Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(jk) Über dreißig SchülerInnen von Berliner Oberschulen fanden sich am Donnerstag, dem 18. Oktober im Jugendfreizeitheim am Heckerdamm in Charlottenburg zum SchülerInnen Umwelt Kongreß 97 ein. Organisiert wurde der Kongreß von der SchülerInnen Aktion Umwelt (S.A.U.). Die S.A.U. ist das Netzwerk der Berliner Umwelt-AGs und an den Schulen umweltpolitisch engagierten Jugendlichen, das gemeinsam von der BUNDjugend Berlin und der LandesschülerInnenvertretung (LSV) getragen wird.
Nach der Begrüßung durch VertreterInnen von S.A.U., BUNDjugend und LSV Berlin machte sich die Gruppe Gedanken, warum an vielen Schulen so wenig Interesse an Umweltschutz besteht. Vor allem mangelnde Information und die Aussicht, eh nichts erreichen zu können wurden als die Hauptgründe angeführt. Das so viel zitierte Desinteresse der Jugend konnte niemand ausmachen. Die Gründe liegen eher in der Politik von oben, die keinen Bock auf Politik von unten macht.
Als momentan wichtigste Aktion an den Schulen wurde der Verkauf von Umweltschutzpapier dargestellt. Dazu ist eigens von der S.A.U. Berlin eine Papierverkaufsbroschüre erschienen, die vom Bilden der Gruppe bis hin zum blühenden Verkauf alles beschreibt, was mensch wissen muß, wenn es um Umweltschutzpapierverkauf geht. Mit der Papierverkaufsaktion kann an vielen Schulen der Grundstein für die weitere Umweltarbeit gelegt werden, hebt Jan von der S.A.U. die Argumente für die Aktion hervor. Es kann konkret etwas für die Umwelt gemacht werden, was Spaß macht und eine Gruppe zusammenhält. Die S.A.U. hat über den Großhandel eine große Menge Papier eingekauft und gibt dieses an SchülerInnengruppen weiter. Vom einfachen Block, über diverse Hefte bis hin zu ausgefallenen Artikeln wie Tintenkonvertern oder Holz-Textmarkern ist alles vorhanden. Dieses Papier kann von SchülerInnen übernommen und weiterverkauft werden zu Preisen, die weit unter denen im Laden liegen. Es ist heute nicht mehr einfach, nur über den Umwelt-Aspekt Leute zu gewinnen. Aber wenn das Papier einfach in der Schule zu kaufen und dann noch preiswert ist, ist das ein guter Anreiz, so Matthias von der BUNDjugend.
Ein weiteres Thema war natürlich fifty-fifty. Dieses Modell ermöglicht es, an Schulen im Energiebereich eingesparte Gelder direkt für die Schule zu verwenden. Bisher war das nicht möglich, da die Einzelschule keinen eigenen Haushalt dieser Art haben durfte. Nun sind die Schranken gebrochen. Jetzt müssen die SchülerInnen ran und zeigen, daß sie was für die Umwelt tun wollen. Von dem gesparten Geld kann die SV, die Umwelt-AG, die SchülerInnenzeitung oder insgesamt die Schule besser ausgestattet werden. Da fifty-fifty vor allem über die Bezirksämter läuft, versuchen wir natürlich auch von Seite der LandesschülerInnenvertretung was zu bewegen, erzählt Lena von der LSV. Aber die Mühlen mahlen langsam sehr langsam.
Viele SchülerInnen kamen zum ersten Mal mit dem Thema Umwelt und Schule in Kontakt. Ich habe mir zwar immer gedacht, da muß ich etwas tun, konnte mich aber bisher nie aufraffen. Das ist jetzt anders. Einen großen Teil der Zeit verbrachte man damit, den unerfahrenen Umweltinteressierten Grundlagen für die SchülerInnen-Umwelt-Arbeit zu vermitteln. Dazu gibt es übrigens auch die Broschüre Gründung einer Umwelt-AG, die über die BUNDjugend bestellt werden kann und viele Tips zur eigenen Umweltarbeit an Schule enthält.
Als Schwerpunkt für die nächste Zeit einigte mensch sich auf den Bereich Papier. Neben der Fortsetzung der Papierverkaufsaktion sollen in Zukunft Aktionen gegen Weißpapier stattfinden, um die KundInnen für einen bewußten Umgang zu gewinnen und die HändlerInnen davon zu überzeugen, auf Umweltschutzpapier umzusteigen. Die S.A.U.-Treffen im Jugendumweltladen werden jetzt wieder regelmäßig stattfinden. Auf ihnen werden die weiteren Aktionen geplant und über den Stand bei fifty-fifty informiert. Auch ein S.A.U.-Seminar ist in Vorbereitung.
Wer Interesse an der Papierverkaufsbroschüre, der Umwelt-AG-Broschüre oder der S.A.U. allgemein hat, wende sich an die SchülerInnen Aktion Umwelt, Jugendumweltladen der BUNDjugend, Jagowstraße 12, 10555 Berlin, Telefon 392 82 80, Fax 392 79 97, e-Mail BUNDjugend.Berlin@BUND.net.
Die S.A.U.-Treffen finden jeden ersten Montag im Monat um 18:00 Uhr im Jugendumweltladen statt.
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