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BUNDjugend macht auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam

Buntes Straßentheater gegen Ölmulti Shell

(ne/co) Ein buntes Straßentheater vor der Shell-Tankstelle am Weddinger Leopoldplatz sollte die WeihnachtseinkäuferInnen an die Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen erinnern, die der Shell-Konzern scheinbar mit Erfolg mit einem „grünen Deckmäntelchen“ tarnt.

Immer noch herrschen untragbare Verhältnisse in Nigeria. Zwar hat sich der Shell-Konzern aus dem Gebiet der Ogoni zurückgezogen, doch Umweltverschmutzung durch ausgelaufenes Öl, giftigen Bohrschlamm und die Abfackelung von Erdgas bedrohen nach wie vor den kleinen Volksstamm der Ogoni. Die einfachen Leute, die sich vor dem rabiaten Eingriff Shells in das Ökosystem des Nigerdeltas von Fischfang und Landbau ernährten, fordern Entschädigung. Sie machen den Shell-Konzern für die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, der unberührten Natur, und für die hohe Sterblichkeitsrate in ihrem Gebiet verantwortlich.

Die über 30 Jahre währende Ausbeutung und Zerstörung des Nigerdeltas hatte 1995 endlich auch die Beachtung der Weltöffentlichkeit gefunden, als der nigerianische Menschenrechtler Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter von der dortigen Militärregierung unter einem Vorwand hingerichtet wurden. Sie hatten unter anderem das Menschenrecht auf eine saubere Umwelt gefordert. Der Shell-Konzern arbeitete durch seine Ölförderprojekte im Nigerdelta dem kriminellen nigerianischen Militärregime zu. Über 80% der Gewinne aus dem Ölgeschäft wanderten in die Kassen der Militärjunta. Doch bisher weigert sich der Konzern, die Ogoni für enteignetes und verseuchtes Land angemessen zu entschädigen. Die werbewirksamen Slogans von Shell entpuppen sich ein ums andere Mal als heiße Luft. Daß unter dem grünen Mäntelchen des Konzerns weiter rücksichtslose Geldgier regiert, wird immer wieder deutlich.

An einem Ölförderprojekt im Tschad und Kamerun beteiligt sich der Konzern voraussichtlich mit 40% der Kosten. Die Zerstörung der Umwelt ist nur eine der zu befürchtenden Folgen der Ölförderung im südlichen Tschad und der 1050 km langen Pipeline durch Kamerun. Die Regierung im politisch instabilen Tschad reagierte auf erste Proteste, indem sie die Projektregion zur gesetzesfreien Zone erklärte und damit grundlosen Inhaftierungen, Folter und Lynchjustiz den Weg ebnete.

„Stoppt die weitere Erschließung von Ölquellen!“, lautete daher die Forderung der bunt verkleideten UmweltschützerInnen. Und an die zahlreichen Passanten richtete sich der Appell, auch in der Vorweihnachtszeit nicht zu vergessen, daß ihr Wohlstand nur auf Kosten der Länder der sogenannten Dritten Welt möglich ist.

„Im Tschad herrschen ähnlich instabile politische Verhältnisse wie in Nigeria, die Shell nach eigener Aussage für sich nutzen wird. Im Klartext bedeutet das: Verstöße gegen Umweltauflagen, Enteignungen der dortigen Bevölkerung und Niederschlagung von jeglichem Widerstand“, so Bianca Karst, eine der DemonstrantInnen. „Wir dürfen nicht vergessen, daß unser Kaufverhalten die Unternehmenspolitik der Großkonzerne mitbestimmt. Wer bei Shell tankt, finanziert Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen. Für jeden Liter Benzin gelangen tausende von Litern Rohöl in Boden, Grundwasser und Flüsse. Umweltstandards, die in Europa für Shell kein Problem darzustellen scheinen, werden in Ländern wie Nigeria oder Tschad nicht einmal ansatzweise befolgt.“


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