Verdünnungen an Gesunden getestet werden. Die Versuchsperson muß jede Veränderung, die sie an sich bemerkt, notieren. Hahnemann begann mit seinen ersten durch Selbstversuch gewonnenen Erkenntnissen. Seit über 200 Jahren werden nun schon Symptome und Veränderungen verschiedenster Substanzen festgehalten. Hinzu kommen pharmakologische und toxikologische Erkenntnisse sowie therapeutische Erfahrungen bei Patienten.
In der Homöopathie spielt jedoch nicht nur die Krankheit als solche eine Rolle, sondern der Mensch als Gesamtpersönlichkeit, seine aktuellen Symptome und ihre Ausprägungen ebenso wie biographische Daten, was er gern ißt und trinkt oder ob er z.B. gern reist. In einem einstündigen Gespräch erstellt der Homöopat eine umfassende Krankengeschichte (Amnese), bei der das erkrankte Individuum, nicht die Krankheit, im Mittelpunkt steht.
Individuell wird dann das genau passende Arzneimittel bestimmt. Das ist sehr aufwendig. In akuten Fällen greift mensch deshalb meist auf bewährte homöopathische Mittel zurück. Dabei kommt es zu erstaunlichen Heilerfolgen bei ganz verschiedenen Erkrankungen unterschiedlichen Grades.
Erstaunlich sind die Heilerfolge vor allem deshalb, weil die homöopathischen Arzneimittel in stark verdünnter Form eingesetzt werden. Sie werden mit einem Trägerstoff, z.B. Alkohol oder Milchzucker, versetzt, in der Fachsprache: potenziert. Sie werden durch Handverschüttelung oder Verreibung zusammengeführt. Mensch geht davon aus, daß hierbei der Informationsgehalt vom Arzneimittel auf den Trägerstoff übergeht. Denn die entstehende Verdünnung ist so hoch, daß chemisch keine oder wenige Moleküle der Arzneimittel mehr im Medikament enthalten sind, es entfaltet aber trotzdem eine zum Teil sogar starke Wirkung.
Die Homöopathie weist beachtliche Erfolge als rasche und sanfte Heilmethode auf. Sie führt zu einer dauerhaften Gesundung des Patienten, indem sie Reize setzt, die die Regulations- und Selbstheilungskräfte des Organismus stärken. Allerdings stößt sie an ihre Grenzen, wenn die Selbstheilungskräfte bereits vollständig aufgebraucht oder Organe zerstört sind.
Viele Privatkrankenkassen übernehmen die gesamten Kosten einer homöopathischen Behandlung, gesetzliche Krankenkassen leider nur wenige. Der Patient muß vor allem die aufwendige Erstellung der Krankengeschichte selbst finanzieren. Die Medikamente sind bei weitem günstiger als in der Schulmedizin. Der Kostenfaktor ist somit auf Dauer nicht allzu hoch und sollte nicht davor abschrecken, die Homöopathie zu nutzen.
Zurück zum Schwerpunkt Medizin und Gesundheit
Zurück zum Inhalt von Juckreiz 19