Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Unter dem Titel Gegen den AtomStrom ist eine sechsteilige Faltblattreihe erschienen. Die Reihe gibt einen kompetenten und verständlichen Überblick über die Argumente gegen die Nutzung der Kernenergie. Die Flugblätter haben vier bis sechs Seiten und sind mit vielen Abbildungen und Fotos illustriert. Das erste Blatt faßt die wichtigsten Fragen und Antworten zur Nutzung der Kernenergie und damit den Inhalt der anderen zusammen. Die anderen Faltblättern behandeln Themen rund um die nukleare Brennstoffspirale: Uranabbau und Brennelementeherstellung, den Betrieb von Atomkraftwerken, Atomtransporte, Wiederaufarbeitung und Alternativen zur jetzigen Energiepolitik.
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Toilettenpapier enthält nur wenige gesundheitsschädigende Stoffe, ist allerdings häufig nicht gerade umweltfreundlich. Dabei ist Klopapier aus Recyclingpapier nach Angaben der Zeitschrift Öko-Test (Ausgabe Dezember 1998) hautverträglich und muß den Vergleich mit solchem aus frischen Holzfasern nicht scheuen. Insgesamt ist festzustellen, daß mensch sich beruhigt den Hintern abwischen kann: Die meisten Produkte sind gut verträglich, egal, ob sie umweltfreundlich aus Altpapier oder umweltschädlich aus Bäumen hergestellt wurden.
Ohrfeige für den Berliner Senat: Auch das als konservativ bekannte Berliner Oberverwaltungsgericht verpflichtete die Verkehrsverwaltung, Verkehrsbeschränkungen auf der Wilmersdorfer Ludwigkirchstraße zu prüfen. Geklagt und schon in der ersten Instanz gewonnen hatten AnwohnerInnen, die sich zu hohen Lärm- und Schadstoffbelastungen ausgesetzt sahen. Die Verkehrsverwaltung hatte den Antrag, Tempo 30 und ein LKW-Fahrverbot einzuführen und die Straße zu verengen, ohne nähere Prüfung auf einem Formularbescheid abgelehnt. Jetzt müssen die Lärm- und Schadstoffwerte ermittelt werden, und auf deren Basis muß eine neue Entscheidung getroffen werden. Ob die allerdings zu einer Änderung führen wird, bleibt fraglich. Wenn die AnwohnerInnen Pech haben, brauchen sie erst noch die zweite Klagerunde, und wenn sie so lange durchhalten, werden sie vielleicht weit im nächsten Jahrtausend das Aufstellen der Tempo-30-Schilder beobachten können.
Wenn sie Glück haben, geht es ihnen aber wie den Menschen im Birnhornweg in Mariendorf: Ein herzkranker Anwohner hatte seit Jahren ein LKW-Nachtfahrverbot für die beliebte Abkürzungsstrecke gefordert. Nachdem er vor dem Verwaltungsgericht Klage eingereicht hatte, beugte sich der Verkehrssenat der Macht der Argumente und ordnete das Verbot an. Bisher hatte sich der Senat stets geweigert, die Gesundheitsgefahren für AnwohnerInnen hochbelasteter Straßen ausreichend zu berücksichtigen. Offenbar fürchtete mensch aber einen Präzedenzfall und lenkte deshalb ein. Die vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen koordinierte Initiative Rechtsschutz gegen Luftschmutz kann sich auf jeden Fall über Munition für ihre weiteren Prozesse freuen.
Für die Ausdehnung der Dienstpflicht auf junge Frauen hat sich Alt-Bundeskanzler Schmidt (SPD) ausgesprochen. Im Spiegel special sagte er, der Gleichbehandlung beider Geschlechter wegen sollte ein soziales Pflichtjahr für Frauen eingeführt werden. Auf die Idee, die Wehrpflicht abzuschaffen, scheint er nicht gekommen zu sein.
