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Die Stadt in der Kiste hilft!

(es) Woher kommt meine Schultasche? Warum ist der Fahrradweg, den ich jeden Tag zur Schule fahre, so schlecht und wie sieht das Stadtviertel aus, von dem ich träume? Das sind Fragen, die sich aus dem Stehgreif heraus schwer beantworten lassen. Antworten darauf – oder zumindest Lösungshilfen – will die BUNDjugend seit diesem Herbst in Form von ausleihbaren Kisten geben. In diesen sind nämlich Hintergrundinformationen und Anregungen zur praktischen Verbesserung unserer Städte zu finden. Reale Beispiele, Sachen zum Anfassen und Spiele zum Mitmachen sind dort ebenso vorhanden, wie auch Vortragsmuster für ein Referat.

Mehr als 80 Prozent aller Menschen in Deutschland leben in Städten. Davon hat aber nur ein kleiner Teil die Möglichkeit zu einem angenehmen Leben. Der Großteil der Stadtbewohner ist in seinem täglichen Überlebenskampf Autolärm und -abgasen, sozialen Spannungen und einem größtenteils menschenfeindlichen Umfeld ausgesetzt.

Daß das auch anders geht, will hierbei die BUNDjugend mit ihren drei Kisten zeigen. So kann es in Städten auch attraktive Lebensbedingungen für alle dort lebenden Gruppen geben. Grünflächen zum Beispiel tragen dazu bei, daß nicht nur Leute, die einen eigenen Garten haben, sich in der Natur erholen können. Nicht von Straßen zerschnittene öffentliche Plätze geben den Anwohnern die Chance, sich gegenseitig kennenzulernen und miteinander zu kommunizieren. Und nicht zuletzt eine auf lokale und fair gehandelte Produkte ausgelegte Wirtschaft trägt zu einem umwelt- und sozialverträglichen Verhältnis zwischen der Stadt und dem Rest der Welt bei.

Die Kisten – um die es hier eigentlich geht – behandeln drei Teilbereiche: Gerechtigkeit, Umwelt und Soziales. In der ersten Kiste „Eine Welt“ geht es um das faire Miteinander in der Welt. Der Inhalt einer Schultasche kommt aus allen Erdteilen, was anhand von Landkarten, Schaubildern und Fotos dargestellt wird. Am Beispiel des Radiergummis wird auch gezeigt, wie der Kautschuk als Rohstoff gewonnen wird, wie dieser zum Radiergummi wird und wie viele Menschen an der Herstellung beteiligt sind. Zusätzlich sollen viele Beispiele aus der Kiste zeigen, wie das Leben der Menschen aus den Ländern des Südens aussieht.

Mit der Kiste „Natur“ wird die eigene Stadt unter die Lupe genommen. In einem Spiel wird beispielsweise die Frage nach dem Zustand der Radwege auf dem Schulweg aufgeworfen und der eigene Schulhof wird nach ökologischen Gesichtspunkten beurteilt. Ein Puzzle klärt über verschiedene Möglichkeiten der Fassadenbegrünung auf und in einem Rollenspiel üben die Teilnehmer, wie sie am besten Diskussionen und Gespräche mit anderen Stadtbewohnern und Politikern führen. Mit Lupen, Pinzetten, Luft-Teststreifen und Bestimmungshilfen schließlich wird es möglich, die Stadt und ihre Natur näher zu beschreiben und die eigenen Argumente mit den gewonnenen Fakten zu untermauern.

Die Kiste „Mensch“ stellt die Frage, wer überhaupt in der eigenen Stadt lebt und untersucht das Zusammenleben der Menschen. In einem Spiel wird modellhaft das Stadtviertel nach eigenen Wünschen gebaut. Auch zeigt die Kiste Beispiele von Gemeinschaftshäusern, wie sie in Dänemark existieren, und in denen jede Gruppe nach ihren eigenen Wünschen Cafès, Werkräume und anderes einrichten kann. Auch erfährt man in einem Spiel, wie man beim Haare schneiden um den Friseur herumkommt und dafür das Fahrrad des Nachbarn repariert.

Um zu zeigen, daß das alles keine Utopie ist, gibt es in den Kisten immer viele praktische Anregungen für den Alltag. Aus den Kisten kann man einen abwechslungsreichen Vortrag zaubern oder auch eine kreative Ausstellung basteln. Jede Kiste beinhaltet eine auf das Thema bezogene Stadtralley, die die Teilnehmer durch die ganze Stadt und all ihre Lebensbereiche führt. Auch kann man sich Elemente ausleihen, mit denen eine kleine Ausstellungsstadt gebaut werden kann oder die bei einer größeren Aktion helfen. In jeder Kiste ist auch eine Broschüre mit Hintergrundinformationen. Die Kisten sind hauptsächlich auf Schulklassen und Jugendgruppen zugeschnitten und können bei der BUNDjugend ausgeliehen werden.

Kontakt und nähere Informationen: BUNDjugend; Friedrich-Breuer-Straße 86; 53225 Bonn; Tel. 0228/467 005; eMail: Kisten@BUND.Net


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