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Deutsche Jugendumweltbewegung in gebeuteltem Weißrußland aktiv

Hilfe für Weißrußland, selber organisiert

(ar) Seit fast vier Jahren gibt es den Arbeitskreis Weißrußland. Jugendumweltbewegte aus ganz Deutschland arbeiten mit zumeist Jugendlichen Umweltschützerlnnen und Oppositionellen in Weißrußland zusammen. Gerade die drei großen Katastrophen Weißrußlands: Tschernobyl, die Diktatur und der wirtschaftliche Zusammenbruch machen die internationale Zusammenarbeit so wichtig.

Tschernobyl: Weißrußland ist das von Tschemobyl hauptbetroffene Land. Rund 2 Mio. Menschen leben noch immer in der verseuchten Zone. 70.000 DM an Spenden konnte der Arbeitskreis in den vergangenen Jahren sammeln, mit denen in der Tschemobylzone Basisprojekte unterstützt wurden. 11 Schulen haben sich daran beteiligt, die auf unsere Initative hin eigene langfristige Partnerschaftsprojekte mit Schulen in der Tschemobylzone aufgebaut haben.

Diktatur

Lukaschenko: Präsidialdiktator Weißrußlands und Ex-Kolchoseleiter, der Oppositionelle verschwinden läßt oder ins Gefängnis steckt, Studentlnnen exmatrikuliert, Zeitungen verbietet. Da bleibt wenig freie Luft zum Atmen. Der Arbeitskreis unterstützt ein wachsendes weißrussisches Netzwerk unabhängiger Jugendzentren mit Computem, CDs, Wandfarben und Geldspenden. Einmal im Jahr lädt der Arbeitskreis jugendliche VertreterInnen der Jugendzentren nach Deutschland ein, um sich hier vergleichbare Jugendprojekte anzuschauen und Kontakte zu knüpfen. In Weißrußland werden interne Fortbildungen und Austauschforen finanziert.

Armut

Wirtschaftlicher Zusammenbruch: Weißrußland verarmt immer weiter. Die Industrie ist weitgehend zusammengebrochen, die Landwirtschaft liegt am Boden. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 60 DM im Monat. Viel bekommt man dafür allerdings auch in Weißrußland nicht. Lukaschenkos scharfsinnige Analyse lautet: „Wenn die Arbeiter hier unglücklich sind, müssen sie sich an die eigene Nase nehmen. Man lebt eben so gut wie man arbeitet“. So einfach ist das.

Die große Armut zeigt uns aber auch, wie viel wir als Jugendinitiative mit wenigen Spenden erreichen können. Der Jugendpfleger einer weißrussischen Stadt wurde entlassen, weil er der Opposition angehörte. Nun stand er ohne Geld und Job da. Mittlerweile arbeitet er im und für das unabhängige Jugendzentrum, das in zwei Kellerräumen untergebracht ist. Mit 200 DM im Monat finanzieren wir sein Gehalt und die Miete für das kleine Zentrum. Und die Jugendumweltbewegung?

Auch die gibt es in Weißrußland. Mit verschiedenen Jugendumweltgruppen arbeiten wir zusammen, laden sie dreimal im Jahr zu gemeinsamen Seminaren nach Deutschland ein, helfen mit kleinen Spenden weiter und produzieren gemeinsame Publikationen. In Kürze wird eine Broschüre zum Thema „Umweltschutz und Umweltbewegung in Weißrußland“ erscheinen. Zwei konkrete Projekte drehen sich um Solar und Wasser.

Komm mit!

Natürlich fahren wir auch regelmäßig nach Weißrußland, um unsere Freunde zu besuchen, Spaß zu haben, Neues zu erfahren und die Pläne für zukünftige Projekte zu schmieden.

Mach mit!

Denn noch viele unabhängige Jugendzentren und -umweltgruppen würden sich über Kontakte nach Deutschland freuen. Auch weiterhin suchen wir Schulen, die die Patenschaft für ein Tschemobylprojekt in einer weißrussischen Schule über nehmen.

Ganz dringend werden weitere Spenden gesucht, damit die Jugendzentren weiterhin ihre Miete zahlen können.

Alle drei Monate trifft sich der Arbeitskreis. Komm doch mal vorbei. Fahrtkosten werden erstattet. Kostenlos nehmen wir dich auch geme in unseren Rundbriefverteiler auf. Außerdem sind wir noch in anderen Teilen Osteuropas aktiv.

Kasachstan: Im Sommer 2000 wollen wir zum ersten Mal hinreisen.

Rußland: Im September wollen wir eine Jugenddelegation der Indigenen Völker Nordrußlands nach Deutschland einladen.

Litauen: Im Sommer fahren wir wieder nach Litauen, um gemeinsam mit jugendlichen litauischen Umweltschützerlnnen im Naturschutz zu arbeiten. Anschließend kommt uns eine litauische Gruppe besuchen.

Helfende Hände und Neugierige wie immer dringend erwünscht.

Achim Riemann, Jugendumweltbüro Hannover, Große Barlinge 58a, 30171 Hannover, Tel: 0511/883 491, Fax 882 870, e-Mail: JANUN.Hannover@t-online.de


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