Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(ne) In den kommenden fünf Jahren wird Shell eine halbe Milliarde Dollar in regenerative Energien investieren. Das Feindbild Nummer eins der Umwelt- und Menschenrechtsgemeinde arbeitet an einer Erweiterung seines Geschäftsbereiches Shell International Reneweables. Nach Aussagen des Konzerns sollen nachhaltige Entwicklung und umweltschonende Technologien gefördert werden.
Wenn in 50 Jahren tatsächlich die letzten Ölquellen versiegen, werden sich die Planer der Royal Dutch/Shell-Gruppe gedacht haben, ist guter Rat teuer. Deshalb setzt Shell ab jetzt längerfristig auf ein verstärktes Engagement in den Sektoren Biomasse, Forstwirtschaft und Solaranlagen. Bis zum Jahr 2005 strebt Shell einen Anteil von 10 Prozent an dem derzeit 1,7 Millarden Dollar schweren Solarzellen-Geschäft an. Durch Partnerschaften, unter anderem mit Siemens, will der Shell-Konzern weltweit in die Spitzengruppe unter den Solarzellenproduzenten aufschießen. Der Wirkungsgrad der Solarzellen soll durch Forschung weiter verbessert werden, und an der Entwicklung von schlüsselfertigen Anlagen zur weltweiten Billigproduktion von Solarzellen wird intensiv gearbeitet.
Außerdem plant Shell, sein Engagement im Bereich Forstwirtschaft und Biomasse weiter auszubauen, da sich die Verwendung von Holz als Energieträger zur Erzeugung von Strom und Wärme laut Shell in naher Zukunft zu einer konkurrenzfähigen Alternative zu Atom-, Kohle- und Ölkraftwerken entwickeln wird. Auf einer Plantagenfläche von insgesamt 200.000 Hektar in den Ländern Chile, Kongo, Paraguay und Uruguay baut Shell als Teilhaber Harthölzer, Pinien und Eukalyptusbäume an. Ein nachhaltiger und umweltgerechter Anbau von Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung ist laut Shell das Ziel der Bemühungen. Shell beabsichtigt, im Jahr 1999 zwanzig kleinere Anlagen zur Erzeugung von Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen zu errichten. Überdies wurde im Jahr 1998 mit dem Bau einer Großanlage zur Stromerzeugung aus Biomasse begonnen.
Eine Shell-Studie sagt voraus, daß bis zum Jahr 2050 der Anteil regenerativer Energien an der weltweiten Energieversorgung bis zu 50 Prozent betragen könnte. Ein enormer Markt, den der Ölkonzern, der mit einem Jahresumsatz von 128 Mrd. Dollar zu den größten der Welt zählt, wohl am ehesten an sich reißen könnte.
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