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Man muß nicht erst in ferne Länder, um zu helfen

Internationale Solidarität als Programm

(dr) Wir wissen um die Armut in den Ländern, die gern als „dritte Welt“ bezeichnet und damit schon degradiert werden. Doch was tun wir dafür, daß es eine Welt wird? Zum Glück gibt es Organisationen und Vereine, die sich um Zusammenarbeit mit diesen Ländern bemühen und die Problematik in die Öffentlichkeit tragen, damit sich etwas ändert. Sie wollen den Menschen vor Ort helfen und deren Lebensbedingungen verändern. So sollte sich jeder gegen die Ungerechtigkeit zwischen arm und reich engagieren. Einer dieser Vereine ist SODI, der Solidaritätsdienst International e.V., welcher seinen Namen zum Programm gemacht hat.

Kommt man in die Geschäftsstelle, die sich in einem Hochhaus in Hohenschönhausen befindet, trifft man nicht auf ein pompös eingerichtetes Büro, sondern „nur“ auf Menschen, die es sich zum Ziel gemacht haben, als eine Nichtregierungsorganisation etwas vom Not und Elend auf der Welt zu beseitigen, die, wie es in ihrer Satzung steht, „sich einer globalen solidarischen Verantwortungsgemeinschaft verpflichtet“ fühlt.

SODI will laut Selbstdarstellung an die „positiven Traditionen der Solidarität in der DDR“ anknüpfen und hat sich im Jahre 1990 in Berlin gegründet. Als Zielgruppe dienen zum Beispiel, doch nicht ausschließlich, die Länder, die als „Ergebnis von Aggressionen und Bürgerkriegen, sowie Ausbeutung und Umweltzerstörung in Not geraten“.

Der Verein hat ca. 200 Mitglieder, und außer den inzwischen nur noch sechs Hauptamtlichen in der Geschäftsstelle sind es vor allem die ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie SpenderInnen, die eine Entwicklungszusammenarbeit mit über 20 Länder möglich machen. Geographisch sind da keine Grenzen gesetzt, von Asien über Afrika bis Lateinamerika und Osteuropa findet Hilfe in unterschiedlicher Form statt. So sagte Herr Peters von SODI beim Interview mit TeilnehmerInnen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) im Februar: „Leute vor Ort wissen am besten, was für sie gut ist. Wir wollen nichts aufdoktrinieren.“

Hilfe mit spezieller Zielsetzung

Es gibt verschiedene Schwerpunkte, die sich SODI in Hinsicht auf die zu unterstützenden Projekte gestellt hat. Dazu gehört zum einen die direkte Armutsbekämpfung in Form von Basisgesundheitsdiensten, Trinkwasserversorgung, Ernährung, zum anderen die Bildung in den Ländern. Das kann Aufklärungsarbeit über die Rechte der Einwohner in ihrem Land sein oder speziell die Problematik der Frau in der Gesellschaft betreffen. So hat SODI sich an der Finanzierung eines Frauenbildungsprogrammes in der südafrikanischen Western Cape-Provinz beteiligt, wo die Frauen in Kursen „an Themen wie Demokratie und Menschenrechte herangeführt wurden. Aber auch der Umweltschutz, die AIDS-Aufklärung, die Gesundheitserziehung, ... sowie die Vorbereitung kleinerer Selbsthilfeprojekte stehen auf dem Unterrichtsplan.“ (SODI-Report 3/97)

Ebenso beispielhaft für die Bildungsarbeit von SODI ist der Schulbau in dem kambodschanischen Dorf Prey Tup, der in Zusammenarbeit mit der Frauenunion Kambodschas und dem Dorf in Angriff genommen wurde.

Außer diesen Projekten engagiert sich SODI für den Umweltschutz und die Unterstützung von Kriegsopfern und -verletzten. Ein großes Projekt war und ist auch weiterhin die internationale Anti-Landminenkampagne.

Andere Beispiele der Unterstützung von SODI sind der Brunnenbau in Kambodscha (Projekt von 1996 mit einem Finanzvolumen von ca. 22.000 DM), sowie das Patenschaftprojekt in Weißrussland (siehe Seite 9) und die Unterstützung bei der Installation von Solarenergieanlagen auf Arztpraxen in Kuba.

Im allgemeinen ist SODI eine Organisation, die Unterstützung, ob in Form von Spenden oder mit einer Mitgliedschaft, aber auch der aktiven Mitarbeit, sinnvoll macht und die mit dem ihr 1994 verliehenen Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen für den zweckgebundenen Einsatz von Spenden garantiert.

Der Verein arbeitet mit anderen Nichtregierungsorganisationen, Selbsthilfegruppen vor Ort und kirchlichen sowie kommunalen Einrichtungen zusammen. Generell wird direkt auf Probleme vor Ort eingegangen und die Hilfe den Gegebenheiten des jeweiligen Landes angepaßt. Dabei bleiben Aspekte, wie „traditionelle Lebens- und Produktionsweise, das Klima und das Vorhandensein oder Fehlen von Naturreichtümern“ (SODI-Report 3/97) nicht außen vor.

Wenn also Interesse für diesen Verein bei Euch geweckt wurde, könnt Ihr Euch an folgende Adresse wenden, um entweder mehr über SODI zu erfahren oder aktiv zu werden: Solidaritätsdienst International e.V., Grevesmühlener Str. 16, 13059 Berlin, Telefon 030/921 60 47, Fax 030/921 60 03.


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