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Benefizkonzert für Mosambique

Schönes aus traurigen Anlässen

(rr) Hubschrauber fliegen über braunes Wasser, aus dem Dächer ragen. Jeden abend um Acht können wir mitfliegen und uns ein paar eindringlich genäselte Kommentare der Korrespondenten vor Ort anhören. Die Namen der Länder kommen uns bekannt vor. Schon mal gehört. Wir ordnen nach Kontinenten, aber wo genau sie liegen, wissen wir meistens nicht. Ja, ist denn das überhaupt so wichtig? Und was war dort eigentlich...? Bürgerkrieg, Putsch, Hungersnot: Ach ja, Regen, eine Flut.

Vielleicht sitzen wir noch ein paar weitere Stunden vor dem Fernseher, um die Berichte aus der Katastrophenregion zu sehen. Manche Bilder erregen Mitgefühl, doch meistens ist es nur die schaurige Ehrfurcht vor der Größe des Unglücks, der zerstörerischen Kraft der Natur und ihrer Gnadenlosigkeit, die uns erstarren läßt.

Der AK Eine Welt der BUNDjugend saß fast ebenso erstarrt in einer seiner Sitzungen. Ein trauriges Bild – zwei Menschen, und scheinbar ganz allein. Seit langem hatten sich keine Aktiven mehr gemeldet. Nur sporadisch erschienen auf den letzten Treffen nie mehr als drei Personen, und im allgemeinen verbreitete sich die Stimmung, hier ist nichts mehr los, der AK ist eingeschlafen.

Wenn man sich dann so anschaut, kommt man sich sehr verloren vor. Da wird schon durch Blicke gefragt: „Was soll man nun tun?“ Ja, was soll man tun? Reden, sich unterhalten. Die Themen des Tages reflektieren und eben auch die bedrückenden Nachrichten besprechen. Mosambique, der Regen, die Hilflosigkeit. Die der Menschen dort und die eigene. Das elende Gefühl, nichts zu tun. Nicht wissen, was man tun kann.

Und dann passiert das Schöne in kleinen Kreisen. Die Ideen werden geboren und setzen sich fort. Ein Benefizkonzert. Spontan und klein. Schnell und unproblematisch. Mit Freunden, für Freunde. Und für die Jugendarbeit in Mosambique. Die Idee wurde herumgestreut, und aus allen Ecken kommen die Aktiven, um zu helfen. Bei manchen war es dasselbe beklemmende Gefühl, das nur darauf gewartet hat, nicht länger vor dem Fernseher sitzen zu müssen, bei anderen die gute Gewißheit, in der BUNDjugend ist wieder was los. Die Bereitschaft, etwas Praktisches zu tun, war immens. Genug zu tun gab es allemal. Getränke einkaufen, das Essen zubereiten, den Flyer gestalten. Selten bieten sich Leute so gerne für freiwillige Arbeit an, wie es in der Vorbereitung für dieses Benefizkonzert geschah.

Bands waren leicht gefunden. Die Irish Folk Band Kilty Fanad war gerne bereit, auf der Veranstaltung zu spielen und genoß es sichtlich, zusammen mit der Free Folk Band Dafoot am Ende dieses einmaligen Abends gemütlich zu jammen. Schon bis dahin war das Konzert eine wahre Erlebnisveranstaltung. Auf dem Dachboden der BUNDjugend brannten Kerzen, während die Sonne in den Fenstern unterging. In dieser Stimmung mit den etwa 40 Gästen dem Klang Irischer Geigen, Gitarren und Gesängen zu lauschen hatte etwas Besonderes, das die Mühe der einmonatigen Vorbreitungen wert war.

Und nicht nur das. Der Erlös von 214,03 DM, der auf diesem Konzert durch Getränkeverkauf, Einlaß und Essen erzielt wurde, kommt einem Straßenkinderprojekt in Mosambique zugute, das von der Gesellschaft für internationale Kultur- und Bildungsarbeit getragen wird. Wer diese Gelegenheit zu helfen verpaßt hat, darf sich zwar ärgern, aber kann trotzdem unter dem Stichwort Straßenkinder in Mosambique auf das Konto 3965607103 bei der Berliner Bank, BLZ 100 200 00, für die Jugendarbeit nach der Flutkatastrophe spenden.


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