Juckreiz-Logo Juckreiz – Die Jugendumweltzeitung aus Berlin

Inhalt von Juckreiz 26

Juni 2000

NEU! Juckreiz Mitsubishi gibt größtes Salzgewinnungsprojekt der Welt auf: Gigant gibt nach und... schmollt NEU!
Nachgeliefert: nur hier, nicht in der Papierversion

Alle Dateien von Juckreiz 26 als Zip (64 kB)

Aktuelles Seiten 1-7Schwerpunkt: Expo 2000, Die Geldausstellung Seiten 8-17Hintergrund: Mobilfunk Seiten 20-21Neues aus der Jugendumweltbewegung Seite 18Service Seite 19Big Brother in Berlin Seite 22-23Nicht in der Papierausgabe

Aktuelles

Juckreiz Vorspiel: Es gibt kein richtiges Leben im falschen

Juckreiz Zwölf vor Fünf
Denk mal.

Juckreiz Schlechte Zeiten für Bleifüße: Autofreie aller Länder vereinigen sich
„Die Europäische Kommission hat Länder, Regionen und Kommunen dazu aufgerufen, sich am 22. September am Ersten Europaweiten Autofreien Tag zu beteiligen. In einer Deklaration erklärten die Initiatoren, die Aktion „In die Stadt – ohne mein Auto!“ solle auf die „negativen Folgen des Verkehrs“ aufmerksam machen. Vorher müssen die Teilnehmer die von allen Projektpartnern hierfür gemeinsam erarbeitete Europäische Charta unterzeichnen und den dort genannten Bedingungen zustimmen. Dazu gehört die Sperrung von Innenstadtbereichen oder -straßen für den Autoverkehr und ein verstärktes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Juckreiz Klage gegen Radwege: Ab zum TÜV
Radwege sind gefährlich. Deshalb wurde die Benutzungspflicht seit dem 1.10.1998 auf diejenigen Radwege beschränkt, die mit einem Schild versehen sind. Schilder dürfen nur aufgestellt werden, wenn dies erforderlich und der Radweg breit genug u.ä. ist. Da in Berlin regelmäßig gegen diese Vorschriften verstoßen wird, klagt jetzt jemand dagegen. Wir halten Euch auf dem Laufenden, was das Gericht als Radweg-TÜV sagt.

Juckreiz Aktuelle Kurzmeldungen

Juckreiz Zu Besuch bei der Urananreicherungsanlage: In Gronau regt sich was
Gronau und die dazugehörige Urananreicherungsanlage (UAA) liegen in Nordrhein-Westfalen. Leider ist Gronau den meisten Leuten noch kein Begriff – sehr zur Freude der UAA-Betreiber. Auch haben Teile der Anti-Atom-Bewegung noch immer die Einstellung „Der Atommüll ist das Wichtigste“ und konzentrieren sich daher nur auf Castortransporte. Die Urantranporte in die UAA bilden einen der ersten Schritte in der Produktionskette. Ihre Blockade ist eine gute Möglichkeit, die Entstehung des Atommülls zu verhindern – wenn wir schon nicht effektiv am Anfang der Brennstoffspirale, beim Uranabbau, ansetzen können. Ist eben doch etwas weiter weg.

Juckreiz gepa-Reis mit BUND-Zeichen „ohne Gentechnik“: „Fairer“ Reis in aller Munde
Reis ist in aller Munde. Reis ist nicht nur das Hauptnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Menschheit, sondern auch ein wichtiges Thema im Fairen Handel und auf der Bühne der Weltwirtschaft. Er wächst fast überall: als Tiefwasserreis in bis zu sechs Meter tiefem Wasser, auf Salzmarschen genauso wie in einer Höhe von 2700 Metern. Heute werden auf dem Weltmarkt nur wenige Sorten angeboten, obwohl es über 100.000 traditionelle Reissorten gibt (alte indische Schriften sprechen sogar von 500.000). In jüngster Zeit sind einige neue hinzugekommen – durch die Gentechnik. Ihr Nutzen bzw. ihr Schaden ist allerdings umstritten. Eine internationale Kennzeichnungsnorm für gentechnisch veränderte Lebensmittel existiert bisher noch nicht. Für Klarheit sorgt das Zeichen „ohne Gentechnik“.

Juckreiz Semesterticket für Berlin: Eine unendliche Geschichte
„Nee, nee, nee, eher brennt die BVG...“ – hat mal jemand vor ein paar Jahren gesungen (Ton Steine Scherben, der säzzer). Ich habe oft nicht übel Lust, sowas ähnliches auch zu singen. Es geht nämlich ums SEMTIX. Was sich im ersten Moment vielleicht wie ein Arzneimittel anhört, ist der Name für das Azubi/Studi-Semesterticket, was seit 1994/95 darauf wartet, in Berlin eingeführt zu werden. Bisher scheiterte es aber an den zu unterschiedlichen Preisvorstellungen von BVG/VBB und den Studierendenvertretungen an den Berliner Hochschulen.

