Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Wer krank ist, der... na ja, wenn es nicht weiter schlimm ist, nimmt man eben eine Tablette (oder so?), wenn es sein muß, geht man zum Arzt und... na ja notfalls ins Krankenhaus. Alles?
Die meisten Gesunden machen sich wenig Gedanken übers Kranksein, und die Kranken verlassen sich auf die Ärzte. Es gibt aber nicht nur viele Ärzte mit verschiedenen Meinungen, es gibt auch jede Menge medizinischer Heilverfahren mit unterschiedlichen Theorien und Prinzipien.
Bei Ärzten und in Krankenhäusern wird normalerweise fast ausschließlich die Schulmedizin angewandt. Heilpraktiker wenden meist sanftere Methoden an, was nicht heißen muß, daß diese weniger gut wirken. Schon deshalb aber, weil wir Arztbesuch und Krankenhausaufenthalt von den Krankenkassen bezahlt kriegen, den Besuch beim Heilpraktiker dagegen zumeist nicht, gehen wir natürlich zum normalen Arzt jedenfalls solange wir damit einigermaßen gesund über die Runden kommen.
Schwierig wird es in der Schulmedizin, wenn die anatomische Ursache für eine Krankheit nicht gefunden werden kann, z.B. bei Kopfschmerzen. In der Schulmedizin wird nämlich das einzelne kranke Körperteil behandelt. Bei andauernden Kopfschmerzen können wir nun unentwegt Kopfschmerztabletten schlucken. Mit der Einnahme von schulmedizinischen Medikamenten werden aber nicht nur die dem Körper feindlichen Krankheitserreger, sondern auch unsere körpereigenen Abwehrkräfte angegriffen, diese erneuern sich oder erneuern sich nicht. Das heißt, daß die Schulmedizin richtig angewandt zwar unumstritten gesund macht, unser Immunsystem allerdings unter Umständen sogar stark schwächen kann.
Je schwächer unser Immunsystem ist, um so schneller werden wir krank. In der alternativen oder auch sanften Medizin versucht man deshalb zumeist, das Immunsystem so zu unterstützen und zu stärken, daß es Krankheitserreger selbst abwehren kann. Außerdem kann sich das Immunsystem erinnern: Hat der Körper manche Krankheiten, wie z.B. Windpocken, einmal besiegt, so erkrankt er an ihnen nicht noch einmal. Allerdings heißt das im Fall der Windpocken auch, exakt drei Wochen ans Bett gefesselt zu sein.
Bei den meisten alternativen Methoden wird der Mensch als Ganzes mit seiner Gesamtpersönlichkeit wahrgenommen. Das Wechselspiel zwischen seelischem Befinden und den Zellen des Nerven- und Immunsystems, das die Krankheitserreger je nach Verfassung abwehren kann, so daß wir krank oder gesund sind, jenes Wechselspiel ist nämlich längst wissenschaftlich nachgewiesen.
Wir wollen in diesem Schwerpunkt deshalb ein paar Zusammenhänge und alternative Heilmethoden vorstellen, die auf grundlegenden Prinzipien und Theorien basieren. Es geht uns hier nicht darum, Leitungswasser oder ähnliches als Allheilmittel zu verkaufen, womit aus der Hilflosigkeit kranker Menschen Gewinn geschlagen wird. Vielmehr wollen wir grundsätzliche Denkanstöße zu unserem Umgang mit Medizin geben.
Heilpflanzen: Heilsame Pflanzencocktails immer beliebter
Die Nachfrage nach Naturprodukten steigt. Immer mehr Menschen wollen lieber Produkte, deren Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind, und keine chemisch hergestellten Imitationen. In der Kosmetik verzichten die Hersteller dieser natürlichen Produkte meist auch auf Tierversuche, was mit Sicherheit ein weiterer Pluspunkt ist. Aber nicht nur dort, auch in der Medizin sind Pflanzenpräparate interessant.
Interview über alternative Medizin: Probieren geht über Studieren
Ich habe mich mit Antje über ihre Erfahrungen mit der alternativen Medizin unterhalten. Sie studiert Biologie und hat sich bereits mit Inhaltsstoffen von medizinischen Produkten auseinandergesetzt.
Das Immunsystem Unser Lebensretter: Fleißige Nachtarbeiter im Dunkeln
Zusammengefaßt ist es nicht größer als eine Apfelsine, und obwohl man es weder riechen, noch schmecken oder fühlen kann, ist es im Körper allgegenwärtig. Es beschäftigt Milliarden von Mitarbeitern, die ihre aktivsten Momente in der Zeit haben, wenn wir schlafen. Sie sorgen dann mit viel Fleiß für die Reinigung unseres Körpers. Besonders gern befassen sie sich mit der Bekämpfung unserer Feinde, wie zum Beispiel Viren und Bakterien, die es auf unsere Gesundheit abgesehen haben. Einen Generalstreik würden wir keine 48 Stunden überleben. Nach einer Runde Joggen hat es richtig Power, Streicheln mag es gern, und wenn man gute Laune hat oder sogar schallend lacht, geht es ihm prima.
Fußreflexzonenmassage: Zeigt her Eure Füße...
Der Name sagt es eigentlich schon: Bei der Fußreflexzonenmassage geht man davon aus, daß sich zahlreiche Reflexzonen des menschlichen Organismus am Fuß befinden: Für jedes Organ gibt es einen Bereich auf dem Fuß, dessen Berührung auf das Organ wirken soll. Durch Massage und Bewußtwerden der Füße können (leichte) Beschwerden des menschlichen Organismus behandelt werden. Der angewinkelte Fuß entspricht dabei in etwa dem aufrecht sitzenden Menschen. Drückt man die Reflexzone einer Körperzone bzw. eines Organs, ist ein leichter bis stärkerer Schmerz zu verspüren, je nachdem, wie stark die jeweiligen Beschwerden sind. Dieser Schmerz läßt in der Regel nach einer Weile nach. Gleichzeitig nehmen die Beschwerden der betroffenen Körperzone ab.
Schulmedizin arbeitet mit chinesischer Heilkunst zusammen: Die wiederentdeckte Medizin
Man kann in Unterhaltungen über das Lieblingsthema Gesundheit neue Begriffe und mit ihnen einen neuen Trend erkennen, der sich auf die älteste überlieferte Medizin, die chinesische Heilkunst, beruft. Sie war eine Zeitlang sehr in Vergessenheit geraten. Jetzt ist sie wieder da und fasziniert immer mehr Fachleute und Laien. Das Resultat zeigt sich in der steigenden Zahl von Ärzten, die eine Zusatzausbildung etwa in Akupunktur haben und in der wachsenden Zahl der entsprechenden medizinischen Fachgesellschaften.
Homöopathie: Durch Selbstheilung gesund
Die Homöopathie fällt den meisten Menschen zuerst ein, wenn die Rede von alternativer oder auch sanfter Medizin ist. In der Tat hat sich dieses ganzheitliche Heilverfahren wegen seiner guten Verträglichkeit und der geringen Rate an Nebenwirkungen als sanfte Alternative zur Schulmedizin bewährt. In Deutschland lassen sich rund 1,5 Millionen Menschen mit homöopathischen Arzneien behandeln.
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