Drei Prozent aller Gemüse und Früchte in der Europäischen Union und Norwegen sind unzulässig stark mit Pestiziden belastet. Die EU-Kommission hatte 41.000 Proben untersuchen lassen und dabei in 40% Rückstände der Gifte gefunden. Europaweite Grenzwerte gelten nur für 73 der etwa 800 verwendeten Schädlingsbekämpfungsmittel; für den Rest müssen die einzelnen Mitgliedsstaaten Obergrenzen festlegen. Diese sind eigentlich auch für die Überwachung zuständig trotzdem fanden sich auf jedem dreißigsten Produkt mehr Gifte als zulässig. Wie gut, daß es noch die Anbauverbände des ökologischen Landbaus gibt, die garantieren, daß es bei ihren Mitgliedern gar nicht dazu kommen kann, weil diese gar keine Pestizide einsetzen dürfen.
Papst Johannes Paul II. hat sich scharf gegen Bestrebungen zur Demokratisierung der Kirche gewandt. Bei einem Treffen mit österreichischen Bischöfen sprach er in diesem Zusammenhang von Fehlentwicklungen. Die Wahrheit sei kein Produkt einer Kirche von unten, sondern komme von oben, von Gott.
Nach Solaruhren und solchen, die ihre Energie aus der Bewegung des Arms erhalten, gibt es eine weitere Technik, die ohne Batterien und Aufziehknöpfe auskommt: Die thermische Armbanduhr eines japanischen Herstellers nutzt die Temperaturdifferenz zwischen der Haut und der Umgebungsluft, um die zum Betrieb nötige Energie zu erzeugen.
Der Gesamtenergieverbrauch dürfte 1998 um 1,7% unter dem Niveau des Vorjahres liegen: Wasser- und Windkraft stiegen zwar um 4,5%, sind aber mit einem Anteil von 0,5% immer noch unbedeutend. Atomkraft macht 12% aus, 7,5% weniger als 1997. Wichtigster Energielieferant bleibt Mineralöl mit 40%, gefolgt von Erdgas mit 21%.
Aus Berlin gibt es für den Stromverbrauch endgültige Zahlen aus dem ersten Halbjahr 1998, die diesen Trend bestätigen: Der Verbrauch sank danach leicht um 1,9% auf 6895 Gigawattstunden, wovon 74% durch die Bewag erzeugt wurden.
Autofahren ist im Herbst 1998 gegenüber dem Vorjahr billiger geworden: Während die Lebenshaltungskosten allgemein um 0,7% stiegen, lag der von ADAC und Statistischem Bundesamt erstellte Autokosten-Index um 0,9% unter dem Vorjahreswert. Das dürfte insbesondere am sehr stark gefallenen Benzinpreis liegen. Viel Luft also für eine Ökosteuer die angekündigten sechs Pfennig pro Liter werden wohl noch nicht einmal diesen Preisverfall ausgleichen können.
Ein Kompromiß zum Radioaktivitätsgrenzwert ermöglichte die Verabschiedung der neuen EU-Trinkwasser-Richtlinie. Es wird damit gerechnet, daß die Bundesregierung die neuen Vorgaben im nächsten Jahr (=zügig) mit einer Novelle zur Trinkwasserverordnung umsetzt. Der Verbraucherschutz verbessert sich, da die Grenzwerte dann nicht mehr für den Hausanschluß, sondern für den Zapfhahn des Verbrauchers gelten. Die Verantwortungsteilung zwischen Wasserbetrieb (Rohrnetz) und Grundstückseigentümer (Hausinstallation) bleibt bestehen. Der Bleigrenzwert wird auf 10 Mikrogramm/l herabgesetzt.
51 Jahre nach ihrem Aussterben in der Elbe sind am 26. Oktober 1998 bei Rathmannsdorf (zwischen Dresden und der Grenze zu Tschechien) erstmals wieder ausgewachsene Lachse entdeckt worden. Etwa 30 Exemplare von 60-70 cm Länge wurden in einem Elbenebenfluß, bezeichnenderweise dem Lachsbach, unterhalb eines Wehres gesichtet. Damit zeitigen die seit 1995 laufenden Aussetzungsversuche von Lachslaich den ersten Erfolg. Neben der Wasserqualität schränken Wanderhindernisse wie Wehre und Dämme die Wiederansiedlungschancen ein. Verbesserungen schaffte hier die neue Fischaufstiegsmöglichkeit bei Geesthacht, der einzigen Elbestaustufe auf deutschem Boden.
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