NEU! Juckreiz Mitsubishi gibt größtes Salzgewinnungsprojekt der Welt auf: Gigant gibt nach und... schmollt NEU!
Nach sechs Jahren erreichte eine internationale Koalition aus Naturschützern, Wissenschaftlern und Politikern die Einstellung eines gigantischen Vorhabens der mexikanischen Regierung und der Mitsubishi Corporation zur Meersalzgewinnung – mitten im größten Biosphärenreservat Lateinamerikas. Das Wasser sollte aus der Lagune San Ignacio entnommen werden, der weltweit letzten ungestörten Kinderstube des Grauwals. Umweltschützer befürchteten eine große Natur- und Umweltkatastrophe.
Dieser Artikel hat in der Papier-Ausgabe keinen Platz gefunden. Er ist ausschließlich hier zu finden.

Schwerpunkt: Weltausstellung

Juckreiz Passen UmweltschützerInnen auf die Expo?
Vom 15. Juli bis 15. Oktober werden 900 Studentinnen aus aller Welt das erproben, was in Amerika die Regel und in Deutschland noch nicht einmal die Ausnahme ist: Die „Internationale Frauenuniversität“ (ifu) wird

Juckreiz Die Internationale Frauenuniversität ist von Kritik überschattet: Nörgeln bis nichts mehr übrig ist
Vom 15. Juli bis 15. Oktober werden 900 Studentinnen aus aller Welt das erproben, was in Amerika die Regel und in Deutschland noch nicht einmal die Ausnahme ist: Die „Internationale Frauenuniversität“ (ifu) wird in und um Hannover mit der Arbeit beginnen. Sowohl die finanziellen als auch die personellen Dimensionen erscheinen immens. 39 Sponsoren aus Wirtschaft und Politik fördern die ifu mit 16 Millionen Mark. 130 Wissenschaftlerinnen, Praktikerinnen und Künstlerinnen werden die Arbeit an sieben Hochschulstandorten zu den Themen Migration, Arbeit, Stadt, Information, Wasser und Körper vorbereiten. Ein Kriterium bei der Auswahl der Studentinnen: interdisziplinäre Ausrichtung und Erfahrung in der Frauenforschung. Kritikerinnen wie die Arbeitsgruppe „mamba Feministische Expo-Kritik“ sehen in der ifu jedoch alles andere als die Erfüllung eines feministischen Traumes.

Juckreiz Südsichten auf der Expo: Das Gute an der Expo
Wieder eine Expo mit hehrem Grundkonzept, die zum „Fun-Event“ mit dem Niveau eines Fußballspieles verkommt. Kein zweites Sevilla, so lautete die Botschaft. Statt dessen einen globalen Lernort für die Agenda 21 schaffen – eine Expo neuen Typs. Die erste Expo mit entwicklungspolitischem Ziel: Die „brennenden Probleme der Zukunft lösen helfen“ sollte sie – die fast unmöglich erscheinende Harmonie zwischen Mensch, Natur und Technik schaffen. Doch der politische Erfolg schien nicht gewollt. Warum musste es wieder einmal so kommen? Gibt es denn gar nichts Positives zu berichten? Doch, gibt es! Aber zunächst zur Tragödie.

Juckreiz Indigene Völker als „Showcase“-Objekt: Das Volk im Kasten
Nach geplatzter Finanzierung einer großen Ausstellung der indigenen Völker auf der zentralen Expo-Plaza hat sich die Expo GmbH einen Schmalspurentwurf entwickeln lassen, der die Völker im wahrsten Sinne des Worten „in den Kasten packt“: Flugtransportkisten – sogenannte „Showcases“ – wurden zu 27 internationalen Projekten indigener Völker geschickt, die sie ausgestalten und wieder zurücksenden sollen – auf eigene Kosten, versteht sich.

Juckreiz Zur Geschichte der Expo: Weltausstellungen im Wandel
Seit 1851 finden in unregelmäßigen Abständen und an verschiedenen Orten Weltausstellungen statt. Für die Zeit von Juni bis Oktober diesen Jahres wird nun erstmals die universelle Expo auf deutschem Boden abgehalten.

Juckreiz Expo und Verkehr: Besucher oder Chaoten – einer legt Hannover lahm
Nicht nur, daß eine ganze Menge der Expo-MacherInnen aus der Autoindustrie kommen und uns die Expo weismachen soll, daß mit ihrer „intelligenten Technik die drängenden Umwelt-, Entwicklungs- und Bevölkerungsprobleme zu lösen“ sind, auch sonst ist die Expo so ziemlich das Verkehrteste, was es zur Zeit gibt. Greifen wir uns mal den Verkehr raus:

Juckreiz Machbarkeitswahn und Mensch: Zum Beispiel Gentechnik
Langsam nimmt auf dem Gelände der Hannover Messe die Zukunft von Mensch und Natur Gestalt an – eine Zukunft, deren Deutungsmonopol vor allem in den Händen großer Konzerne und Regierungen wirtschaftlich begünstigter Länder liegt. Die Verantwortlichen der Expo präsentieren „Lösungsansätze für die drängenden Probleme der Zukunft“, zu denen sie vor allem die Verknappung der Ressourcen, Umweltzerstörung und Bevölkerungswachstum zählen. Gentechnik spielt in zwei Bereichen der Ausstellung eine zentrale Rolle: Sie wird von den Verantwortlichen zur Beseitigung von Nahrungsmittelknappheit durch veränderte Pflanzen und zur „Verbesserung“ des menschlichen Erbguts vorgeschlagen.

