Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) hat Pläne der Bundesregierung kritisert, nach denen von 1998 bis 2001 den Ländern insgesamt 727 Milliarden Mark weniger für den Schienennahverkehr zur Verfügung stehen sollen. Dies sei Kern eines Entwurfs zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes.
BSE-infiziertes Fleisch könnte nach Ansicht des britischen Neurologen Alan Colchester das Trinkwasser in der Grafschaft Kent verdorben und so Menschen angesteckt haben. Eine Fabrik bei Canterbury habe im Auftrag der Regierung viele Tonnen potentiell verseuchtes Rindfleisch entsorgt. Fünf der 25 Menschen, die bisher an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben seien, lebten in der Grafschaft.
Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entstehen nach einer Studie des Landwirtschaftsministeriums jedes Jahr allein in Westdeutschland Folgekosten von bis zu 300 Millionen Mark. Zu diesen Kosten zählten neben der Trinkwasseraufbereitung und der Überwachung von Lebensmitteln auch Behandlungs- und Krankenhauskosten nach Vergiftungen sowie Arbeitsausfälle.
Die Bundesregierung will die Genforschung weiter erleichtern und damit den deutschen Biotechnikmarkt zur Nummer eins in Europa ausbauen. Dies kündigte Forschungsminister Rüttgers (CDU) an. So soll die bisherige Sicherheitsstufe eins für leichtere Forschungsarbeiten und Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen abgebaut werden. Rüttgers verlangte aber gleichzeitig eine klare Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.
Wieder wurde eine Schiffsladung gentechnisch veränderter Mais aus den USA entdeckt. Die Ware war über die Niederlande importiert worden, obwohl dies einen Verstoß gegen EU-Recht darstellt. Die USA weigern sich, normalen und gentechnisch veränderten Mais zu trennen.
In der Rodungssaison 1994 bis 1995 wurden im Amazonasbecken 29.000 Quadratkilometer tropischen Regenwalds vernichtet. Dies entspricht einer Fläche, die fast der Ausdehnung Belgiens gleichkommt. Der Umfang der Zerstörung war damit beinahe dreimal so groß wie noch 1992, als der Ruf nach Rettung der Regenwälder das Motto für den internationalen Umweltgipfel in Rio lieferte.
Die mexikanische Regierung hat die Beteiligung von staatlichen Behörden und Sicherheitskräften an einem Massaker in Chiapas eingeräumt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, unterstützten die Regionalregierung des südmexikanischen Bundesstaates und die Polizei den Überfall paramilitärischer Gruppen auf das Dorf Acteal am 22. Dezember 1997, bei dem 45 indianische Ureinwohner niedergemetzelt wurden. In Chiapas kämpft die EZLN seit 1994 für deren Rechte.
Die Stromproduktion mit Windkraftanlagen in Deutschland ist von 2,2 Milliarden Kilowattstunden 1996 auf rund drei Milliarden Kilowattstunden im vergangenen Jahr gestiegen. Die Windenergie sei damit nach der Wasserkraft die zweitwichtigste Quelle erneuerbarer Energie in Deutschland geworden, teilte das Internationale Wirtschaftsforum für Regenerative Energien in Münster mit.
Sachsen-Anhalt wird gegen die im Februar verabschiedete Neufassung des des Atomgesetzes beim Bundesverfassungsgericht klagen. Gerügt wird die Verletzung des Einigungsvertrages. Dieser schrieb die DDR-Betriebsgenehmigung für das Atommüll-Endlager bis Juni 2000 fest. Die Atomgesetz-Novelle verlängert diesen Zeitraum bis 2005. Dies sei vertragswidrig. Sachsen-Anhalt könne trotz des Untergangs der DDR deren Rechte geltendmachen.
Fast verdreifachen werden sich die Vorräte an Plutonium auf der Welt innerhalb der nächsten zwölf Jahre, von derzeit 140 auf 400 Tonnen, heißt es in einem Bericht der Atomspediteure von NAC International in Atlanta (Georgia). Der von der Nuklearindustrie zwei Jahre lang geheimgehaltene Bericht war der Umweltorganisation Greenpeace zugespielt worden, die ihn veröffentlichte. Der überwiegende Teil des Plutoniums stammt aus den Wiederaufbereitungsanlagen der französischen Firma Cogema in La Hague und Marcoule sowie der britischen Anlage in Sellafield.
Der russische Atomkomplex Majak im südlichen Ural, seit einem halben Jahr wieder in Betrieb, ist gegenwärtig das am stärksten radioaktiv verseuchte Areal der Erde, wie der norwegische Radiologe Per Strand resümiert. Insgesamt hat die Anlage mehr als fünfmal soviel radioaktive Isotope Strontium-90 und Caesium-137 an die Umwelt abgegeben, als im selben Zeitraum durch sämtliche Atombombentests, durch die Katastrophe von Tschernobyl und alle anderen Quellen zusammen freigesetzt wurden. Durch Unfälle und absichtliche Freisetzung, so der Bericht, sei ein Areal von 20.000 Quadratkilometern verseucht worden, mehr als 16.000 Einwohner aus 40 Ortschaften mußten seit 1950 evakuiert werden. In einer 30 Quadratkilometer großen Zone um den Atomkomplex darf es weder Wohnungen noch Bauernhöfe geben.
Der Klimawandel durch den Treibhauseffekt wird Deutschland nach Expertenansicht in den nächsten Jahrzehnten wärmere Sommer und mildere Winter bescheren. Das Weltklima befinde sich derzeit in einer Umbruchphase, auch Phänomene wie El Niño könnten deshalb künftig häufiger auftreten. Nach Modellrechnungen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung wird vermutet, daß in Deutschland in den nächsten 20 bis 30 Jahren die Winter milder, die Sommer wärmer werden und es insgesamt zu einer Verminderung des Wasserhaushalts kommt. Es sei mit weniger Wasser oder Niederschlag zu rechnen.
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