Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
(ne) Eine Studie der amerikanischen Cornell-Universität, die die Befürchtung äußert, Bt-Mais der Firmen Novartis, Monsanto und Pioneer Hi-Bred töte nicht nur Schädlinge, sondern auch verschiedene Schmetterlingsarten, hat in Frankreich und Österreich zu einem Verbot, bei der zuständigen EU-Kommission zu einem Aussetzen des Genehmigungsverfahrens für Genmais geführt.
Nachdem genmanipulierter Mais der Firma Novartis zuletzt wegen seinem Antibiotika-Resistenzgen in die Kritik geraten war, haben amerikanische Forscher nun herausgefunden, daß das Insektizid des veränderten Mais nicht nur Schädlinge, sondern auch Schmetterlinge tötet. Die Raupen der Monarch- und Königsschmetterlinge waren mit den Pollen der Maispflanzen gefüttert worden und anschließend verendet.
Auf das Bekanntwerden der Studie reagierte die zuständige EU-Kommission mit einem Aussetzen des Zulassungsverfahrens für eine neue Maissorte der Firma Pioneer Hi-Bred. Die bereits zugelassenen Sorten der Firmen Monsanto und Novartis waren nicht betroffen. Jedoch reagierte das Wiener Gesundheitsministerium sofort mit einem Einfuhrverbot für Genmais. Das Verbot solle so lange gelten, bis sichergestellt sei, daß der Gen-Mais ausschließlich Schädlinge wie den Maiszünsler abtöte.
Umweltorganisationen sehen im Gen-Mais eine Gefahr für die Artenvielfalt. Da der Pollen solcher Maispflanzen sich über Kilometer hinweg verbreiten kann, besteht die Gefahr, daß die Schmetterlingsbestände ganzer Landstriche ausgerottet werden. Wegen der vielen unbekannten Risiken fordern sie schon seit langem ein generelles Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Die Verbote, die erst kürzlich von den Regierungen Frankreichs, Österreichs und der Schweiz ausgesprochen wurden, geben ihnen Recht.
Greenpeace forderte von der EU-Kommission weitergehende Schritte. Nach dem Vorsorgeprinzip sei es nötig, auch den Anbau der bereits zugelassenen Maissorten zu stoppen. Der Anbau transgener Maissorten ist wegen der Gefahr für Umwelt und Gesundheit inzwischen in den meisten EU-Ländern verboten. Allein in Deutschland und Spanien wächst mit Sondergenehmigungen Gen-Mais auf begrenzten Flächen heran.
Auch heimische Schmetterlinge könnte das Insektengift des Bt-Mais treffen. Eine der Versuchsflächen für Gen-Mais befindet sich in unmittelbarer Nähe eines der größten Naturparke Hessens, der Schaden für die dortige Fauna ist nicht abzusehen. Nach Auskunft eines Mitarbeiters der Oberen Naturschutzbehörde kommen vierzehn Schmetterlingsarten in dem Gebiet vor und sind gefährdet.
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