Juckreiz Expo und der schnöde Mammon: Es sind ja schließlich nur Steuergelder
Erst war es nur das Bier: Noch am 18. Juni 1999 ging die Expo GmbH davon aus, während der Weltausstellung vom 1. Juni bis 31. Oktober 2000 würden „allein in den gastronomischen Betrieben“ 12 Millionen Liter Bier getrunken. Keine vier Monate später war die Menge um ein schlappes Drittel gesunken – auf 8 Millionen Liter, und zwar insgesamt. Ein Detail am Rande – aber der Beweis dafür, daß den Verantwortlichen in Hannover schon länger bekannt ist, daß ihre Prognosen von 40 Millionen BesucherInnen freundlich ausgedrückt grob falsch sind.

Juckreiz Drumherum: Big-Brother-Zuschläge
Wer diesen Sommer mit der Bahn nach Hannover will, ohne das dortige Großereignis zu besuchen, muß deutlich tiefer in die Tasche greifen als bisher: Die Bahn verlangt zusätzlich zum normalen ICE-Fahrpreis (andere Züge fahren praktisch nicht mehr) bis zu 24,- DM Zuschlag. Wer aufs Wochenendticket ausweichen will – Pustekuchen, gilt in fast ganz Niedersachsen nicht. Doch nicht nur die Fahrt nach Hannover wird teurer, auch diejenige in Hannover. Begründung: der verbesserte Service- und Sicherheitsdienst.

Juckreiz kleines Expo-Pleitenlexikon
Viele kleine und große Gründe warum die Expo alles andere als eine schöne Zukunft präsentiert

Hintergrund: Strahlende Handies

Juckreiz Modern, aber nicht ungefährlich: Kann denn Handy Sünde sein?
„Hi Schatzi, bin jetzt am Ostbahnhof. Gegen halb fünf zu Hause. Bis denne. Tschüüüß!“ Mobile Kommunikation, bunt und Trend. Rund 25 Millionen Menschen gönnen sich diesen Luxus. Immer erreichbar, nette SMS, fröhliche Melodien, nie langweilig. Und doch hat jeder schon mal gehört, daß es irgendwie schädlich ist, wie mit dem Rauchen. Aber deshalb aufhören?

Juckreiz Juckreiz abonnieren!
Der Aboschnibbel, gut für die ziemlich roten Juckreiz-Zahlen, auch zum online Bestellen.

Neues aus der Jugendumweltbewegung

Juckreiz Schönes aus traurigen Anlässen
Der AK-Eine Welt der BUNDjugend hat ein Benefizkonzert für Mosambique veranstaltet.

Juckreiz „Mit uns ist gut Kirschen essen“
Mithelfen auf dem Öko-Hof.

Service

Juckreiz Buchkiste
Wieder mal einige Reihe interessanter Bücher.

Juckreiz Rezept: Grillen
Was liegt im Sommer näher als Grillen

Juckreiz Adressen
Die Liste der Jugendumweltinitiativen in Berlin (und teilweise Brandenburg).

Nicht zuletzt

Juckreiz Videoüberwachung: Berlin wird zum Big Brother-Haus
Eine Diskussion, die schon seit einiger Zeit die Datenschutzbeauftragten der Bundesrepublik auf die Barrikaden treibt, ist eine von der CDU geplante enorme Veränderung unseres persönlichen Alltags außerhalb der eigenen vier Wände: Innensenator Eckart Werthebach und das übrige Personal der CDU auf Landes- wie auf Bundesebene drängen auf die groß angelegte Verwirklichung eines Projektes, das in Leipzig schon seit einiger Zeit läuft – Videoüberwachung des öffentlichen Raums.

Nicht in der Papierausgabe

NEU! Juckreiz Mitsubishi gibt größtes Salzgewinnungsprojekt der Welt auf: Gigant gibt nach und... schmollt NEU!
Nach sechs Jahren erreichte eine internationale Koalition aus Naturschützern, Wissenschaftlern und Politikern die Einstellung eines gigantischen Vorhabens der mexikanischen Regierung und der Mitsubishi Corporation zur Meersalzgewinnung – mitten im größten Biosphärenreservat Lateinamerikas. Das Wasser sollte aus der Lagune San Ignacio entnommen werden, der weltweit letzten ungestörten Kinderstube des Grauwals. Umweltschützer befürchteten eine große Natur- und Umweltkatastrophe.

Juckreiz Terminkalender
Die Veranstaltungen der Jugendumweltgruppen in Berlin und Umgebung, regelmäßig aktualisiert.

Die Papierausgabe könnt Ihr bestellen: ein Juckreiz-Probeexemplar oder ein Juckreiz-Abo. Oder in Schulen, Unis, Bibliotheken u.v.a. finden.


Juckreiz Inhalte Juckreiz Service Juckreiz Wir Juckreiz Abo

Impressum