Juckreiz Die Jugendumweltzeitung aus Berlin
Bayrische Öko-Winzer wehren sich gegen den Anbau von genmanipulierten, pilzresistenten Rebstöcken. Die Risiken der Freisetzung genmanipulierter Weinreben seien nicht zu rechtfertigen, zumal auch mit herkömmlichen Zuchtmethoden schon pilzresistente Rebsorten gezüchtet worden seien.
Die Zellen des Klonschafs Dolly sind laut einem Bericht des Wissenschaftsmagazins Nature schon 7 Jahre alt. Das Erbmaterial des Klons scheint also ungeachtet seiner zweiten Geburt zu altern. Dennoch weist Dolly bisher keine äußerlichen Abnormitäten auf.
Aufgrund des hohen Verbraucherdrucks verpflichten sich jetzt auch englische Restaurants und Schnellimbisse dazu, gentechnisch veränderte Produkte von der Speisekarte zu streichen. Fütterungsversuche mit Gen-Kartoffeln hatten bei Ratten krankhafte Reaktionen ausgelöst. Die Liste der Unternehmen, die sich dazu bereit erklärten, auf dem englischen Markt keine Produkte mit gentechnischen Zusätzen mehr zu vertreiben, wächst rapide. Sogar Gentechnik-Verfechter Nestlè will auf dem englischen Markt keine Gen-Produkte mehr verkaufen.
Der größte deutsche Hersteller von Gefrierkost, Frosta, will demnächst keine Produkte mit genmanipuliertem Soja mehr verkaufen. Der Hersteller verspricht, es würden nicht nur kennzeichnungspflichtige Produkte vom Markt genommen, sondern auch solche, bei deren Erzeugung Gentechnik eine Rolle gespielt hat (Stichwort: Lecitin).
Das Unternehmen deCODE Genetics hat Anfang des Jahres die exklusiven Verwertungsrechte für anonymisierte Krankendaten der gesamten isländischen Bevölkerung erworben. Aus den Daten der 270.000 Einwohner erhofft sich das Unternehmen Aufschluß über die Ursache von Erbkrankheiten. Der Verkauf solcher Daten wird von isländischen Wissenschaftlern als Skandal bezeichnet. Der Datenschutz sei nicht gewährleistet und eine kommerzielle Nutzung solcher Informationen fragwürdig.
Vor einem Jahr wurde durch das Bundeskriminalamt eine zentrale Gen-Datenbank eingerichtet. Sie soll die aus Körperzellen Krimineller gewonnenen genetischen Fingerabdrücke registrieren und vor allem bei Sexualdeliketen zu einer schnellen Überführung des Täters beitragen. Doch der Datenbestand wächst nur langsam, und die Zahl der Erfolge hält sich in Grenzen. Die Labors in den einzelnen Ländern seien überlastet und die Tatsache, daß jede Genanalyse genehmigt werden müsse, hinderlich. Kritiker hatten von Anfang an vermutet, daß die Gen-Datei vor allem auf Einbruchstäter zugeschnitten sei, was sich zu bewahrheiten scheint.
Vom 13. 23.August veranstaltet das Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche ein Aktionscamp in der Nähe eines Gentechnik-Versuchfeldes der Firma AgrEvo bei Schönfeld nordöstlich von Berlin. Zu diesem Zeitpunkt wird die AgrEvo versuchen, gentechnisch manipulierten Winterraps auszusäen, außerdem wachsen dort auch genmanipulierte Mais- und Zuckerrübenpflanzen.
Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche, c/o DOSTO, Breitscheidstr. 43a, 16321 Bernau, Telefon/Fax 03338/5590, e-Mail: genaktionsbuendnis@bernau.net
Der wissenschaftliche Ausschuß bei der EU-Kommission wird gegenüber Gentechnik kritischer. Er lehnte zwei Anträge der Firma Monsanto ab, gentechnisch veränderte Baumwolle zuzulassen. Die Sorten sollen gegen bestimmte Insetken und Pflanzenschutzmittel restistent sein. Mit der Ablehnung dürfen diese Sorten in der EU weder angebaut werden, noch ist eine Einfuhr zulässig. Zuvor war bereits eine veränderte Tomate der Firma Zeneca durchgefallen; der Antrag für die Gen-Kartoffelsorte der Firma Avebe wurde zurückgezogen. Damit ist seit etwa einem Jahr keine gentechnisch veränderte Pflanze für Anbau und Vermarktung zugelassen worden.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine Kampagne gegen gentechnisch veränderte Pflanzen auf kommunalen Flächen gestartet. Kirchen, Städte und Gemeinden sollen kein genmanipuliertes Saatgut auf ihren Flächen dulden und dies auch in den Pachtverträgen mit Landwirten festlegen. Als erste Großstadt hat sich München der Initiative angeschlossen.
Zehn Prozent Biolandbau wären einfach zu erreichen: Dafür müßten die VerbraucherInnen also wir nur jeden Monat pro Person drei kleine Brote, 1,5 Liter Milch, ein Pfund Kartoffeln, vier Eier und 75 Gramm Wurst oder Fleisch ökologisch statt konventionell kaufen. Damit ließe sich die Öko-Fläche verfünffachen.
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