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Kurz notiert

BI verließ Agenda 21

Verärgert über den zu großen Einfluß der „Parteibonzen“ hat die mit aktivste Umweltgruppe des Bezirks Tempelhof, die Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“, ihre Mitarbeit in der Lokalen Agenda 21 aufgekündigt. Anders als in anderen Bezirken wird die Agenda-Arbeit im Bezirk Tempelhof nicht vom Bezirksamt, sondern von einem neugegründeten Unterausschuß der BVV koordiniert, in dem die CDU das Sagen hat.

Massenvotum für Domäne

Gegen den von Finanzsenatorin Fugmann-Heesing geplanten Verkauf von Flächen der Domäne Dahlem haben Freunde des Freilichtmuseums 43.000 Unterschriften gesammelt. Sie sollen der Finanzverwaltung oder dem Abgeordnetenhaus übergeben werden, das über die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans zu entscheiden hat. Die Finanzverwaltung hat inzwischen ihre Absicht bekräftigt, das Vermögen der Domäne zu „aktivieren“. Die Hälfte der acht Hektar großen Fläche soll verkauft und mit Villen bebaut werden.

Solarer Wohnungsbau

Zukünftig sollen mindestens 75 Prozent der Berliner Neubauten mit Solarkollektoren ausgestattet werden: für jede Neubauwohnung 1,5 Quadratmeter. Dazu haben sich die Verbände der Berliner Bauwirtschaft gegenüber dem Senat verpflichtet, um eine zwingende Verordnung, wie sie das Abgeordnetenhaus bereits vor zwei Jahren verlangt hatte, zu verhindern. Dennoch wird die Selbstverpflichtung einhellig begrüßt – mit dem kritischen Hinweis, daß sie zu spät kommt, da der große Bauboom in Berlin vorbei ist.

Wenig neue Busspuren

Obwohl die BVG Bedarf für rund 390 km Busspuren angemeldet hat, werden die derzeit 100 km Sonderfahrstreifen nach einer Ankündigung von Verkehrssenator Klemann um lediglich neun Kilometer ergänzt. Weitere Markierungen könnten nicht vorgenommen werden, da nicht genügend breite Straßen vorhanden seien bzw. auf besagten Straßen weniger als zwölf Busse pro Stunde verkehrten. Jeder zusätzliche Kilometer Sonderfahrstreifen bringt jährliche Einsparungen in Höhe von 236.000 DM. Da die Busse schneller ans Ziel kommen, werden weniger Fahrzeuge und Fahrer benötigt.

Beweiskette geschlossen?

Schottische und englische Forscher haben nach einer Meldung der Wissenschaftszeitschrift Nature die entscheidenden Beweise dafür erbracht, daß die Erreger der tödlichen Rinderseuche BSE tatsächlich identisch sind mit dem Verursacher der bei Menschen in den letzten Jahren beobachteten neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK). In einer Langzeitstudie mit Labormäusen stellte sich heraus, daß die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Erkrankung, die Art der Hirnschädigung und der jeweils davon betroffene Hirnbereich identisch waren. Auch mit einer biochemischen Nachweismethode kamen Forscher zu dem Ergebnis, Rinderwahn und die CJK-Variante würden vom gleichen Erreger ausgelöst. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben sich Menschen, die an der CJK-Variante erkrankt sind, durch den Verzehr BSE-verseuchten Rindfleisches infiziert.“

Solarfabrik im Kohlenpott

Mitten im Kohlenpott, in Gelsenkirchen, will der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, eine Solarfabrik ansiedeln. Vom Jahr 2000 an soll die Fabrik – angedockt an eine bestehende kleine Fertigung – Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von etwa 25 Megawatt pro Jahr montieren. Die bisherige Kapazität der deutschen Modulbauern liegt im Bereich von nur einem Megawatt. Durch Automatisierung und Großserienfertigung sollen die Preise der Anlagen aus Gelsenkirchen etwa 20 Prozent unter dem Weltmarktniveau liegen. Noch vor weniger als zwei Jahren galt die Solarproduktion in Deutschland als chancenlos.

Töpfernde Äffchen

Ein Versuch zweier amerikanischer Verhaltensforscher nährt die Vermutung, daß Kapuzineräffchen „Kunstwerke“ fabrizieren können. Zehn Affen wurden Tonkugeln, Steine, Temperafarben und Blätter in den Käfig gelegt, worauf die Tiere begannen, den Ton zu klobigen Objekten zu formen, ihn zu bemalen und mit den Blättern zu verzieren. Ähnlich wie kleine Kinder verloren die „Kreativ-Affen“ jedoch nach einer halben Stunde das Interesse an ihrer Arbeit und wandten sich anderen Beschäftigungen zu.

Billiger Atomausstieg

Nach einer neuen Studie ist Atomkraft selbst bei der Nutzung von Uralt-Meilern teuer: Sollte Hamburg seine vier Atomkraftwerke abschalten und durch moderne Gasturbinen-Kraftwerke ersetzen, ließen sich dadurch 75 Millionen DM im Jahr einsparen. Es steht zu vermuten, daß die neue rot-grüne Regierung den Ausstieg einleitet.

Klimadaten der Antarktis

Das Packeis der Antarktis ist in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts offenbar um ein Viertel geschrumpft, berichtet die Wissenschaftszeitschrift Nature. Die von australischen Wissenschaftlern ausgewerteten Daten zeigen, daß sich die sommerliche Packeisgrenze von Mitte der Fünfziger bis Anfang der Siebziger Jahre um fast drei Breitengrade nach Süden verschoben hat. Bislang galt das Antarktis-Eis als stabil: Satellitenfotos, die seit 1973 gemacht werden, zeigen keinen eindeutigen Trend.

Atomkraftwerk für den Frieden

Kein Witz: In Nordkorea haben die Westmächte, allen voran die USA, Japan, die EU und Südkorea, im August den Grundstein für ein Atomkraftwerk gelegt, das als Meilenstein für den Frieden gelten soll. Nordkorea verzichtet nämlich im Gegenzug auf ein von den Westmächten vermutetes Atomwaffenprogramm. Warum ausgerechnet ein Atomkraftwerk? Die USA haben sich 1994 verpflichtet, Nordkorea jährlich mit 500.000 Tonnen Heizöl zu unterstützen. Dieses Abkommen entfällt, wenn Nordkorea nach der Fertigstellung der zwei geplanten Reaktoren in der Lage ist, sich selbst mit Energie zu versorgen. Die USA sparen – unterdessen hungern in Nordkorea Zehntausende Kinder. Die „Versorgungskrise“, in der sich das Land befindet, trifft sie am stärksten – wie die Folgen eines nicht auszuschließenden Reaktorunglücks, von der Endlagerung der radioaktiven Brennstäbe ganz zu schweigen. 70 Prozent der diesjährigen Maisernte Nordkoreas sind durch eine Dürre vernichtet worden.


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