Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Seit 1993 gibt es ihn nun schon, den EINE WELT info LADEN. Fast unscheinbar versteckt er sich rechts im Erdgeschoß des roten Backsteingebäudes der St. Laurentius-Gemeinde in Berlin-Köpenick, gleich neben der Krankenkasse mit den sechs grünen Buchstaben. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschen im Umkreis aufzuklären über die Möglichkeiten des Fairen Handels.
Mit dem Friedensdekadengottesdienst 1992, welcher unter dem Motto Erst stirbt der Regenwald, dann... stand, begann der Verkauf von fair gehandelten Waren als ein Projekt der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Oberspree. In der ersten Zeit verkauften die Betreiber diese Produkte zu den verschiedensten Gemeindeveranstaltungen. 1993 erhielten sie von der St. Laurentius Kirchgemeinde Köpenick einen Raum, so daß der Laden ab diesem Zeitpunkt regelmäßig öffnete. Zusätzlich unterstützten sie zwei weitere Gemeindekreise.
Deshalb kann der Laden nun 4 x in der Woche öffnen nämlich Mo, Mi, Do 16- 19.00 Uhr und Di 10-12 Uhr. Diese Öffnungszeiten können sich aber während der Schulferien ändern.
Exotisch wirken die Hängematten, Mobiles und Strohhüte hängen durch die kleinen Fenster nach draußen und so mancher riskiert einen schüchternen Blick in den erleuchteten Raum, um sich dann später einmal hineinzuwagen. Den Betreibern geht es aber nicht darum, Exotik nach Köpenick zubringen, sondern vor allem um über die Möglichkeit des fairen Handels zu informieren. Denn daß es hier viel Nachholbedarf gibt, haben sie seit dem Beginn ihrer Arbeit gemerkt. Wer von uns denkt schon daran, wie wenig eine Planatagenarbeiterin Lateinamerika bekommt, wenn wir unseren Kaffee trinken. Was meint Ihr, wie lange Kinderhände an Ihrem Teppich geknüpft haben, der jetzt bei Euch im Flur mit Füßen getreten wird?
Und dennoch gibt es Menschen, die machen sich Gedanken über Produkte, die sie kaufen. Sie finden sich nicht mit dem Kleingedruckten Made in .... ab, sondern wollen mehr über die Menschen erfahren, welche dort arbeiten. Fairer Handel bedeutet vor allem, daß wir fair bezahlen. Daß von 7 DM, die wir für ein Pfund Kaffee bezahlen, nicht mehr viel übrigbleibt, wenn man Produktionskosten, wie Rösten, Mahlen, Verpacken und Transport abzieht, kann sich wohl jeder vorstellen. Das liegt aber nicht an den hohen Produktionskosten, sondern vor allem an den Zwischenhändlern, die die Rohware weiter verkaufen und alle das große Geschäft machen. Denn bevor der Kaffee aus Lateinamerika oder Afrika nach Deutschland kommt, passiert er viele Länder und Hände und mit ihm auch das Geld. Das Prinzip des Kaffeehandels läßt sich unendlich fortsetzen, auch für Waren wie Tee, Kakao, Zucker, Textilien und Kunsthandwerk. Organisationen des Fairen Handels, wie die gepa, El Puente oder Dritte Welt Partner Ravensburg, wollen diese Zwischenhändler ausschalten und kaufen direkt bei den Genossenschaften ein. Desweiteren sind die Produzenten auch nicht von dem schwankenden Weltmarktpreis abhängig. Die fairen Handelsorganisationen garantieren den Produzenten Mindestpreise und garantierte Abnahmemengen.
Das Angebot umfaßt: Kaffee und Tee, Schokolade, Knabbereien und andere Lebensmittel, Kunsthandwerk, Musikinstrumente, Spielsachen, Textilien, Schmuck, umweltverträgliche Schreibwaren.
Das Angebot kommt u.a. aus den Ländern Chile, Indien, Algerien, Kenia, Uruguay, Philippinen, Tansania, Nicaragua, Guatemala.
Seit einiger Zeit gibt es im Laden Informationen zu den Möglichkeiten nach der Schule oder während der Ferien ins Ausland zu gehen, also Infomaterial z.B. zu Au Pair Diensten, Workshops, Freiwilligendiensten.
Die Anschrift: EINE WELT info LADEN, Kirchstraße 4, 12555 Berlin-Köpenick, eine-welt-infoladen@jpberlin.de
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